carekonzept pflegeberatung

Stephanie (39) pflegt ihre an Alzheimer erkrankte Mutter (76)

  • Hallo zusammen!


    Ich bin neu hier und habe über die Suche zum Thema "Verhinderungspflege" hierher gefunden. Es ist toll, daß ich schon so viele Fragen beantwortet finde, die mich auch betreffen!


    Doch jetzt kurz zu unserer Geschichte: Daß mit meiner Mutter etwas nicht stimmen könnte, ist mir 1995 auf einer Feier zum ersten Mal aufgefallen. Sie erzählte Freunden von mir in meinem Beisein eine Geschichte, die glattweg erfunden war!


    Mir fiel in dieser Situation vor Verwunderung über das sonderliche Verhalten meiner Mutter zunächst garnichts ein, wie ich mich verhalten sollte! Später auf die Situation hin angesprochen, wich sie meinen Fragen aus und "tat" so, als ob sie sich nicht mehr erinnern könnte. Heute gehe ich davon aus, daß Sie natürlich schon nicht mehr wußte, um was es in dem Gespräch gegangen war und warum sie gelogen hatte.


    In den darauffolgenden Jahren wurde es "unmerklich merklich" mehr, das sonderbare Verhalten. Da aber bestimmte Abläufe noch ohne größere Ausfälle funktionierten und meine Mutter auch schon in jungen Jahren eher "chaotisch" war UND wir nicht wirklichgaluben wollten, was da ablief - lief ersteinmal alles so weiter.


    Mein Vater verdrängte die Tatsache am stärksten, denn wann immer ich sagte: "Wir müssen etwas tun, sie untersuchen lassen.", schob mein Vater ihr Verhalten aufs "Wetter" oder ihre Migräneattacke, unter denen sie auch schon seit jungen Jahren immer gelitten hatte.


    Er "übersah" einfach, daß sie mehr und mehr den Haushalt nicht mehr geregelt bekam und auch ihre Körperpflege vernachlässigte.


    Dann kam aber 1999 eine Gesprächs-Situation, die mich veranlasste, ohne Wissen meines Vaters einen Untersuchungstermin in der Neurologie zu vereinbaren: Sie konnte sich schon einen Satz später nicht mehr daran erinnern, was sie gesagt hatte!


    Jedes Jahr wurden es dann weniger Punkte im Minimal-Staus-Test und seit fast 5 Jahren geht es ohne Hilfe garnicht mehr. Ich bin damals mit Mann und Kind zu meinen Eltern ins Haus gezogen, damit ich nicht mehrfach am Tag mit zu stillendem Säugling auf dem Arm hin- und her pendeln mußte.



    Das war eine Zeit, in der ich SEHR viele Nerven gelassen habe, zumal mein Vater bis jetzt schon vier Mal Krebs gehabt hat und zig mal deswegen und wegen Hüft- und sonstigen OP's im Krankenhaus gelegen hat und auch dort versorgt werden mußte!


    Mit meiner Mutter habe ich bis jetzt auch schon dreimal zusammen rund um die Uhr im Krankenhaus gelegen, man kann sie ja nicht mehr alleine lassen!


    Ich bin nur froh, daß mein Mann diese Situationen bis jetzt immer mitgetragen und auf vieles verzichtet hat.


    Ein "Privatleben" kenne wir nämlich leider nicht mehr!


    Um so wichtiger ist es mir deshalb jetzt ersteinmal, daß wir im Mai einen zweiwöchigen Urlaub machen können.


    Aber die "vorbereitenden Maßnahmen" (stellver. Pflegekraft für mich finden, alles vorbereiten, jemanden finden, der über Nacht hier bleibt etc.) kosten z.Zt. viel Kraft und Energie. Denke, danach kann ich den Urlaub dann so richtig gebrauchen..;o)


    Jetzt ist es doch ein halber Roman geworden!


    Besonders interessiert mich aber hier im Forum auch, was andere pflegende Angehörige machen, um ihr eigenes Demenz-Risiko zu minimieren?!


    Freue mich auf die anderen Foren-Mitglieder und ihre Erfahrungen!


    An alle einen schönen Sonntag noch! :winke:


    Stephanie

  • Hallo Stephanie!


    Nochmal ein "offizielles" ;-)[IMG:http://www.kolobok.us/smiles/artists/mother_goose/MG_124.gif] im Elternpflegeforum !


    Was du beschreibst, ist wohl ganz typisch für Demenzerkrankte, auch das "nicht-Wahrhaben-wollen" des direkten Umfeldes gehört mit dazu. :(


    Das Wohnen im Haus deiner Eltern ist ein zweischneidiges Schwert, auf der einen Seite hast du natürlich kurze Wege, auf der anderen, wie du ja selber sagst, kein Privatleben mehr.
    Welche Pflegestufe hat deine Mutter ? Habt ihr eine Vorsorgevollmacht für sie ? Alles Wissenswerte dazu findest du bei uns, benutze dazu bitte auch die Suchfunktion. Gern kannst du aber auch in einem der vielen nichtöffentlichen Unterforen ein neues Thema eröffnen, auch deine Frage :

    Zitat

    Besonders interessiert mich aber hier im Forum auch, was andere pflegende Angehörige machen, um ihr eigenes Demenz-Risiko zu minimieren?!

    ist sicher besser in einem eigenen Thread aufgehoben, hier: Demenz


    Hinweise zur Technik des Forums findest du hier, oder frag einfach nach.


    Ich wünsche dir einen guten Austausch hier und hoffe, du fühlst dich wohl bei uns.


    Viele Grüße,
    suse


    PS: wir machen gerade eine Umfrage unter unseren Mitgliedern:
    Wo kommt Ihr eigentlich her oder wie habt Ihr uns gefunden?.
    Es wäre schön, wenn du dabei mitmachen würdest, ein Klick reicht. ;-)

  • Teile dich mit und fühle dich wohl.


    Manchmal ist ja so ein "Dampf ablassen" schon eine große Hilfe.


    Wir stehen gerne mit Rat (ohne Tat) zur Seite.


    Irgendwer hat sicher schon ähnliches durchgemacht.



    Barbara50

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