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Aktiver Kampf gegen den Pflegenotstand in der ambulanten Pflege

  • Pflegende Angehörige kennen das: der Gesetzgeber hat die Grundregel „ambulant vor stationär“ herausgegeben, allerdings an der Umsetzung hapert es erheblich. Je nach dem, wo man wohnt, ist eine professionelle ambulante Pflege oder ein Betreuungsdienst zur Entlastung nicht zu finden. Die Regierung hat sich endlich bewegt und will den Pflegenotstand nun konkret angehen. Um den Pflegenotstand […]

    Quelle: Aktiver Kampf gegen den Pflegenotstand in der ambulanten Pflege › Informationen für pflegende Angehörige

  • Guten Morgen,


    es wäre wünschenswert, wenn es endlich eine Verbesserung gäbe, und das entsprechende Personal.


    Hoffnungsvolle Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Hallo liebe Heike, ich bin grad völlig von den Socken und will Deinen Artikel mit dem Vermerk "ist von Heike, sonst würde ich das gar nicht glauben", Kerstin (meiner Frau) vorlesen, da klickert es bei mir... Lach!

    Richtig, richtig gut!!

    Liebe Grüße

    Magdalena

    "Rumgeschubst, wie eine alte Schachtel Wachsmalstifte; aber die leuchtenden Farben habe ich mir immer bewahrt!" (Zitat aus: "Gottlos", K. Slaughter)

  • Ah, okay, ein Aprilscherz! *mühsam lach*


    Nee, aber mal ernst: was ich hier für ein Theater mitgemacht habe, um die Anerkennung vom Kreis als "ambulante Pflegerin/ambulanter Pflegedienst" zu erwirken, ist kaum zu glauben. Und ich habe ja nicht die kleine Schulung als Demenzbetreuerin, aus der Arbeitslosigkeit heraus, sondern eine, die fast ein Jahr ging ( mit mehrwöchigen Praktika) , zudem habe ich knapp drei Jahre in einer Demenz-WG ( angegliedert an ein Heim) gearbeitet, mit sehr gutem Zeugnis.


    Aber Leute wie ich sollen dann jährlich Kurse besuchen, um ihr Wissen 'aufzufrischen', allerdings werden diese Kurse hier ( auf dem Land) im Umkreis weit und breit gar nicht angeboten. Selbst das Ministerium in Düsseldorf wusste dazu keinen Rat.

    Die Gesetzgeber haben die Hürden für die ( gesetzlich anerkannte) ambulante Pflege sehr hoch gesteckt, aber nicht die notwendigen Vorraussetzungen dafür geschaffen.


    Jedenfalls ist es mir dann, nach einem Jahr Verhandlungen (und dem Schreiben von Konzeptionen, die bestimmte Formulierungen haben müssen, um dem Gestzgeber zu genügen) , doch gelungen, die Anerkennung zu bekommen, da war ich aber inzwischen pleite und hatte kein Geld mehr für Werbung.

    Hätte ich mich vor 5 oder 7 Jahren in Dortmund mit dem selben Ding selbstständig gemacht, wäre es überhaupt kein Problem gewesen.


    Dann bin ich anfangs noch umgeschwenkt, und habe gesagt: ich biete ( als Firma) reine Haushaltsleistungen an. Ging auch nicht. Dafür sollte ich eine Ausbildung haben! Ich sollte nachweisen können, dass ich irgendeine hauswirtschaftliche Ausbildung in Sachen Fensterputzen, Müllrausbringen und Staubsaugen absolviert hätte.


    Ich finde auch, alte Menschen sollten angemessen und nicht von dahergelaufenen Leuten betreut werden.

    Aber wenn sie jetzt die Anforderung so hoch hängen - bei gleichzeitiger Nichterfüllbarkeit aus Ermangelung an der vorgeschriebenen Weiterbildung- sollen sie sich nicht wundern, wenn ihnen jetzt die ganzen ambulanten Kräfte, die sie in verschiedenen Schulungen in den Jahren 2010 bis 2016 ausgebildet haben, abhanden kommen. Da ist ein großes Potential- und es wird nicht genutzt!

    Dafür kommt jetzt der Ostblock! Die netten Damen aus Polen und der Ukraine und Rumänien und sonst woher.


