Zwangstherapie muss wirksam sein

  • Der Bundesgerichtshof (BGH) musste sich im Januar dieses Jahres mit der Frage beschäftigen, wann Zwangsbehandlungen gerichtlich genehmigt werden dürfen. Ein an Schizophrenie leidender Patient hatte einer Elektrokonvulsionsthe-rapie/Elektrokrampftherapie (EKT) ausdrücklich widersprochen. Sein gesetzlicher Betreuer beantragte daraufhin die betreuungsgerichtliche Genehmigung der Zwangsbehalndlung. Der BGH entschied, dass ärztliche Zwangsmaßnahmen nur als notwendig angesehen werden können, wenn deren Durchführung […]

    Quelle: Zwangstherapie muss wirksam sein › Informationen für pflegende Angehörige

  • Guten Morgen,


    heute kann diese, für mich immer noch fragwürdige Therapie, wenigstens unter Narkose und schmerzfrei durchgeführt werden, früher wurden die Menschen entsetzlich gequält mit dieser schmerzhaften Anwendung, und wirkliche erfolgreiche Behandlung, wo wird / wurde sie wirklich nachgewiesen?


    Wir müssen nicht Alles machen, bloss weil wir es können und Schizophrenie mit Stromstössen abzuwenden, wie soll das funktionieren?


    Traurige Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Hallo, Ihr Lieben,


    Ich war laenger nicht hier (habe von Zeit zu Zeit mal still mit gelesen) und wuensche Euch allen alles nur erdenkliche Gute.


    Dies hier hat mich gerade zutiefst beruehrt.


    Als Gesellschaft muessen wir wirklich sehr vorsichtig sein mit jedem potentiellen Zwang zu medizinischen Eingriffen jeglicher Art. Die Wuerde des Menschen ist unantastbar. Sonst langen wir schnell wieder bei den fuerchterlichen Praktiken des dritten Reichs an . . . wobei dergleichen ja leider nicht ausschliesslich auf jene Zeit und geographische Region beschraenkt geblieben ist.


    In der Hoffnung, dass wir als Menschheit rings um die Welt bald und rechtzeitig aufwachen hin zu Rechtschaffenheit und Ethik in allen Lebensbereichen.


    Liebe Gruesse,

    Saraswati

  • Guten Morgen,


    ich habs gestern schon gelesen und es hat mich nicht losgelassen.

    Gut, dass das Gericht so und nicht anders entschieden hat, wobei vielleicht ein anderes Gericht in einem anderen Fall wieder anders entscheiden wird.


    Dieses "wenn deren Durchführung einem breiten medizinisch-wissenschaftlichen Konsens entspricht"


    macht mich nicht froh und hinterlaesst einen leisen schlechten Geschmack im Mund.

    Heisst das, wenn ICH als Patient nicht selbst entscheiden kann, oder mich gegen eine Anwendung entscheide, kann notfalls statt meiner dann der "wissenschaftliche Konsens" fuer mich entscheiden?!


    Auch wenn man es vielleicht gern moechte, gerade, wenn nahe Angehoerige betroffen sind, stehe ich eher hinter "Man kann/soll niemandem zu seinem Glueck zwingen".

    Es ist eine ganz schwierige Problematik und ich tendiere da stark zu Saraswatis Post oben.


    Bin grad wieder sehr froh, dass meine Kinder sehr genau wissen, was oder was nicht ich an 'medizinischen' Interventionen akzeptiere fuer MICH. Und auch stark genug sind, das notfalls zu erkaempfen.


    Liebe Gruesse und einen entspannten Tag

    Petra

  • Hallo Petra,

    Heisst das, wenn ICH als Patient nicht selbst entscheiden kann, oder mich gegen eine Anwendung entscheide, kann notfalls statt meiner dann der "wissenschaftliche Konsens" fuer mich entscheiden?!

    ja, leider heißt es das. Wenn man unter gesetzlicher Betreuung steht und einen Berufsbetreuer hat, ist's glaube ich recht schwieirg. Deshalb unbedingt Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung abfassen.

    Beste Grüße

    Heike