Petra betreut ihre Mutter seit 2001, im Ausland

  • Hallo ringsrum,


    seit einem Hirnaneurysma 2001 pflege ich meine Mutter, jetzt knapp 83, die bis dahin voellig selbststaendig und MIR eine grosse Hilfe war.

    Das Aneurysma wurde erfolgreich operiert, leider erlitt sie wenige Tage darauf einen Schlaganfall und erkrankte obendrein an Brustkrebs.


    Die Folgen des Schlaganfalls besserten sich ueber die Jahre, der Krebs erfolgreich behandelt, nur das Gedaechtnis meiner Mutter, vor allem "Kurzzeit", kam nie zurueck.

    Sie konnte sich aber in unserer Wohnung selbststaendig bewegen, waschen, essen etc., nahm am Familienleben teil.


    Seit einem Sturz mit anschliessender Hueft-Op 2017 ist es damit vorbei, trotz aller Anstrengungen, Physiotherapie, wurde sie nicht mehr mobil. Da sie sehr stur ist, hat sie beschlossen, keinerlei Bewegung mehr zu 'wollen', dadurch ist nur minimale Mobilisation durch uns moeglich.

    Harn- und Stuhlinkontinent, inzwischen mit Dekubitus am Steissbein, ist sie wohl das, was man einen kompletten Pflegefall nennen koennte und interessiert sich ausschliesslich fuer ihr Fernsehprogramm.


    Ich muss erklaeren, wir leben im Ausland, im Libanon. Als wir hierher zogen, brachten wir meine Mutter mit, weil sie auf gar keinen Fall in ein Heim wollte und ich ihr das auch nicht antun mochte. In Deutschland hatte sie kaum Verwandte, und schon gar keine, die sich haetten kuemmern koennen oder wollen. Meine Mutter und ich hatten immer ein sehr enges Verhaeltnis, es war fuer mich nie eine Frage, "OB" ich mich um sie kuemmern werde. Geschwister habe ich auch keine.


    Meine drei Kinder sind mit ihrer Oma als "Pflegefall' aufgewachsen und empfanden es immer als normal, Ruecksicht zu nehmen. Nichts liegen lassen, ueber das Oma stolpern koennte, nichts verschuetten, auf dem Oma ausrutschen koennte, und haben sich immer sehr gekuemmert, ob als Zwerge, mit Oma puzzlen oder TV gucken, oder mal mit Oma spazieren gehen, die das damals (wenn auch mit Gehilfe...kaputtes Knie, nicht operabel) noch konnte.


    Inzwischen sind meine Kinder 'gross', berufstaetig oder in der Ausbildung, und kaum mehr daheim.

    Meine kleine Tochter (24), uebernimmt ab und an die Pflege, sehr kompetent und gerne, aber es ist halt ein ab und an.

    Meine Grosse (28) hat gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen und von Anfang an erklaert, dass "Pflege" nichts fuer sie ist. Ich kann das akzeptieren, ich bin von Haus aus Krankenschwester und habe lange in der Pflege gearbeitet. Es liegt nicht jedem.

    Mein Sohn (22) 'sittert' seine Oma schon mal, damit ich einkaufen kann, aber das war es dann schon.


    Ich melde mich hier an, weil ich (55) in letzter Zeit merke, dass ich an die Grenzen meiner psychischen Belastbarkeit stosse.

    Von der koerperlichen Belastung sehe ich mal ab, in meinem Alter hat jeder Rueckenschmerzen*g.


    Ich hoffe, dass mir ein Austausch mit anderen pflegenden Kindern vielleicht hilft, den Boden unter meinen Fuessen wieder zu finden.

    (Und ich glaub, als Vorstellung war das jetzt zu lang, sorry!)


    Liebe Gruesse

    Petra

  • Guten Morgen Petra


    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.


    Ich schätze mal, dass es im Libanon keine Pflegegrade und Hilfsmöglichkeiten zur Pflege wie in Deutschland gibt , oder ist Deine Mutter in einer deutschen Krankenkasse versichert und Ihr könntet versuchen , ob die KK Euch helfen könnte, Hilfe ein zu kaufen?


    Ansonsten bist Du wirklich in einer traurigen Situation und ziemlich fest genagelt, wenn es keine Entlastungsmöglichkeit für Dich gibt.


    Habt Ihr vielleicht Nachbarn oder Freunde, die Euch ein paar Stunden Zeit schenken würden, oder ist Eure finanzielle Situation so gestellt, dass Ihr selber Hilfe stundenweise bezahlen könntet?


    Mir fällt jedenfalls keine andere Möglichkeit für Dich ein, da mir auch das Leben im Libanon mit seinen Strukturen nicht wirklich bekannt ist.


    Auf jeden Fall hoffe ich für Dich, dass Du Hilfe findest, irgendwie.


    Liebe Grüssle und alles Gute


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung

  • Hallo Petra,

    mir geht es wie Brigitte, auch ich habe gar keine Erfahrung, wie bei Euch Hilfe im System möglich wäre.

    Aber ich heiße Dich hier gern willkommen, manchmal tut auch schon das (auf) schreiben gut, der Austausch.


    Viele Grüße

    Magdalena

    "Rumgeschubst, wie eine alte Schachtel Wachsmalstifte; aber die leuchtenden Farben habe ich mir immer bewahrt!" (Zitat aus: "Gottlos", K. Slaughter)

  • This threads contains 2 more posts that have been hidden for guests, please register yourself or log-in to continue reading.