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Odyssee am Lebensende - Intensivmedizin für Hochbetagte

  • Ich möchte Euch hier auf einen interessanten Artikel zur Intensivmedizin bei Hochbetagten aufmerksam machen.

    Ich finde den Artikel lesens- und bedenkenswert:


    Odyssee am Lebensende | 02/2021 | Gesundheit und Gesellschaft Digital

  • Sehr guter Artikel, danke Heike!

    Das ist es was passiert wenn man keine Patientenverfügung abfasst bzw. wenn Angehörige nichts darüber wissen!

    Das letztes was ich für mich wollen würde, so eine furchtbare Odysee zu erleben ohne selbst noch eingreifen zu können!
    Man kann nicht oft und eindringlich genug auf die Wichtigkeit und Detailgenauigkeit der Patientenverfügung hinweisen. Mir ist unbegreiflich warum viele Menschen davor immer noch zurückscheuen. Mein Mann weiß was in meiner drin steht und umgekehrt. Dazu ein Notfallpass neben dem Personalausweis / der Krankenversicherungskarte mit dem Hinweis dass es eine Verfügung gibt und die Telefonnummer von dem der sie hat und kennt. Ist doch ganz einfach.
    Wer das nicht zustande kriegt wird es mitunter - siehe der Artikel - bitter bereuen aber dann ist es zu spät.

    LG

    Cara

  • Hallo Ihr Lieben,

    in der Tat ein interessanter Bericht, der mir sehr nahe geht. Denke immer noch an die letzten Tage meiner Eltern.

    Beide wollten nicht ins Krankenhaus und doch ging es ihnen sehr schlecht. Beide wollten noch gerne leben. Meine Mutter hat geschrien vor Schmerzen und hat nach mir gerufen, dass ich ihr helfe. Wie hätte ich ihr zu Hause helfen können, vor allen Dingen nachts?

    Hat sie gespürt, dass sie quasi in der Sterbephase war? Die Sanitäter wollten sie schon nicht mitnehmen? Im Krankenhaus hat man noch zahlreiche Untersuchungen durchgeführt. Selbst dort hat man nicht erkannt bzw erkennen wollen, dass sie sich bereits in der Sterbephase befunden hat. Zumindest wurde es bis zum Schluss nicht kommuniziert. Ich hätte ihr gerne noch einiges erspart, wenn ich das vorher gewusst hätte. Meine Mutter, die bei klarem Verstand war, hätte auch klar sagen können, wenn sie es nicht gewollt hätte. Hat sie die Situation auch nicht einschätzen können? Wobei es doch auch heisst, die Menschen spüren es, wenn es zu Ende geht. Unabhängig davon habe ich eine solche Situation noch nie erlebt und konnte daher die Situation nicht einschätzen.

    Bei meinem Vater hat man irgendwann kommuniziert, dass es dem Ende zu geht. Auch hier stelle ich mir die Frage, hätte ich was anderes machen können. Habe bei meinem Vater mehr das Gefühl gehabt, dass man mehr Untersuchungen hätte machen können. Zum MRT kam es ja leider nicht mehr. Ich habe meinen Vater mal gefragt, ob er dieses MRT durchführen wolle, obwohl es ihm da schon sehr schlecht ging. Er hat die Frage bejaht.

    Das Ganze beschäftigt mich doch sehr.

    Woher weiss man als pflegende Angehörige, was richtig ist und was nicht?


    Liebe Grüße

    Gertrud

  • Hallo Gertrud,

    wenn die Betroffenen sich noch äußern können, zählt deren Wille, auch wenn man das nicht immer nachvollziehen kann.

    Eine angeheiratete Tante von mir, über 90 Jahre alt, war schwer krank und wollte jede Minute haben, die sie noch bekommen konnte. Dafür hat sie sehr viel in Kauf genommen. Sie hat es auch so gesagt: "Mir ist es noch zu früh."


    Tja, ich an ihrer Stelle hätte anders entschieden.

    Viele Grüße

    Heike

  • Guten Abend Euch Allen,


    Jeder stirbt seinen eigenen Tod und Jeder fühlt und denkt individuell. Auch Menschen die anscheinend bereit waren Abschied zu nehmen, können sich im letzten Moment noch umentscheiden und wer auch immer behandelt und begleitet sollte, was auch immer am Ende steht, annehmen und achten.


    Wenn Menschen keinen Willen geäussert haben und letztendlich auch nicht mehr kommunizieren können, sollte auf die Lebensmelodie des Sterbenden gehört werden, sofern man sie kennt, und entsprechend handeln oder handeln lassen.


    Es ist ein so schwieriges sensibles Thema und es ist sicherlich in jedem Fall anders.


    Nachdenkliche Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Jeder stirbt seinen eigenen Tod und Jeder fühlt und denkt individuell. Auch Menschen die anscheinend bereit waren Abschied zu nehmen, können sich im letzten Moment noch umentscheiden und wer auch immer behandelt und begleitet sollte, was auch immer am Ende steht, annehmen und achten.


    Wenn Menschen keinen Willen geäussert haben und letztendlich auch nicht mehr kommunizieren können, sollte auf die Lebensmelodie des Sterbenden gehört werden, sofern man sie kennt, und entsprechend handeln oder handeln lassen.

    Hallo Brigitte,

    da hast Du vollkommen recht. Deshalb ist sehr wichtig, dass man zum Sterbenden bis zum Schluß einen engen Kontakt hält. Am Besten ist, dann immer bei ihm sein.

    Denn auch wenn eine Patientenverfügung vorliegt, so ist es doch für den Sterbenden nicht einfach. Solange er noch kommunizieren kann, sollte man dieses auch tun. Jedes gefühlvolle Gespräch hilft dem Sterbenden und zuletzt auch einem selber.


    Schönen Sonntag noch


    Willi