Betreuung meiner Cousine

  • Hallo zusammen,


    einige von Euch wissen ja, dass ich seit letztem Jahr wieder Kontakt zu meiner Cousine habe. Vorher hatte ich sie das letzte Mal gesehen, als ich Kind war und sie eine junge Frau. Sie ist ja inzwischen Mitte 70.

    Ich bin immer davon ausgegangen, dass damals auch ihre Betreuung für den Notfall geregelt ist, aber da hatte ich wohl etwas falsch verstanden.

    Seit dem Tot ihrer Mutter wird sie viel lockerer, hat sie sich in der ersten Zeit immer, wegen alles entschuldigt, merkt sie jetzt, dass man das nicht muss. Ihre Mutter war sehr dominant und hat sie sehr klein gehalten. Jetzt taut sie auf und genießt ihr Leben. Sie fährt noch Auto und ich bin von mal zu mal beeindruckt, was für ein Wissen sie hat. Sie ist ja gelernte Krankenschwester und hatte auch viele Jahre in der Pflege gearbeitet.

    Das sie nicht mehr so gut zu Fuß ist, wegen Problemen mit den Knien und der Hüfte überlegt sie in ein betreutes Wohnen zu ziehen. So wäre auch die Versorgung mit Essen gegeben, denn sie ist nicht unbedingt die Küchenfee und geht gerne Essen.


    Nun kam jetzt schon mehrfach das Thema Betreuung auf. Mein Vater und die Kinder von seinem verstorbenen Bruder wäre irgendwann mal ihre Erben. Zu den Kindern bestand nie Kontakt.

    Vor einiger Zeit hat sie dann die Anlage ihrer Mutter auf ihre Anlage umbuchen lassen und musste für den Fall der Fälle eine zusätzliche Kontaktperson angeben und nannte meine Mutter, da sie ja weiß, dass mein Vater das nicht mehr machen könnte.

    Bei einem Ausflug am Ostermontag kam dann das Thema Betreuung und Vorsorge wieder auf und auch das sie ungerne einen gesetzlichen Betreuer möchte. Sie möchte aber auch niemanden zur Last fallen. Mir viel in dem Moment keine wirklich passende Antwort ein, da es auch keine direkte Frage ihrerseits war. Mich ließ das aber den ganzen Abend nicht in Ruhe und später erfuhr ich auch noch von meiner Mutter, dass sie auch bei ihr das Thema aufgegriffen hatte und meine Mutter ihr sagte, dass sie wenn mich fragen müsste, denn alles was mit solchen Dingen zusammen hängt, mache ich und habe von meinen Eltern die entsprechenden Vollmachten.


    Nun habe ich meiner Cousine einen langen Brief geschrieben, dass sie, wenn sie es wirklich möchte mich gerne in ihrer Vorsorge einsetzen darf, dass wir uns aber vorher mal zusammen setzen sollten um noch ein paar Dinge zu besprechen.

    Zum Glück möchte sie das auch wirklich alles über einen Anwalt/Notar machen, so dass auch wirklich alles vernünftig geregelt ist. Gerade bei so weitläufiger Verwandtschaft wird es ja empfohlen.

    Als ich meiner Mutter das heute erzählte, war auch diese sehr erleichtert, denn auch meine Mutter hätte mich nie direkt gefragt, ob ich das machen würde, denn die vielen Jahre ohne Kontakt müssen ja erst mal überwunden werden, aber meine Cousine überrascht mich da immer wieder. Sie ist für ihr Alter sehr aufgeschlossen, genießt es mit uns über Gott und die Welt zu reden und wenn man nicht wüsste, dass sie so viel Jahre älter ist, würde man denken sie ist vom Gespräch her in unserem Alter.


    Was sind denn so eure Erfahrungen mit der Betreuung von nicht so ganz nahen Angehörigen? Was sollte ich zu diesem Thema eventuell noch wissen? Ich habe mir schon so ein Infoheft zum Thema Betreuung runter geladen. Klar weiß man schon das ein oder andere, aber da betrifft es ja nur die Eltern.



    Liebe Grüße Ines

    Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie andere mich haben wollen.

  • Liebe Ines,


    Du hast Erfahrung, Ihr kennt und mögt Euch, dann wird es auch sicher gut funktionieren .


    Es ist positiv, dass Deine Cousine die Dinge jetzt bewusst regeln will . Sicher kommt sie noch lange gut ohne Betreuer klar, aber somit wärt Ihr auf der sicheren Seite und könnt Dinge regeln, wenn sie wirklich alleine nicht mehr kann.


    Liebe Grüssle und nur Mut

    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung