HILFE: Chronikerregelung fuer unbegrenzte Physiotherapie?

  • Wie ist es am besten moeglich eine Chronikerregelung zu bekommen, die es dem Arzt ermoeglicht, fuer einen Patienten uneingeschraenkt Physiotherapie zu verschreiben, damit zumindest der gegenwaertige Mobilitaetszustand erhalten bleibt?


    Fuer meine Mutter versucht mein Vater, eine solche zu bekommen.


    Die sachbearbeitende Dame bei der Krankenkasse sagte ihm, dass wenn der Arzt sie gut begruende, sie von der Kasse sicher bewillgt wuerde. Zu diesem Zweck hat auch die behandelnde Physiotherapeutin schon einen Therapiebericht geschrieben.


    Als mein Vater heute bei meiner Mutters Hausarzt war, sagte der, dass er er nur weitere Physiotherapie verordnen wuerde, wenn er von der Krankenkasse eine schriftliche Bestaetigung haette, dass diese die Chronikerregelung fuer meine Mutter auch bewilligen wuerde. Er sagte, in der Vergangenheit habe er manchmal Regress zahlen muessen 6 Monate nachdem die Kasse erst gesagt hatte, dass sie fuer eine von ihm verordnete Massnahme aufkommen wuerde.


    So schiebt es einer auf den anderen. Mein Vater will nun einen Brief an die Zentrale der Krankenkasse schreiben, in dem er meiner Mutters Situation eingehend beschreibt und die Dringlichkeit der Chronikerregelung begruendet. Damit will er morgen wieder zur Krankenkasse gehen.


    Worauf sollten wir in dieser Sache achten? Welchen Rat koenntet Ihr uns geben? Wie ist eigentlich die Rechtslage?


    Ganz herzliche Dank im Voraus!


    Saraswati

  • Hallo Saraswati,


    wir hatten ein ähnliches Problem.



    MDK streicht Ergotherapie



    Kannst Du hier nachlesen.


    Fakt ist, und ich kann die Ärzte auch verstehen, wer legt schon gerne drauf, dass sie schriftlich von der Kasse in der Hand haben, dass sie für die notwendigen Verordnungen der Physiotherapie von der Kasse nicht in Regress genommen werden.


    Könnte ein hartes Stück Arbeit werden für Euch, aber wenn Ihr Euer Ziel verfolgt, wird es sicherlich zum Erfolg führen.


    Liebe Grüssle und alles Gute für Euch



    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Hallo Saraswati,
    hallo Brigitte,


    Ich habe gerade im Netz nach den neuesten Infos dazu geguckt und werde nun einen neuen Thread dazu aufmachen - weil das sonst hier nicht für alle auffindbar ist.


    Hallo Saraswati, ich denke, Du hast hier Begriffe durcheinander gebracht: die Chroniker-Regelung als Begriff ist eigentlich mit gemeint, dass man ein Prozent als Zuzahlung hat, statt üblicherweise 2% guckst du ->HIER


    So, hier nun der Link -> Klickzu den Infos der Langzeitverordnung.


    Saraswati: der letzte Link enthält ein Antragsformular für die Langzeitverodnung und im ersten und zweiten Link finden sich Hinweise auf Ärzteblätter - insofern verstehe ich euren Hausarzt nicht...


    vielleicht mal darauf hinweisen?


    viele Grüße
    Silke

  • Hallo Saraswati,

    Wie ist es am besten moeglich eine Chronikerregelung zu bekommen, die es dem Arzt ermoeglicht, fuer einen Patienten uneingeschraenkt Physiotherapie zu verschreiben, damit zumindest der gegenwaertige Mobilitaetszustand erhalten bleibt?


    Mir geht irgendwie der Hausarzt nicht aus dem Kopf :
    Hat deine Mutter schon Erstverordnung, Folgeverordnung erhalten und ginge es nun um das erste Rezept außerhalb des Regelfalls?
    In deiner Vorstellung hast Du geschrieben, dass deine Mutter für ca. 6 Monate im Pflegeheim war - wenn sie dort Physiotherapie erhalten hat, müsste dies ja auch schon außerhalb des Regelfalls gewesen sein (Erstrezept: 6x gehen wir von 1x /Woche aus = 6 Wochen => Folgerezept 10 Einheiten => entspricht 16 Wochen = 4 Monate)
    Wer hat denn dort die Rezepte ausgestellt? Und wäre, wenn dies ein anderer Arzt ist, es möglich, sich von ihm die weiteren Rezepte ausstellen zu lassen?
    Und dann war sie seit November zu Hause, ist aber von zu Hause ins Krankenhaus gekommen - was steht denn im Entlassungsbericht drin in Bezug auf weitere Therapieempfehlungen?


