carekonzept pflegeberatung

Beiträge von Andrea N.

    Hallo und lieben Dank für die netten Begrüßungen!


    @'Brigitte
    Danke für deine vielen guten Vorschläge. Die gleichen Gedanken sind uns auch schon gekommen, da wir beide im Sozialen Bereich tätig sind bzw. waren, ich hab gekündigt, als meine
    Mutter mich immer mehr brauchte, können wir da ja einige Quellen anzapfen.
    Unsere Freunde und Bekannten scheiden leider aus, da sie entweder selbst noch berufstätig sind oder sich um ihre Enkel oder eigenen Eltern kümmern wollen/müssen.
    Meine Mutter ist erst hierher gezogen, als sie nicht mehr so richtig für sich selbst sorgen konnte, hat hier also eigentlich nur uns und ein paar sehr nette Nachbarn, die aber alle nur
    unwesentlich jünger als sie sind. Meinen damaligen Vorschlag, sich hier eine Wohnung in einem "Betreuten Wohnen" zu suchen, hat sie seinerzeit kategorisch abgelehnt und ich war
    zu nachgiebig, um es durchzusetzen. Da würde jetzt alles ganz anders aussehn....
    Natürlich haben wir auch schon mit dem Gedanken an einen Umzug gespielt! Problem: Wir wohnen an der Schweizer Grenze, Wohnraum ist als Normalverdiener wegen der vielen
    Grenzgänger mit hohem Einkommen wenig zu bekommen und meist unbezahlbar.
    Wir hatten das Glück, dass wir, als unsere wesentlich älteren Töchter zeitgleich ausgezogen sind, mit unserem "Nesthaken" eine günstige Genossenschaftswohnung ergattern konnten,
    die wir selbst renoviert haben. Heutzutage werden die Wohnungen von der Genossenschaft renoviert und die gleiche Wohnung kostet das doppelte. Eine größere Wohnung natürlich
    noch mehr. Heißt, wir würden, wenn der Sohn mal auszieht und meine Mama mal nicht mehr ist, in einer unbezahlbaren großen Wohnung wohnen und müssten wieder umziehen.
    Da ich selbst seit zwei Jahren in mehreren Gelenken Arthrose habe und mein Gesundheitszustand sehr schwankend ist, ist nicht gewiss, ob und in welchem Ausmaß ich nochmal
    berufstätig sein kann. Jetzt klappt alles noch sehr gut, da ich ja bei der Pflege meiner Mutter auch Pausen machen und mich ein wenig regenerieren kann.
    Aber ich werde mich auf jeden Fall mal bei einer Freundin, die beim Sozialdienst der Caritas arbeitet erkunden, wie es mit Zuschüssen vom Sozialamt aussieht und da sie eigentlich
    viele Kontakte hat, kennt sie ja vielleicht sogar jemand, der sich gerne was mit Nachtdiensten dazu verdienen möchte.


    @'Ines
    Auch dir vielen Dank für die Schilderung deiner Situation!
    Es freut mich, dass ihr ein gutes Heim für deinen Vater gefunden habt und es ihm dort gut geht.
    Hier bei uns ist die Auswahl an Heimen leider nicht sehr groß und da die Pflegekräfte in der Schweiz sehr viel mehr verdienen, haben wir hier deutschlandweit die größten
    Personalprobleme in diesem Bereich. Und so gut die Ansätze in den Heimen auch sind, es ist nie genug Personal da und damit auch nie genug Zeit für die Betreuten. Das habe
    ich leider während meiner ehrenamtlichen Betreuung schon viel zu oft mitbekommen und mache da auch keinem Heim einen Vorwurf, alle tun ihr bestes!
    Wahrscheinlich werde ich aber in den sauren Apfel beißen müssen. Und wenn es soweit kommt, dann kümmere ich mich halt im Heim um meine Mutter.
    Ich glaub, das größte Problem bei der ganzen Sache bin ich, da ich mich so dagegen sperre und einfach weiß, dass der größte Horror meiner Mutter immer war, mal in ein Heim
    zu müssen. Und ich immer der Meinung war, dass das nie nötig sein wird, weil ich ja für sie da sein werde.


    @'Heike
    Danke für deine guten Wünsche!


    Euch allen noch einen schönen Tag!


    Liebe Grüße


    Andrea

    Hallo,


    ich heiße Andrea, bin 53 Jahre alt und pflege, wie bereits im Titel schon erwähnt, meine 88-jährige Mutter mit Pflegegrad 4.


    Ich "kümmere" mich schon seit 11 Jahren um meine Mutter, die seit vielen Jahren starke Arthrose, Gicht und Osteoporose hat.
    Im Lauf der Jahre wurde aus kümmern in kleinen Schritten immer mehr pflegen. Wir haben und hatten immer unsere Reibungspunkte, haben uns aber gut aufeinander eingespielt.
    Da ich in den vergangenen zwei Jahren insgesamt drei Mal Oma geworden bin und auch für meine Töchter und Enkel da sein wollte und meine Mutter immer weniger alleine unternehmen
    und unter Leute gehen konnte und ich darüber hinaus das Gefühl hatte, dass sie einfach auch andere Gesprächspartner als nur mich und die anderen Familienmitglieder braucht ( man
    redet ja irgendwie doch nur immer über das Gleiche), habe ich sie in einer Tagespflege-Einrichtung angemeldet und seit einem Jahr geht sie da nun drei Tage in der Woche hin.


    Das heißt bzw. hieß bisher, ich bin morgens gekommen, habe ihr beim waschen und anziehen geholfen, mit ihr auf den Bus gewartet und war nachmittags wieder da, wenn sie wieder
    nach Hause gebracht wurde, hab dann mit ihr zusammen Abend gegessen, hab ihr beim frisch machen und umziehen geholfen, sie hat dann noch ein wenig fern gesehen und ist dann
    ins Bett gegangen. An den beiden Tagen, an denen sie ganz zuhause war, war ich von morgens bis mittags da, dann hat sie ihr Schläfchen gemacht und ich bin abends wieder gekommen.
    Das war gut so, wie es war und könnte von mir aus auch noch jahrelang so weiter gehen, aaaaaaber .....


    ... in den letzten Monaten wurde die bereits vorher schon leichte Demenz meiner Mutter immer schlimmer und es steht außer Frage, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann.
    Und damit hat meine Verzweiflung begonnen.


    Da ich früher bereits mehrfach ehrenamtliche gesetzliche Betreuung für Senioren ohne Angehörige, die in Heimen gelebt haben, übernommen hatte, hatte ich mir geschworen, dass meine Mutter
    niemals in ein Heim gehen muss.


    Da wir aber mit unserem Sohn (noch in Ausbildung) in einer Mietwohnung leben und er noch nicht ausziehen will und kann, können wir meine Mutter nicht zu uns nehmen, also bleibt letzendlich
    nur ein Heim. Und dieser Gedanke macht mich ganz fertig.


    Ich erhoffe mir, dass ich hier neue Anregungen, Tipps und vielleicht auch Erfahrungsberichte von euch bekommen kann, wie ihr mit einer solchen Situation umgegangen seid oder
    vielleicht hat ja der eine oder andere noch eine Idee, was es sonst noch für Möglichkeiten gibt. Ich muss aber leider dazu sagen, dass weder meine Mutter über viel Geld verfügt, mein
    Mann auch kein Großverdiener ist und ich zur Pflege meiner Mutter freigestellt bin.


    Jetzt warte ich erst mal auf eure Antworten.


    Liebe Grüße


    Andrea