Pflegebett

  • Hallo zusammen,


    meine Mutter war im Krankenhaus. Sie hatte furchtbare Schmerzen, die wir zu Hause nicht mehr in Griff bekamen und hat dadurch auch ständig gespuckt. Nun ist sie entlassen und die Schmerzen sind leider nicht besser. Sie ist noch schwächer geworden, kann nicht mehr am Rollator gehen und auch nicht mehr richtig sitzen.

    Nun zu meinem Anliegen: Zum Entlassmanagement des Krankenhauses habe ich gesagt, sie bräuchte ein Pflegebett und einen Lifter für einen Transfer in den Rollstuhl (soweit das überhaupt möglich ist...). Das wurde nun vom Krankenhaus verordnet. Das Entlassmanagement hat wohl die Verordnung an die Krankenkasse geschickt, wo ich heute niemanden mehr erreichen konnte.

    Wie ist da der Prozess?

    Was ist bei einem Pflegebett zu beachten? Da gibt es doch sicher unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Features. Ich bin da völlig unerfahren. Auf was muss ich achten?

    Ich denke, dass wir das Pflegebett ins Wohnzimmer stellen. Dann ist meine Mutter nicht immer so ab vom Schuss und man hat mehr Platz. Im Schlafzimmer geht es sonst arg eng her, das war schon mit dem Rollator eng, wenn man beim Aufstehen/Transfer helfen musste. Solange sie alleine mit dem Rollator gehen konnte, hat das gepasst.

    Sie kommt gerade überhaupt nicht mehr auf die Beine und dann ist es total schwierig, sie in das Ehebett zu bringen. Mein Mann, der immer die "innere" Seite übernehmen musste, hat auch schon wegen seines Rückens geschumpfen. Mein Vater hat sich das Bein verrenkt, nun ist meine Schwester angereist und zum Glück noch ohne Gebrechen. Aber ich glaube Ehebett (da gibt es ja auch so Pflegebetten, die man da reinstellen kann) bleibt eine schlechte Lösung, oder?


    Um ein paar Tipps wäre ich dankbar.


    Herzliche Grüße

    SR

  • Guten Abend SR,


    ich hoffe sehr, Du hast bei der Krankenkasse Deiner Mutter ein Mitspracherecht und bekommst nicht einfach ein altes Pflegebett aus dem Pool.


    Es gibt Pflegebetten, die man sehr tief runter fahren kann, falls Sturzgefahr besteht, ansonsten sollte das Bett unbedingt auf Deine Arbeitshöhe, so ca. hüfthoch, einstellbar sein, Ober und Unterteil sollten auch separat verstellbar sein, das Bett sollte Rollen haben, damit es gut zu verschieben ist.


    Bettgitter- der Einsatz muss aber von Deiner Mutter gewollt sein muss oder von einem Richter abgesegnet sein, da ihr Einsatz freiheitsentziehende Massnahmen sind.


    Ein Bettgalgen sollt dabei sein, damit Deine Mutter bei der Versorgung etwas mithelfen kann, gut lösbare Bremsen sind wichtig, Kabel lang genug, damit sie an eine Steckdose ran kommen.


    Wahrscheinlich braucht Deine Mutter eine gute Antdekubitusmatratze oder eine Wechseldruckmatratze, deren Motor allerdings etwas Geräusche macht, das kann nicht Jeder aushalten. Beides muss der Hausarzt verordnen.


    Ein Lagerungshilfesysthem-Gleitmatten, wäre sehr hilfreich.


    Und egal was es für ein Bett ist und wo es her kommt, bitte gut desinfizieren.


    Vielleicht könnten Deiner Mutter Schmerzpflaster helfen, sprich mit dem Arzt bitte darüber.


    Schaut Euch im Internet Lehrfilmchen an zu Lagerung nach Bobarth, Ihr müsst Euch beim Lagern nicht quälen mit passenden Griffen.


