Sind Einmal-Pflegehandschuhe wasserdicht?

  • Dumme Frage, aber Grund für einen Riesen Krach hier.


    Ich benutze sie manchmal und denke, sie sind wasserdicht, obwohl man natürlich darunter schwitzt.


    Mein Vater hat eine Blase an der hand und sie heute beim Arzt ueberpflastert bekommen. Der meinte, er solle in den nächsten Tagen besser kein Geschirr spülen. Das ist eine der Hilfen, die er in unserer Pflegesituation leistet. Er gab ihm aber ein paar Pflegehandschuhe mit.


    Des Arztes Anweisung bedeutet nach mehr Arbeit für mich und ich bin schon lange ziemlich fertig. Das habe ich heute Mittag ausgedrückt. Danach gab's Krach. Ich habe mich auch daneben benommen.


    Mein Vater, nachdem er ein paar kleine Dinge gespült hat, mit Pflegehandshcuh, behauptet, der sei nicht wasserdicht. Kann das sein, oder liegt das Gefühl nur am Schwitzen?


    Jedenfalls sieht es nach schönen Tagen aus in den nächsten Tagen . . .


    Danke und alles Gute,
    Saraswati

  • Liebe Saraswati, :winke:


    die Dinger können ziemlich schnell reißen, dann kann beim Spülen Wasser über den Rand einlaufen und außerdem in der Tat, man schwitzt gut und schnell darin.


    Mit etwas Übung und weniger Wasser müsste es aber zu bekommen sein, ein paar Teilchen ab zu spülen.


    Ich ziehe diese Pflegehilfsmittel in erster Linie an, wenn ich Sanitäres reinigen muss in Pflegehäusern und wenn es all zu unhygienisch ist, auch schon mal zu allem Anderen.



    Liebe Grüssle


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Danke, liebe Brigitte, wie immer wie eine Mutter hier!


    War länger nicht da, da ich mich neben der Pflegesituation manchmal lieber mit anderem befassen wollte als mit noch mehr Pflegethema. Aber dann kommt man doch wieder, weil hier immer so viel liebevolles Verständnis und praktischer Rat gegeben wird. Danke!


    Also, dann werde ich mal schön alles spülen in den nächsten Tagen.


    Ich glaube nicht, dass bei dem Wenigen, das mein Vater heute mit dem Handschuh gemacht hat, wirklich Wasser hinein kam, und gerissen ist er auch nicht. Ich hatte auch noch vorgeschlagen, dass er noch einen anderen grossen Gummihandschuh, den wir auch haben, darüber zieht, und es wäre ja wirklich nicht für lange.


    Sorry, das Ganze war einmal wieder der letzte Tropfen, der das Fass zum Ueberlaufen gebracht hat.


    Wir hatten ja mal Hilfe durch eine Polin für einige Zeit, zwecks einer Auszeit für mich, ins Auge gefasst gehabt. Die erste sagte kurzfristig ab. Dann wurde wunderbarer Ersatz gefunden. Aber Mamas Gesamtzustand wurde in jener Zeit auf einmal schlechter, möglicherweise als Reaktion auf die mögliche Umstellung. Da haben wir abgesagt. Das war Mitte August. Später haben wir dann nochmal angefragt, inzwischen hatte sich die Dame anderweitig verpflichtet, aber vor einiger Zeit wurde uns mitgeteilt, dass eben jene wunderbare Dame evtl. ab 10. Oktober zur Verfügung stehen könnte. Hier hat sich einiges etwas verändert, alles dauert länger usw., der Arbeitstag ist länger. Wir haben gebeten, dass der Dame das mitgeteilt wird. Mag sein, dass sie in ihrer gegenwärtigen Aufgabe nicht leicht erreichbar ist. Jedenfalls haben wir noch keine Nachricht, ob sie interessiert ist. Möglicherweise wird es dann ganz schnell gehen, oder es wird auch nichts draus. Auf beides muss ich gefasst sein.


    So das ist der Hintergrund der Handschuhe. . . .


    Danke nochmals und alles Liebe und Gute,
    Saraswati

  • Guten Morgen Saraswati,


    dann hattest Du Deine Auszeit noch gar nicht, wie schade.


    Wenn Deine Mutter es steuern kann, wird sich ihr Zustand wahrscheinlich jedes Mal verschlechtern, wenn eine Änderung bevorsteht? Solche Dinge sollen vorkommen und Du musst wissen, inwieweit Du Dich darauf einlässt.


    Sollte die Helferin dann wirklich Zeit haben für Euch, nutze die Chance. Erreichbar wird sie schon irgendwie sein, ich wette, sie hat ein Handy oder Tablet.


    Liebe Grüssle und Mut zur Entscheidung


    Brigitte

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  • Danke, liebe Brigitte, und guten Morgen auch Dir!


    Nein, die Auszeit gab es noch nicht . . .


    Ich glaube nicht, dass meine Mutter es bewusst steuert, so ist sie nicht. Aber ein unbewusster Zusammenhang wird schon da sein. Ihren ersten Oberschenkelhalsbruch hatte sie vor 33 Jahren, als ich Abitur machte. Sie kam damals nicht sehr schnell wieder auf die Beine, und es stand für mich auf der Kippe, ob ich ins Studium gehen könnte. Damals hat eine sehr grossartige ältere Dame, die meine Eltern als Autorität respektierten, hier angerufen und gesagt, es käme überhaupt nicht in Frage, dass ich meine Abfahrt verzögere. Aber jetzt ist es schon anders. Es machte schon Angst, wie es meiner Mutter im August ging. Da sagte mein Vater, das könnten wir nicht verantworten, und ich war von der Situation so fertig, dass ich nicht widersprechen konnte.


