Fritz682 möchte Informationen und Tips

  • Hallo Zusammen,


    meine 78 jährige Mutter ist nach einer Operation nun auch pflegebedürftig geworden. Grund war eine vorbereitende OP zur Entfernung der Gallenblase. Der Gallengang war durch

    Steine zu, die Gallenblase musste punktiert und ein Stent als Umleitung eingebaut werden. Dafür war sie 21 Tage im Krankenhaus. Der Stent ist ein zeitlich begrenztes Provisorium, will sagen meiner Mutter steht die eigentliche Entfernung der Gallenblase noch bevor..Dies wird ihren Zustand sicherlich nicht verbessern ist aber notwendig


    Den ersten Aufenthalt hat sie nur sehr schlecht verkraftet. Seitdem sie wieder zuhause ist, leidet sie an starken psychischen Einschränkungen die in RIchtung Psychose gehen und sich auch nicht bessern. Scheinbar ist es nicht das oft beschriebene Durchgangssyndrom sonder leider doch ernster. Darüber hinaus ist sie körperlich eingeschränkt aufgrund einer Versteifung der Lendenwirbel, Arthrose, grauer Star, Diabetis und Hörgeräten. Sie kann sich selbst nur eingeschränkt versorgen, Körperpflege und Nahrungszubereitung gehen nur noch mit Hilfestellung. In der Wohnung ist sie noch halbwegs selbstständig unterwegs, außer Haus braucht sie Unterstützung und einen Rollator


    Mein Vater übernimmt im Moment die Pflege zuhause, ist aber auch schon 82 und nun mit seinen Kräften am Ende zumal, meine Mutter durch die psychischen Einschränkungen mittlerweile quasi ungenießbar geworden ist. Sie meckert nur rum, mein Vater kann ihr nichts recht machen, alle wollen ihr nur etwas schlechtes etc. Sie hat nun eine etwas andere Wahrnehmung ihrer Umwelt.


    Der Antrag bei der Pflegekasse läuft nun seit einer Woche. Vorher führte da kein Weg rein, ich habe mich die letzten Jahre immer wieder darum bemüht dies in die Wege zu leiten. Meine Mutter hätte meiner Meinung auch vorher schon Anspruch auf einen Pflegegrad gehabt, wenn auch einen niedrigen.


    Ich selbst lebe 500 Kilometer entfernt und kann nicht adhoc einspringen, das braucht einen gewissen Vorlauf allein wegen der Wegezeit und auch beruflich.


    Ein Netzwerk vor Ort bei meinen Eltern gibt es nicht, Freunde und Familie sind im gleichen Alter mit ähnlichen Problemen oder leben auch weit entfernt, Geschwister habe ich keine.

    Ich bin völlig hilf- und ratlos wie ich meinen Eltern da beistehen kann, welche Möglichkeiten ich ggf. vor Ort in Gang setzen kann, welche Pflegeform sich anbieten würde, etc. pp.


    Das wäres es dann erstmal von mir hier an dieser Stelle.


    Viele Grüße von Fritz682 der eigentlich Thomas heißt

  • Guten Morgen Thomas,


    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.


    So rein aus dem Bauch heraus, versuche in Deiner Nähe eine Wohnng in einer betreuten Wohnanlage zu finden und lass Deine Eltern umziehen. Oder wenn möglich, hole sie zu Dir.


    Wenn es wirklich Niemanden gibt, der sich kümmern kann, ist es heftig für Deinen Vater und Dich.


    Selbst wenn es einen Pflegegrad gibt, ein Pflegedienst mit an Bord geholt wird und eventuell organisierte Nachbarschaftshilfe, Du bist zu weit entfernt und es kommen sicher häufig nun Dinge auf Dich zu, die Du spontan solltest regeln können. Auch sind die Hilfseinsätze nur zeitlich begrenzt.


    Für Deinen Vater ist es doppeltbitter, nun das veränderte Verhalten und Empfinden Deiner Mutter auszuhalten und gegen zu steuern.


    Vielleicht ist nach der Gallenentfernung etwas besser, wenn sie keine Schmerzen mehr hat, aber wenn nicht, ist es heftig das alleine aushalten zu müssen .


    Es tut mir leid, das so formulieren zu müssen, ich bin gerade in einem Pflegehaus im Einsatz, da ist der Senior mit gar nichts zufrieden zu stellen, seine Frau ist dement und derzeit in der Gerontopsychiatrie, die Kinder wohnen alle bis 300km entfernt und sie versuchen nun, den Senior in die Nähe der einen Tochter zu bewegen wohl wissend ,der Widerstand wird heftig .


    Anders ist es schwer zu managen und ich kann die Situation auch nur aushalten, weil ich weiss, nach meinem Einsatz und dem Erledigen meiner Aufgaben, kann ich dort die Tür hinter mir zu machen.


    Leider gibt es öfters Situationen, da sollte, zum Wohle Aller, die Situation geregelt werden, auch wenn die Senioren nicht so einsichtig sind.


    Wenn Du eine 24Std. Kraft einstellst, auch für sie müsstest Du erreichbar sein um Dinge zu regeln und zu vermitteln .


    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es schnelle, gute, umsetzbare Lösung für Euch gibt.


    Liebe Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung

  • Hallo Brigitte,


    vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Meine Eltern zu einem Umzug zu bewegen wird schwer bis unmöglich sein. Meine Mutter ist gerade nicht in der Lage so eine Entscheidung zu treffen, den Zeitpunkt haben wir verpasst.

    Meine Eltern waren es zeitlebens gewohnt ihre Entscheidungen selbst zu treffen, wollten keine Hilfe annehmen und sind auch sehr misstrauisch gegenüber anderen und Institutionen.


    Sicherlich wäre der Umzug in eine Einrichtung mit betreutem Wohnen in meiner Nähe die beste Lösung, die zweitbeste wäre es dies an ihrem Wohnort zu machen. So wäre zumindest

    eine 24 stündige Betreuung im Notfall erreichbar.


    Im Moment muss ich veruschen die akute Situation irgendwie in den Griff zu bekommen. Mein Vater nimmt am Montag Kontakt mit dem Hausarzt auf und ich versuche mich beim Sozialdienst

    des Krankenhauses und der Krankenversicherung. Dienstag fahre ich dann für ein paar Tage hin.


    Viele Grüße von Fritz682 der eigentlich Thomas heißt

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