carekonzept pflegeberatung

Hallo ich bin Gast hier und habe eine Gewissensfrage

  • Hallo,


    ich habe folgendes Problem, meine Schwiegermutter hat einen Lungentumor und befindet sich in einem Hospiz. Meine Schwiegereltern haben sich nie um meinen Mann gekümmert, mit 15 haben sie ihn vor die tür gesetzt um seinen Ausbildungslohn nicht von ihrer eigenen Sozialhife abgezogen zu bekommen. Sie haben uns über 30000 Euro Schulden gemacht die wir bis vor 4 Jahren noch abgezahlt haben. Wir hatten ca 20 Jahre gar keinen Kontakt und haben nachgegeben als Sie vor 3 Jahren bei uns anrief und auf Aussöhnung drängte. Die Beziehung ist aber nicht liebevoll. Sie meldet sich nur wenn Sie etwas von uns haben will usw. Wir wohnen 100 km auseinander (vom Hospiz) und jetzt lässt sie uns alle Nase lang anrufen wenn Sie Zigaretten braucht, Geld fürs Telefon (uns ruft sie aber gar nicht an) usw. Wir haben selbst 2 Kinder um die wir uns kümmern müssen und beide gehen wir arbeiten.


    Wir bekommen nur Vorwürfe vom Personal Ärzten usw weil wir uns nicht angemessen um die Schwiegermutter kümmern und nicht gleich nach einem Anruf 100 km einfache Fahrt auf uns nehmen um ihr Zigaretten zu bringen. Ich leide sehr unter der Situation. Was soll ich tun? Soll ich allen erzählen was für ein Mensch sie ist damit mich jemand versteht? Ich habe langsam das Gefühl ausgebrannt zu sein und wenn das so weiter geht kann man mich selbst in psychologische Beratung geben.
    Wie verhalte ich mich am besten?

  • Hallo,
    zunächst, schön, dass Du dieses Forum gefunden hast.
    Wenn Du magst, registriere Dich doch, das ist kostenfrei und ohne Verpflichtungen, Du kannst dann in geschützten Bereichen lesen und schreiben und so mehr Informationen erhalten, aber auch deutlich mehr Austausch erleben, wenn Du Dich einbringen magst.


    Bei einer solchen schwierigen Familiensituation wird wohl niemand sagen können "nur diese Reaktion ist die richtige", zumal wir nur eine Seite lesen können.
    Ich selbst denke mir, dass es Eure Herzensentscheidung sein wird, wie Ihr mit dieser Situation umgehen wollt.
    Die Schwiegermutter lebt bereits im Hospiz, wird also nach ärztlichem Ermessen nur noch geringe Zeit leben.
    Ob Ihr Ihr Unterstützung gewähren wollt, könnt und in welcher Form, das müsst Ihr entscheiden, vielleicht könnt Ihr einen "Familienrat" einberufen, schauen, was wollt Ihr von Herzen geben oder was eben auch mit halbem Herzen und was geht nicht für Euch.


    Ich kann nachempfinden, wenn man sich von Menschen lossagt, das ist in Ordnung.
    Das kann weh tun und auch zu Gewissensfragen führen, aber man hat eine Entscheidung getroffen - und darf sich auch jeden Tag umentscheiden, aber man sollte das eigene Wohl im Auge behalten.
    Und man kann auch entscheiden, ich vergelte nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die Frau ist schwerstkrank, hat eine begrenzte Lebenswerwartung und menschliche Wünsche, Süchte.


    Es steht Dir frei, mit den Ärzten und dem Pflegepersonal offene Worte zu wechseln. Vielleicht kannst Du schauen, ob es möglich ist, dies zu tun, ohne sie schlecht zu reden, sondern erklären, dass Ihr keinen guten Kontakt habt, es dafür Gründe gibt und Ihr nicht mehr angerufen werden möchtet - oder nur im Sterbefall.
    Es gibt meistens im Hospiz auch einen Psychologen oder Sozialarbeiter, wenn es Euch wichtig ist, sucht dort das Gespräch.


    Und wenn Du Dich ausgebrannt fühlst, dann schau, ob Du therapeutische Hilfe oder Hilfe in Form von Beratung (Lebens- oder Frauenberatungsstellen, usw.) aufsuchen willst.
    Auch hier schreiben, als angemeldetes Mitglied, erleichtert oft, so erlebe ich es.


    Zunächst alles Gute Dir!


    Magdalena

    "Rumgeschubst, wie eine alte Schachtel Wachsmalstifte; aber die leuchtenden Farben habe ich mir immer bewahrt!" (Zitat aus: "Gottlos", K. Slaughter)

  • Guten Abend,


    das ist in der Tat keine einfache Situation.


    Ich glaube, es ist sicher besser, mit offenen Karten zu spielen und die Gesamtsituation zu schildern---oder den Senioren zu verzeihen und ihnen die letzten Wünsche zu erfüllen.


    Aber ich weiß selber wie schwer es sein kann zu verzeihen, wenn man so abgrundtief verletzt und missachtet wurde.


    Versucht das zu tun, mit dem Ihr am Besten leben könnt und lasst Euch kein schlechtes Gewissen einreden. Kein Anderer steckt in Eurer Haut.


    Ich denke auch, es ist sinnvoll, wenn Du Dich hier registrierst und weiterhin in einem etwas geschützteren Rahmen mit uns im Forum kommunizieren kannst.


    Liebe Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung



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