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Tochter bleiben- Meine Mutter und ich

  • Hallo, ich bin 32 Jahre alt und seit einem Monat Tochter einer Krebskranken Mutter.

    Die Krankheit kam in unser Leben wie ein Blitz, alles änderte sich, alles von heute auf morgen.


    Meine Mutter kam ins Krankenhaus weil sie zu Hohe Zuckerwerte hatte, viel zu Hohe, ein Wunder dass sie diese überlebte.


    Wir dachten, es sei nur Diabetes... Niemand von uns dachte jemals an die böse Krankheit...

    Bis dann die Diagnose kam...


    Sie war lange im Krankenhaus und ist dadurch nicht mehr Mobil...


    Ich bin keine Pflegende Angehörige, sie hat einen ambulanten Pflegedienst,

    er kommt Morgens für 30 min und anschließen kümmert er sich um manche Angelegenheiten.


    Er ist eine große Hilfe, eine Riesenhilfe und trotzdem, ist mir alles zu Viel.

    Ich lebe mit meiner Mutter zusammen, arbeite selbstständig nebenbei und suche momentan eine Feststelle.


    Meine Mutter, ist nicht nur eine ältere kranke Frau für mich, sie ist meine Freundin, meine engste Vertraute und sie so zu sehen, wie sie nicht alleine auf Toilette gehen kann und ich sie fahren muss... Das ist einfach fürchterlich.


    Oft überspiel ich das mit blöden Witzen, aber nicht selten gehe ich in mein Zimmer und bekomme Heulanfälle.



    Ich habe eine Schwester, die hat genug zu tun mit ihren Kindern.


    Die Pflegerin wäscht meine Mutter und besorgt ihr die Hilfsmittel,

    der Rest, ist immer im Alltag verteilt.


    Ich mache sehr viel, was okay ist, aber durch ihre Krankheit und die Nebenwirkungen der Chemotherapie, kommt immer etwas neues dazu.


    Ich liebe meine Mutter, ich liebe sie unendlich und möchte sie begleiten, weil niemand weiß, wie diese Krankheit endet..

    Aber manchmal, werde ich zickig und frage mich, wo mein Leben ist...


    Ich bin umgeben von Pflegern, Ärzten und Onkologen, Fahrdiensten, Krankenkassen und Ämtern, es ist mir alles zuviel, aber in ein Pflegeheim, dass kann ich nicht zulassen.


    Sie hat Pflegestufe 3, kann nicht gehen wegen dem Muskelabbau im Krankenhaus und ruft mich wenn sie mal auf Toilette muss, damit ich den Rest nicht aus dem Stuhl sauber machen muss.


    Heute, hat sie ins Bett gemacht. Ich habe das noch nie erlebt und ja, ich finde es fürchterlich meine Mutter so zu sehen, es tut mir unglaublich weh...


    Ich möchte schreien, aber darf nicht, weil das keine gute Tochter tut.


    Ich möchte für sie da sein, aber ich merke wie ich mich verliere, wie ich schwächer und schwächer werde umso stärker die Nebenwirkungen der Krankheit und der Medikamente.


    Wenn ich einen Festjob habe, so würde es mir besser gehen denke ich mir,

    ich bin sehr oft zuhause, das belastet noch mehr.


    Als wären wir in einem Krankenhaus, es gibt keine Trennung zwischen meinem Leben und der Krankheit.


    Seitdem der Krebs in unser Leben gezogen ist, ist es nicht mehr schön zuhause...


    Trotzdem möchte ich nicht aufgeben, ich möchte es versuchen, ganz einfach, weil es meine Mutter ist und ich sie nicht einfach in ein Heim geben kann... Ich sage nicht, das es schlecht ist oder andere böse sind und ich die bessere,

    ich sage einfach, dass ich es nicht kann... Weil meine Mutter meine allerbeste Freundin ist.


    Ich freue mich hier zu sein.


    Es tat gut dass zu teilen.


    LG und bis bald

  • Guten Morgen Djamila,


    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.


    Es tut immer weh zu erleben, wenn sich geliebte Angehörige durch Alter oder/und Krankheit verändern und wir ihnen dieses Leiden nicht abnehmen können.


    Du hast ja schon kompetente Helfer an Deiner Seite, vielleicht kannst Du noch einen ambulanten Hospizdienst, der in der Regel kostenfrei ist, mit an Bord nehmen. Zum einen, zu Deiner Entlastung und zu anderen, dass Deine Mutter und Du noch einen weiteren Ansprechpartner habt, der mit dieser traurigen Situation gut umgehen kann.


    Du findest die Kontaktdaten für für Euren Lebensbereich, wenn Du ambulanter Hospizdienst, Sitzwachengruppe und den Ort und Postleitzahl eingibst, oder der Pflegedienst hat die Anschrift..


    Bekommt Deine Mutter Physiotherapie im Hausbesuch? Muskeln die eingeschlafen sind, können durch Bewegungsübungen wieder aufgebaut werden und der Hausarzt kann dies verordnen.


    Welche Krebsform hat Deine Mutter und wie viel Chemoblöcke sind noch geplant?


    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du trotz Krankheit die gemeinsame Zeit mit Deiner Mutter noch genießen und nutzen kannst und dass Ihr einen Weg findet, Euch auch in anderen Themen zu begegnen, nicht nur in der Krankheit Deiner Mutter.


    Liebe Grüssle und einen guten Austausch hier im Forum


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung

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