carekonzept pflegeberatung

Grundsatz "ambulant vor stationär"

  • Hallo liebe Mitgeplagte!


    Ich sehe schwarz für das Zurückholen meiner Ma aus der Kurzzeitpflege wieder in die liebevoll und aufwendig eingerichtete Pflegewohnung.


    Es gilt ja zurzeit noch der Grundsatz "ambulant vor stationär".
    SGB XII, §13, Abs. 1, Satz 2: "Vorrang haben ambulante Leistungen vor teilstationären und stationären Leistungen sowie teilstationäre vor stationären Leistungen."


    Das wird dann aber im selben Paragraphen wieder eingeschränkt:


    Abs. 1, Satz 3: "Der Vorrang der ambulanten Leistung gilt nicht, wenn eine Leistung für eine geeignete stationäre Einrichtung zumutbar und eine ambulante Leistung mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist."


    (Die weiteren Sätze sprechen dann wiederum von "Zumutbarkeit" - das ist aber sicher sehr schwammig, und letztlich wird es um Geld gehen.)



    Die Unterbringung im Heim im Doppelzimmer wird pflegeseitig (also ohne Behandlungspflege) ca. 3.250 EUR insgesamt kosten, Personalunterdeckung und Unterversorgung machen es möglich. ( Incl. noch ca. 786 EUR sogenannten "Investitionskosten", die dem Bewohner gar nicht zugute kommen. [ = Unterversorgung² ] )


    Die Unterbringung zu Hause wird pflegeseitig ca. 4.250 EUR kosten (ca. 3.250 EUR ambulanter Pflegedienst incl. 1.612 EUR Pflegesatz PS III, und ca. 1.000 EUR für die Wohnung/Energie/Essen/etc.).


    Diese ca. 1.000 EUR mehr, welche auch über das Sozialamt gezahlt werden müßten, sind sicherlich "unverhältnismäßige Mehrkosten". Damit hat man doch gar keine Chance, daß ambulante Pflege bezuschußt wird!?


    Und was könnte fehlende "Zumutbarkeit" der stationären Unterbringung sein? Die Heimbetreiber erzählen doch alle, daß sie die Menschen ausreichend, ja sogar "gut", versorgen. Da wird doch aus Gewohnheit und Alternativlosigkeit gelogen, daß sich die Balken biegen (die schwachen Bewohner können sich doch nicht wehren - und als Angehöriger hat man kaum eine Möglichkeit, die systembedingt gewollte Unterversorgung praktikabel nachzuweisen - und selbst falls man sie nachweist: dann wird das als "normal" und "unvermeidbar" definiert ["ist eben so" - und "wenn Ihnen das nicht paßt, können Sie die Pflege ja selber machen"]).



    Ich habe noch keinen Antrag auf Hilfe zur Pflege für die ambulante Versorgung gestellt. (Noch nicht mal der für die Kurzzeitpflege ist vollständig jetzt nach 3 Wochen.)


    Was kann ich wohl tun?



    Gruß,
    snase


    P.S. Verrückterweise denken einige Pflegedienstbetreiber, daß die ambulante Pflege doch billiger sein könnte - daher konnten die mich in der Sache auch nicht wirklich beraten - offenbar kennen die sich oft gar nicht aus (weil sie eigenen Probleme haben, oder auch die Situationen zu vielfältig sind).

  • Unerfreulich in diesem Zusammenhang folgendes Urteil:


    2. Instanz, Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, L 20 SO 15/08, 18.02.2008


    Dort geht es um einen Unterschied von ca. 520 EUR (1.213 EUR zu 1.733 EUR), bei meiner Ma wären es geschätzt 400-500 EUR zu vielleicht 1.750 EUR (evtl. noch reduzierbar durch Wohngeld [??] und erhöhte Betreuungsleistungen [208 EUR]).


    Shice, shice, shice!



    Krass insgesamt dieser Fall, aber auch wegen der Forderungen der Antragstellerin von über 7.000 EUR für die ambulante Versorgung mit selbst organisierten Pflegekräften als Arbeitgeber: Link



    Gruß, snase

    Einmal editiert, zuletzt von snase () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Guten Morgen Snase,


    und wie wäre die Kalkulation mit dem Einsatz --regulär, über eine Agentur, nicht als Schwarzarbeit---einer ausländischen Pflegekraft, die dann mit in der Wohnung Deiner Mutter ein Zimmer bewohnen würde?


    Das handhaben ja viele Familien so und es muss finanzierbar sein, da es meist keine wohlhabenden , pflegebedürftige Menschen sind.


    Nachdenkliche Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung

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