Eine Krankheit ist nicht planbar, eine Patientenverfügung hilft – Fragestunde

  • Ich freue mich, dass die Veranstalterinnen es bewerkstelligen können, dass die Veranstaltung unter Einhaltung der Hygienerichtlinien mit einer begrenzten Teilnehmerzahl stattfindet! Eine Patientenverfügung hilft Ihnen im Falle einer schweren Erkrankung, Ihre Wünsche durchzusetzen. Ab wann sollte z.B. Ihr behandelnder Arzt die Schmerzbehandlung über die Lebenserhaltung stellen? Wie gestalten Sie Ihre Behandlungswünsche so konkret, dass Ihre […]

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  • Danke Heike,

    das ist ein ganz wichtiges Thema.

    Meine Eltern sträuben sich leider mit aller Vehemenz eine Patientenverfügung zu erstellen. Ich hingegen habe die schon fertig gemacht als ich 40 wurde - man weiß ja nie was passiert im Leben.

    Unangenehmes Thema, aber seitdem bin ich sehr beruhigt dass alles in meinem Sinne festgelegt ist.

    Daher verstehe ich die Haltung meiner Eltern überhaupt nicht! Mein Vater ist sehr christlich; vielleicht hält ihn das ab? Meine Mutter überlässt ihrem Mann seit jeher alle Entscheidungen... naja, das muss jeder selbst wissen! LG

  • Liebe Cara,


    meine Mutter hat mit den Worten " Darüber spricht man nicht" immer dagegen gewährt, dass wir mal über das Thema sprechen. Ich habe sehr sehr bereut, dass ich damals locker gelassen habe. Als sie ALS bekam und sie nicht mehr sprechen konnte, war schon zu spät irgendetwas zu besprechen.

    Ich wüsste jetzt aber leider nicht, wie man sie doch dazu bewegt darüber zu sprechen.

    Ich hoffe du findest einen Weg !


    Liebe Grüße


    Andrea

  • Liebe Schandrea,


    vielen lieben Dank für deinen Input. Du hast recht, ich sollte nicht nachlassen die Wichtigkeit des Themas anzubringen. „Darüber spricht man nicht!“ - diesen Satz habe auch ich schon oft gehört!🙉

    Ich werde zumindest meine Mutter versuchen zu bearbeiten und ihr von dir und deiner Mutter (anonymisiert!) erzählen. Vielleicht macht es dann klick...

    Mein Vater ist sehr sehr krank; seine Ärzte bezeichnen es seit acht Monaten bereits als seltenes Wunder dass er noch lebt. Ihn wird niemand von seinen Meinungen abbringen; er ist der größte Sturkopf dieser Welt.

    Aber bei meiner Mutter habe ich zumindest noch einen kleinen Funken Hoffnung, jetzt wo sie erst gaaaanz am Anfang kleinerer demente Momente ist... es wird allerhöchste Zeit!

    LG

  • Cara, ooohhhh ich kenne noch einen Sturkopf......meine SM, diese Frau kann ich auch nicht von überzeugen.

    Ja dann ist es so....


    Ich weiss noch bei meinem Vater ,er lag auf Intensiv und ich sollte am nächsten Tag seine Patientenverfügung mitbringen.

    Ich nahm sie mit, aber man brauchte sie nicht mehr, früh morgens tagte das Ärzteteam und man hat entschieden ,bis auf Schmerzmittel alles abzustellen .Wir kamen Mittags ,da hat man uns empfangen mit den Worten ,ihr Vater liegt im Sterbeprozess. Nachmttags 16 Uhr ist er ganz ruhig eingeschlafen.

    Am vorherigen Tag sagte er ganz leis,ich will zu Mutti.

    Vati war erlöst.......


    es ist nun 10 Jahre her


    lg Mogli

  • Liebe Mogli,


    ich fühle mit dir!

    Bzgl deiner Schwiegermutter: Irgendwann bin ich an den Punkt gekommen wo ich loslasse von meiner Überzeugungsarbeit. Manche wollen sich einfach nicht helfen lassen...tja, die Konsequenzen müssen SIE ja dann tragen!


    Zum Tod deines Vaters: Das klingt sehr friedlich. Ohne Schmerzen und quasi sehr natürlich, sanft eingeschlafen. Das ist ein Geschenk.

    Ich bin ab einem gewissen Punkt ganz und gar kein Freund von Maschinenmedizin. Die Würde des Menschen, auch eines Sterbenden, sollte doch vor allem anderen stehen.

  • Guten Morgen,


    Ich habe zwar keine Patientenverfuegung, sowas gibt es hier nicht, aber meine aelteste Tochter, die sehr genau weiss und akzeptiert, was ich medizinisch will bzw. nicht will, hat eine recht unfangreiche Vollmacht von mir.

    Ich will die ganze Zeit noch was erweitern, das sollte ich jetzt, wo ichs dank Heike wieder im Kopf habe, mal erledigen.


    Meine Mutter hatte zwar in Deutschland keine Verfuegung, war dem Thema Tod/Krankheit/Sterben gegenueber aber immer aufgeschlossen und hatte da keine Beruehrungsaengste. Schon in jungen Jahren... ich erfuhr das erst viele Jahre spaeter, hat sie mit der Uni Mainz einen "Kontrakt" abgeschlossen, und hatte da auch ein kleines Kaertchen mit den noetigen Telefonnummern, dass die Universitaet im Falle ihres Todes ihren Koerper abholen und fuer medizinische Forschung verwenden darf. Sie waere dann dort 'irgendwann' auch auf einem speziellen Graeberfeld beigesetzt worden.

    Organspendeausweis hatte sie auch.

    Ich fand das immer sehr progressiv, gerade fuer eine Frau aus ihrer Generation, und haette das auch, waere sie in D. verstorben, so akzeptiert.


    Danke fuers Erinnern und einen schoenen Tag ringsrum

    Petra