    Liebe Grüssle und Alles Gute für Euch


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Liebe Brigitte,


    danke für Deine schnelle Antwort. Und die Tipps. Auch mit den Videos. Mit Lagerungshilfen kenne ich mich auch nicht aus. Das war wohl zu kurz gedacht, mit dem Pflegebett, da hängt mehr dran.

    Ja, da muss ich morgen mit der Krankenkasse telefonieren, mit welchen Versorgern sie zusammenarbeitet. Am liebsten würde ich das Bett vorher sehen, ich bin ja eh ein bisschen pingelig.

    Schmerzpflaster werden wir ab morgen ausprobieren. Vor so einem Wechsel hab ich ein bisschen Bammel.

    Irgendwie hab ich noch ein bisschen Hoffung, dass ich meine Mutter vielleicht doch wieder an den Rollator bekomme. Selbst stehen oder 1-2 Schritte wären schon eine Hilfe, um mal die Kleidung zu richten oder so. Ich finde es so schlimm, wenn sie nicht mehr aus dem Bett kommt.


    Herzliche Grüße

    SR

  • Liebe SR ,


    vielleicht kann der Arzt Physiotherapie verordnen im Hausbesuch. Frage bitte danach.


    Was Deine Mutter vorsichtig braucht, sind Bewegungsübungen nach Bobarth um ihr zu helfen, wieder in die Bewegungsmuster rein zu kommen. Auch darüber gibt es Lehrfilme im Netz, am Besten finde ich die Filme der Lerneinheiten von Pflegeschulen, vielleicht könnt Ihr das Eine oder Andere umsetzen.


    Normalerweise braucht Ihr für das Pflegebett eine Verordnung vom Arzt.


    Vor der Anwendung von Schmerzpflastern musst Du keine Angst haben, Es wird ja sicher niedrig dosiert angefangen und wenn nach zwei Tagen keine Wirkung ersichtlich ist, kann der Arzt anordnen, dass eine Stärke mehr versucht wird.


    Ob die Krankenkasse Deiner Mutter es mit dem Vorschlag für das Pflegebett des Krankenhauses akzeptiert, kannst Du sicherlich erfragen und eine Verordnung besorgen, wenn sie verlangt wird.


    Ein Sanitätshaus, das den Pool der Kasse verwaltet, müsste Dir schon möglich machen, das Modell vorher an zu schauen. Solltet Ihr das Glück einer Neuversorgung haben, müssten auch ein paar Vorführmodelle beim Sanitätshaus vorhanden sein.


    Liebe Gutenachtgrüssle für heute


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Hallo SR,

    wenn Ihr ein Bett aus dem sogenannten Pool der Kasse bekommt, dann ist das grundgereinigt und - desinfiziert und - gewartet. In der Regel ist da ein vorher anschauen nicht möglich.

    Wenn Ihr Euch selbst mit einem Sanitätshaus besprechen könnt, ist das womöglich anders.


    Für das Ehebett gibt es Einlegerahmen, die die gleichen Features bieten, aber ohne Bettgitter. Allerdings ist es, wenn es räumlich schon eng ist, sicher nicht die beste Wahl, zumal man bei einem Pflegebett nicht von beiden Seiten an die zu Pflegende heran treten kann und so auch viel besser arbeiten kann - für alle Beteiligten.


    Was die eingeschränkte Beweglichkeit angeht, so könnte eine gute Physio vielleicht etwas tun, möglicherweise 2x wöchentlich.

    Das hängt natürlich auch davon ab, ob Deine Mutter mitmachen will, aber selbst, wenn die Mobilität nicht wieder so hergestellt werden könnte, ist Krankengymnastik sehr wertvoll, um zu erhalten, was da ist, Muskeln zu stärken..


    Ich wünsche Euch, dass es schnell eine Bettlösung gibt, die dann auch gut akzeptiert wird.