    Vieel Grüße
    Silke

  • Hallo Silke!


    Danke fuer Dein aktives Mitdenken!


    Ja, meine Mutter hat schon Erstverordnung, Folgeverordnung und weitere Verordnungen ausserhalb des Regelfalls erhalten, von diesem gleichen Arzt, waehrend sie im Pflegeheim war, wo er sie aber nie besucht hat.


    Exakt auf den Entlassungsbericht vom Krankenhaus (vom 18. 12.) berufen wir uns und hat sich mein Vater dem Arzt gegenueber schon berufen. Die Diagnose war akuter Lumbago (durch degenerative Veraenderungen der Wirbelsaeule), und es wurde Fortsetzung der Physiotherapie insbesondere zur Rueckenschulung zur Aneignung rueckenschonender Alltagsbewegungen und Vermeidung rueckenbelastender Taetigkeiten empfohlen.


    Der Arzt meinte, die Degeneration sei ja nichts Neues, somit wisse er nicht welche Beruendung er angeben solle. Vielleicht hatte er ja einen schlechten Tag. Jedenfalls versuchen wir es weiter.


    Nchmals ganz herzlichen Dank und alles Gute,
    Saraswati

  • Hallo Saraswati,

    und es wurde Fortsetzung der Physiotherapie insbesondere zur Rueckenschulung zur Aneignung rueckenschonender Alltagsbewegungen und Vermeidung rueckenbelastender Taetigkeiten empfohlen.


    hmm, dass ist meines dafürhalten auch keine Therapieempfehlung für eine langfristige Physio.
    Denn wenn ich zum Beispiel einen Zerrung im Lendenwirbelbereich habe und dann Physio verordnet bekomme, bekomme ich eine Anleitung, was ich wie zu Hause machen soll - aber nach spätestens 3 Rezepten sollte ich die Rückenschule auch allein können.


    Im Ärzteblatt steht drin

    Quote

    GKV-Versicherte mit schweren und dauerhaften Erkrankungen können eine langfristige Genehmigung von Heilmitteln bei ihrer Krankenkasse beantragen.


    Im Marler Gesundheitsring -download sind die verschiedenen Diagnosen aufgeführt, die eine solche Langfrist, bzw. Langzeitverordnung empfohlen bekommen - finden sich da Diagnosen deiner Mutter wieder?


    Viele Grüße
    Silke

  • Ja, Silke, danke,


    diese Gedanken hatte ich auch schon. Bei den Diagnosen (Marler Gesundheitsring) hatte ich gestern Abend schon geschaut und gesehen, dass dort Verletzungen von Nerven z.B. im Lendenwirbelsaeulenbereich aufgefuehrt sind. Ob man nun sagen kann, dass dies durch Degeneration der Wirbelsaeule durch Osteoporose in gewissem Masse der Fall ist, weiss ich nicht. Mann will sowas ja auch nicht gerade heraufbeschwoeren . . .


    Persoenlich wuerde ich finden, dass die ohnehin schon sehr eingeschraenkte Mobilitaet durch die Osteoporose eigentlich als Grund genuegen sollte, denn wenn der nicht aktiv entgegengearbeitet wird, wird sie schlimmer und dadurch (indirekt durch Muskelschwaechung) wiederum die Osteoporose auch, fuer die ja Bewegung von aeusserster Wichtigkeit ist.


    Oder denkst Du, dass nach dem neuerlichen akuten Ereignis vom Dezember einfach eine neuerlich Erstverordnung von Physiotherapie speziell fuer diesen Zweck moeglich sein koennte, ohne die erforderliche Pause von 3 Monaten?



    Viele Gruesse
    Saraswati

  • Ja, danke Silke, daran hatte ich auch schon gedacht, bloss ist der Orthopaede ganz weit ausserhalb, wuenscht (versatendlicherweise) den Patienten vor jeder Verordnung persoenlcih zu sehen, macht keine Hausbesuche, und meine Mutter ist gegenwaertig nicht so mobil, dass wir ihr eine Taxifahrt dorthin zumuten koennten . . .
    Alles Gute,
    Saraswati