carekonzept pflegeberatung

Conny3kids, mit schwerstpflegebedürftigem erwachsenen Kind, unterstützt ihre Mutter, 72, bei der Pflege der Oma, 99 Jahre, PS 2

  • Hallo Ihr Lieben,


    im "alten" Elternpflege-Forum habe ich ja eher zu den "Viel-Lesern"als zu den "Viel-Schreibern" gehoert, aber vieleicht erinnert sich der eine oder andere ja doch noch.


    Ich bin ein gebuertiges Ruhgebietskind (Dinslaken) und vor 22 Jahren meiner damals grossen Liebe in's benachbarte "Cheese-Country", sprich Holland, gefolgt. Habe 3 Kinder, zwei Toechter und einen Sohn, im Alter von 17, 15 und 11 Jahren; bin in sicherem Sinn selber ein Pflegeprofi, weil Eva, meine aeltetste Tochter, schwerstpflegebeduerftig (Liegekind) ist. Seit 5 Jahren alleinerziehend und alleinpflegend - meinem Ex-Goettergatten wurde das Leben mit schwerstmehrfachbehindertem Kind zu kompliziert.


    Hier im Forum tummele ich mich aber vorzugsweise als Sprachrohr fuer meine 72-jaehrige Mutter, die sich seit gut 20 Jahren um unsere 99-jaehrige Oma kuemmert; seit 10 Jahren ist das echt Pflege, Oma hat seit vergangenem Jahr die Pflegestufe 2. Meine Mutter ist zwar zur Begeisterung ihrer Enkelkinder eine echte "Internet-Oma" Wink, aber traut sich an so etwas wie ein Forum noch nicht heran.


    Sollten die folgenden Zeilen sich mehr oder weniger wie eine Liebeserklaerung an meine Oma anhoeren, dann ist das zwar nicht beabsichtigt, aber durchaus richtig :) sie war schon immer ein besonders liebeswuerdiger Mensch.


    Weil das Hin- und Herreisen zwischen 2 Wohnungen und das de facto Fuehren von 2 Haushalten auf Dauer fuer meine Mutter zu viel geworden waere, oder eigentlich schon war, ein Pflegeheim der allerletzte Platz waere, an den meine Oma gehoeren wuerde, hat die Familie im Herbst 2006 beschlossen, dass Haus meiner Oma, in dem sie seit 1933 wohnt, barrierefrei und pflegegerecht umzubauen und fuer meine Mutter einen Wohntrakt anzubauen.
    Das war eine Mammut-Aktion, die sich nur umsetzen liess, weil alle Geld und Arbeitskraft beigesteuert haben (wir gehoeren nicht zu den Grossverdienern). Zu Ostern 2007 konnten die Ladys dann Einzug halten im neuen alten Haus. Die Pflege gestaltet sich fuer meine Mutter um vieles einfacher; es gibt auch wieder Luft fuer andere und persoenliche Dinge. Durch den Umbau, kann ich jetzt auch wieder mit meiner Rollstuhl-Tochter zu Mutter und Oma und das kombinieren wir immer mit einem freien Wochenende fuer meine Mutter; dann versorgen mein Bruder und ich die Oma. Als Familie sind wir jetzt zwar zusammen mehr oder weniger pleite aber happy.


    Oma, ist, wie schon gesagt, ein endlos lieber und unsagbar bescheidener Mensch (Bescheidenheit hat uebrigens auch so ihre Nachteile ;) ); schlanke 99 Jahre alt, wenn's denn sein darf, dann wird sie am 20. Dezember dieses Jahres 100!
    Leicht vergesslich, ob es heute Samstag oder Sonntag oder Montag ist, dass weiss sie nur morgens, wenn und solange wie die Tageszeitung vor ihr liegt. Aber, ist das wirklich wichtig, oder ein Manko? Inkontinent ja, gluecklicherweise nur Harninkontinenz. Aber immer noch eisern selber zur Toilette. Selber waschen, an- und auskleiden geht allerdings schon lange nicht mehr und das Essen auch nur noch mit einer Hand und das auch nicht mehr immer. Die Knochen sind halt hin :( ,das Herz will auch nicht mehr so recht und die Nieren geben schon seit 40 Jahren Anlass zur Sorge.
    Laufen geht eigentlich auch nicht mehr, aber meine Mutter laeuft 3 x taeglich eine Runde durch Haus, Garten und Garage mit ihr. Seit einem Jahr akzeptiert Oma, dass das bisschen Laufen mit Hilfe eines Stockes doch besser geht, aber in den Rollstuhl setzt sie sich wirklich nur, wenn ich mit meiner behinderten Tochter da bin, oder bei ganz besonderen Gelegenheiten. So wie kuerzlich, als wir mit unseren Rollstuhl-Lady's in der Duisburger Oper waren.


    Sie blueht absolut auf, wenn die Enkel- und Urenkelkinder da sind, die sie gleichermassen auf Haenden tragen. Hat uns noch vor kurzem sehen lassen, dass sie, aller Vergesslichkeit zum Trotze, uns beim Skat spielen noch immer nach Strich und Faden einmachen kann. Das sitzt eben noch ganz tief von frueher drin ;) 


    Aller Pflegebeduerftigkeit zum Trotze, und es ist fuer meine Mutter ein Leben in Intervallen zwischen Essen geben, Helfen beim Ankleiden und Waschen, sich mir ihr Beschaeftigen, damit der Tag nicht so lang wird, ist unsere Oma ein wahnsinnig lieber Mensch und Ihr koennt Euch zweifellos vorstellen, dass die "family" jetzt doch schon so ganz langsam und vorsichtig anfaengt, um den 100. vorzubereiten.
    Vorlaeufig freuen wir uns aber erst einmal auf die gemeinsamen Sommerferien im Sauerland: nach langem Suchen ein barrierefreies Ferienhaus gefunden, dass gross genug ist, um uns dann als 4-Generationen-Klub zu beherbergen.



    liebe Gruesse


    Conny


    P.S. Sollte meine deutsche Rechtschreibung nicht mehr so ganz "up-to-date"sein, dann verzeiht mir das bitte; ich bin lange vor der letzten Rechtschreibereform ausgewandert ;) 



  • Goedenavond Conny,


    hier ist einer der sich noch an Dich erinnern kann :)


    Schön das Du wieder dabei bist!
    Noch schöner ist es wieder mal zu hören das es noch richtige Familien gibt :!:


    Gruß
    Andreas

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