    Zudem werden Dienste anerkannt, die nichts auf die Reihe bringen, als eine entsprechende Werbung und ein gemietetes Büro in der Innenstadt. Gute Konzeptionen schreiben kann schließlich jeder, im Zweifelsfall eine Werbeagentur.


    Möglicherweise hat die Chefin ( oder der Gründer oder der Vorsitzende ) eine Ausbildung als Altenpfleger/in, oder als Arzthelfer/in, oder als Krankenschwester/Pfleger, und diese Person bürgt damit für die gesamte Belegschaft.

    Diese Dienste arbeiten zum Teil überregional, haben nette Namen, und kündigen an, dass sie ihre Mitarbeiter selber schulen.

    Wie schon gesagt: Konzeptionen schreiben kann jeder! Und diese Fortbildungen finden NICHT statt! Wenn, dann auf dem Papier!


    Ich habe mich bei dreien dieser Art beworben, eine nahm mich dann auch. Trotzdem hatte ich etwas Einblick in die anderen zwei bekommen. Bei zweien bin ich sofort gegangen.

    Denn, was dabei herauskommt, ist Mist!

    Sie heuern einfach nette Hausfrauen an, auf 450 Euro Basis, und schicken sie dann zum Putzen und Betreuen rum. Mit eigenem PKW, ohne jede Garantie, dass 450 Euro im Monat jemals erreicht werden.

    Also, da blüht eine Geschichte, die ist eigentlich nicht auszuhalten.

    Leute, die eine halbwegs anständige Ausbildung und Erfahrung haben, werden vom Gesetzgeber abgelehnt, er öffnet aber gleichzeitig das Tor für Firmen, bei denen einer (der Unterzeichner) die formalen Kriterien erfüllt, und die dann arglose, unqualifizierte Hausfrauen in der Gegend herumschicken.


    Das ganze Heer der ehemalig nach § 87b ausgebildeten Menschen bleibt unbeachtet.


    So kann man es auch machen, ja. *zwinker*

  • Liebe Heike,


    schade, dass meine Mutti nun ab dem 05. 04. ins Seniorenheim umzieht.


    Ich hätte mir gern den Herrn Spahn für uns gewünscht ... Hier hätte er Süßholz raspeln können,

    aber wahrscheinlich wären nur wieder Sägespä(h)ne dabei rausgekommen.


    Lizzie

  • Hallo Heike,


    Von Zeit zu Zeit schaue ich mal ins Forum. Dieser Dein Beitrag ist mal wieder sehr gut gelungen. Ich erinnere mich noch an Deinen Beitrag von vor einigen Jahren, auf den ich so gruendlich reingefallen bin, dass ich fast einen ganzen Tag lang mich dazu hier im Forum ausgelassen habe, bis mich schliesslich jemand auf den Tag aufmerksam machte :-)


    Eigentlich aber waere Dein Loesungsansatz gar nicht schlecht. Hoffen wir, dass sich was bewegt. Gestern habe ich eine Petition unterschrieben, die sich gegen die Abschiebung eines in Deutschland ausgebildeten Altenpflegehelfers wandte.


    Alles Liebe und Gute Euch allen,

    Saraswati

  • Hallo Saraswati,

    ich erinnere mich. Ich glaube es war der Artikel über die Leihprothese - da hatte ich nicht nur hier ziemlichen Wirbel mit verursacht...

    Wieder Kürzungen bei Zahnversorgung: Leihprothesen › Informationen für pflegende Angehörige

    Schön, dass Du immer mal wieder reinschaust.

    LG Heike


    PS.: Bei diesem Beitrag hat mich sogar ein Verlag angeschrieben und gefragt, ob sie den Text gegen Honorar übernehmen dürfen.

    Pflegende Angehörige werden ab 2015 tariflich entlohnt › Informationen für pflegende Angehörige

    Sie hatten von der Neuerung noch nichts gehört. :phatgrin:

  • Wow Heike, diese beiden Artikel sind auch koestlich.


    Aber der, auf den ich vor Jahren reingefallen bin, ging ueber Rollatoren / Rollstuehle auf oeffentlichen Gehwegen . . .


    Neben Deinen anderen Faehigkeiten bist Du auch eine begabte Schriftstellerin :-)


    Alles Liebe,

    Saraswati