    Viele Grüße

    Magdalena

    "Rumgeschubst, wie eine alte Schachtel Wachsmalstifte; aber die leuchtenden Farben habe ich mir immer bewahrt!" (Zitat aus: "Gottlos", K. Slaughter)

  • Guten Morgen @ Magdalena,


    ich habe es schon 3x erlebt, dass Betten ausgeliefert wurden die definitiv nicht grundgereinigt waren, ebenso Toilettenstühle und Schieberollstühle.

    Sie sollten grundgereinigt sein, eigentlich, ja. Anscheinend kann man sich nicht darauf verlassen. Deshalb würde ich auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen und richtig reinigen und desinfizieren.


    Liebe Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

    Edited once, last by Brigitte ().

  • Hallo SR,


    normalerweise arbeitet jedes Krankenhaus/jede Reha mit einem Sanitätshaus zusammen. Wenn ein Hilfsmittelbedarf besteht erfolgt das über das Sanitätshaus. D.h. Es gibt einen Befund bei Deiner Mutter und danach richtet sich der Hilfsmittelbedarf. Das Sanitätshaus weiß in der Regel welches Pflegebett bzw welche Matratze oder ein anderes Hilfsmittel erforderlich ist. Das Sanitätshaus besorgt sich dann die entsprechende Verordnung, in dem die Hilfsmittel genau bezeichnet werden. Diese Verordnung wird ggfs an die Krankenkasse zur Genehmigung eingereicht. Die schriftliche Genehmigung z.B. von dem Pflegebett bzw Matratze erhältst Du von der Krankenkasse. Das Sanitätshaus wird sich telefonisch mit Euch dann zwecks Vereinbarung eines Liefertermins in Verbindung setzen.


    So war es zumindest bei meinem Vater.


    Mein Vater benutzt auch die Schmerzpflaster. Am Anfang hatte ich auch Respekt davor, weil ich keine Ahnung habe bzw hatte. Aber es ist wirklich nicht so schwer. Das schaffst du schon.


    Deiner Mutter wünsche ich alles Gute und Dir viel Kraft.


    Liebe Grüße

    Gertrud

  • Guten Morgen ringsrum,


    auf jeden Fall muss das Bett, fuer die Mobilisation deiner Mutter, aber auch und fast vor allem fuer den, der pflegt, hoehenverstellbar sein!!!


    Brigitte hat oben eigentlich alles gut zusammen gefasst, Rollen sind auch wichtig, damit, wenn zwei Pflegende vorhanden sind, von beiden Seiten gearbeitet werden kann, was auch fuer den Pflegling viel angenehmer ist.

    Einen "Einsatz" fuer das vorhandene Ehebett...ok, auskennen tu ich mich da nicht...halte ich fuer nicht machbar. Der zweite Pflegende muesste ja dann immer noch ueber das Nachbarbett hinweg heben. Und wie du schon schreibst, das ist nicht Ruecken schonend, das ist eher Ruecken zerstoerend.


    Ich drueck die Daumen, dass ihr das richtige Bett findet/erhaltet.

    Und ich gebe zu, ich wuerde in diesen Zeiten sogar ein nagelneues Bett erst mal sicherheitshalber noch selbst nachreinigen und desinfizieren.


    Liebe Gruesse

    Petra

  • Hallo Brigitte,

    Puuh, da bin ich gelinde gesagt entsetzt! :ill:

    Danke für die Rückmeldung!


    Liebe Grüße

    Magdalena

    "Rumgeschubst, wie eine alte Schachtel Wachsmalstifte; aber die leuchtenden Farben habe ich mir immer bewahrt!" (Zitat aus: "Gottlos", K. Slaughter)

  • Ja Magdalena,


    sogar selber erlebt mit einem Pflegebett und einem Toilettenstuhl, und in meinen Pflegehäusern , also in unterschiedlichen Haushalten , unterschiedliche Krankenkassen und auch in zwei unterschiedlichen Bundesländern.


    Man muss wirklich sehr aufpassen .


    Liebe Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Liebe SR,


    wir hatten vor 7 Jahren kein Mitspracherecht bei der DAK. Wir hatten aber Glück und bekamen ein nagelneues Bett, das alle Vorzüge hatte, die Brigitte als wichtig beschrieben hat. Es hatte dazu noch nach oben hochziehbare integrierte Bettgitter, die mein Mann richtig geliebt hat. Er fühlte sich damit sicher und geborgen. Tagsüber haben wir das vordere runtergeschoben , das hintere aber gelassen, das sah sogar direkt gemütlich aus, wie eine Art Sofa! Das Bett war allerdings holzfarben.

    Ich drücke Dir die Daumen, daß Ihr Euch das passende aussuchen dürft.

    :g03: liche Grüße
    Irmi


    Es muß sich alles ändern, damit alles so bleibt wie es ist.(Guiseppe Tomasi di Lampedusa ) :hi2:

  • Hallo zusammen,


    danke für die nützlichen Tipps.

    Das Bett und ein Lifter sollen nun in der nächsten Woche kommen. Alles war bei der Krankenkasse versandet und lag da unbeachtet, auch meine schriftlichen Nachfragen. Am Freitag hatte ich endlich Zeit, tagsüber zu telefonieren. Nach etlichen Telefongesprächen müsste es nun aber laufen. Der überregionale Versorger hat wohl Burmeister Dali. Kasse und Versorger versprachen, dass es grundgereinigt sei. Eine Antidekubitusmatratze gibt es dazu. Von einer Wechseldruckmatratratze wurde mir abgeraten, weil man da wohl flach liegen sollte.

    Hoffen wir mal, dass das alles so stimmt, sonst werde ich echt sauer.

    Die Kasse wollte erst mal eine Einwilligungserklärung, dass sie alles regeln darf. Das hatte ich dann erst mal abgelehnt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass viele den Sinn und Zweck so einer Einwilligung noch nicht vertanden haben. Es soll eben kein Freibrief sein, im Namen eines anderen zu handeln, sondern konkret sein. Na ja, nachdem ich die Möglichkeit hatte, die "Wege zu prüfen" konnte ich nun zustimmen, genau das zu tun, was wir besprochen hatten.


    Nun muss ich wieder den Physiotherapeuten bestellen. Mal sehen, was er trotz den gebrochenen Rippen tun kann. Jede kleine Bewegung verursacht Schmerzen. Das Schmerzpflaster wirkt besser als die Tabletten zuvor, verursacht aber Alpträume (konspirative Treffen fremder Männer im Keller usw.) in der Art, dass es fast Halluzinationen sind und viel Müdigkeit. Wenn es nicht besser wird, müssen wir noch mal wechseln.


    Danke für Eure Ideen und den Austausch. Es ist gerade viel im Umbruch, da bin ich oft verunsichert oder auch überfordert, was das Richtige ist.

    In der nächsten Woche habe ich wenigstens eine ruhige Arbeitswoche und hoffentlich mal wieder mehr Zeit für meine Tochter, die ja erst in die Schule kam.


    Viele Grüße

    SR

  • Guten Morgen SR,


    Deine kleine Tochter braucht Dich auch sehr dringend und es gestaltet sich sehr schwer, Alles unter einen Hut zu bringen damit Nichts und Niemand zu kurz kommt, vor allem Du selber.


    Die Physios werden sehr behutsam sein, aber die Bewegungsmuster sollten in den grauen Zellen unbedingt erhalten bleiben.


    Die Schmerzen sollten nach 6 Wochen besser sein, eigentlich, und diese Nebenwirkungen können vorkommen, aber da weisst Du ja, was der Grund dafür ist.


    Zu Bett und Lifter drücke ich die Daumen, dass es das Passende für Euch ist.


    Der KK eine Unterschrift für einen Freibrief zu geben, dass hätte ich persönlich nur unter begründetem Vorbehalt gemacht, ich traue keiner Kasse mehr.


    Liebe Grüssle und alles Gute


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020