    Mein Vater ist aber auf seine Weise auch so. Nach unserem Krach gestern, da ich mich über die zusätzliche Arbeit beschwerte, ist ihm heute sehr schwindlig mit erheblichen Kopfschmerzen. Das ist immer so, wenn eine Auseinandersetzung war. Ergebnis heute: Ich muss alles machen, einschliesslich der Dinge, mit denen er üblicherweise hilft. Solche Zyklen durchlaufen wir von Zeit zu Zeit. Ich müsste lernen, den Mund zu halten, aber das kann ich nicht immer.


    Die Entscheidung, dass wir die Polin für einen guten Monat engagieren wollen, ist eigentlich gefallen. Ich habe sie dem Leiter der Agentur weitergegeben, mit der Bitte, dass er es ihr mitteilt, zugleich mit der Anfrage, ob sie es auch unter den erschwerten Bedingungen machen möchte. Ich habe ihn auch erinnert, aber noch keine Antwort. Er stellt die Verbindung her. Wir haben nicht ihre Kontaktdaten.


    Nun Dir einen guten, erfüllten Tag, und weiter lieben Dank,
    Saraswati

  • Hallo Saraswati,
    wie wäre es denn mit den klassischen Gummihandschuhen? Die sind hoch genug, dass beim spülen kein wasser reinfließen kann. Außerdem ist - je nach Ausführung - das Schwitzen darin nicht so schlimm, wie in den dünnen Pflegehandschuhen.
    Viel Erfolg
    Heike


    PS.: Also ich nutze Einmalhandschuhe, wenn ich Wunden an den Händen habe, die nicht nass werden sollen / dürfen, als Schutz und es funktioniert. Allerdings schwappt schnell Wasser rein, wenn man nicht aufpasst. Habe ich nur was an einem Finger schneide ich mir einen Fingerling, den ich dann am Grundgelenk zu klebe.

  • Danke, liebe Heike, dass Du Dir die Zeit hierfür genommen hast.


    Inzwischen ist meines Vaters Finger abgeheilt.


    Hatte auch unsere Damen vom Pflegedienst gefragt. Sie sagten im Prinzip dasselbe wie Du und Brigitte. Hatte dies auch meinem Vater mitgeteilt, ihm auch die Option mit den grossen Gummihandschuhen vorgeschlagen, aber er wollte das nicht hören. Seinerseits hat er den Hausarzt gefragt, der sagte, es sei ein Irrtum, dass die Einmalhandschuhe wasserdicht seien (und er meinte wohl nicht die Möglichkeit des Hineinschwappens, was ja klar ist). Mein Vater glaubt ihm natürlich eher als Pflegerinnen oder mir.


    Letztlich ging es ihm bei der Sache wohl darum, dass ich mich voll auf seine Situation einstellen sollte. Und ich meinerseits war enttäuscht, dass meine Erschöpfung usw. dabei nicht in Betracht gezogen wurde. Es ging also um weit Grudsaetzlicheres, und das tut es oft.


    Danke, dass Ihr Da seid!!!


    Alles Gute,
    Saraswati

  • Jetzt ja egal, da Wunde verheilt, aber trotzdem:


    Es gibt Handschuhe, die einen kurzen Schaft haben, und welche, die relativ lang sind (über die Handgelenke).
    (Und dann gibt's ja auch noch verschiedene Materialien und Stärken.)


    Hier hatte ich ab und zu so dicke blaue, die reißen nicht so schnell. Die billigsten dünnen reißen dagegen recht schnell (durchaus schon beim Anziehen).



    Was die Dichtigkeit angeht, kann ich nicht wirklich was dazu sagen. Kommt sicher auf die Molekülgröße der abzuhaltenden Stoffe an, und auf die Einwirkdauer, was durchgeht.
    Gibt ja z.B. Materialien und Dichtungen, die sogar gasdicht sind, aber Bakterien oder Viren noch durchlassen könnten. Also dicht ist nicht gleich dicht, sondern es gibt immer einen Grad der Dichtigkeit.


    Und dann gibt's sicher auch produktionsbedingte mikroskopische Löcher in Handschuhen, also verschieden Qualitäten und auch Ausreißer.



    Sicher ging's in diesem Fall auch eher darum, daß die Wunde nicht massiv durchfeuchtet wird, also bißchen Spritz- und Spülschutz.
    Da wäre wohl das wichtigste, daß sie nicht so schnell reißen.



    Gruß, snase

  • Danke, Snase, für diese detaillierten Ausführungen, sicher sehr nützlich für manche, auch in Zukunft.


    Ja, man sollte sicher etwas dergleichen vorrätig haben, so wie den Regenschirm, damit es nicht regnet :-)


    Alles Gute,
    Saraswati

  • Hier findet man ein paar Infos zu Einmalhandschuhen: Wikipedia


    Zum Abwaschen benutze ich jetzt Hartmann Peha-soft Latex puderfrei (Hier Angebote: Idealo)


    Die kann man 20-50 mal wiederverwenden, und sie reißen nicht.
    Sie sollten nicht zu eng sein, damit sie beim An- und Ausziehen nicht so belastet werden. (Es gibt auch größere als S,M und L, also XL [und XS], aber nicht bei jedem Lieferanten.)


    Wichtig zum Wiederverwenden ist, daß die Hände vor dem Anziehen ganz trocken sind, sonst ist es schwieriger.
    Zum Ausziehen die einzelnen Finger an den Spitzen abziehen, und am Handgelenk immer mal wieder Luft nachlassen. Dann gehen sie gut runter, und man hat sie wiederanziehbereit abgezogen.



    snase