carekonzept pflegeberatung

Erfahrung mit der Versorgung von Inkontinenzmitteln (Pants)

  • Auf Grund der neuen Gesundheitsreform per 1.1.2009 sollen in der Zukunft nur noch Ausschreibungsgewinner versorgungsberechtigt sein. Für die Versicherten hat das zur Folge, daß sie übrwiegend auf eine wohnortnahe Versorgung in einem Fachgeschäft oder der Apotheke verzichten müssen.


    Die auch seitens der Kassen kritisierte Ausschreibungspflicht entfällt nun, zumindestens für heikle Bereiche. Ausser die Inkontinenzversorgung, die kann weiter ausgeschrieben werden.


    Das ist auch bei unserer BKK geschehen.


    Am 27.1.2008 hat die BKK uns eine Information geschickt, in der uns mitgeteilt wurde, dass ab dem 1.1.2009 die aufsaugenden Inkontinenzhilfen nur noch durch die Firma Attends GmbH geliefert werden dürfen.


    Nachdem uns die Firma Attends am 9.12.2008 mehrere Muster geschickt hatte, entschieden wir uns für PULL-ONS 5 Medium.


    Nach einer Rückfrage bei der Firma Attends vom 10.12.2008 erklärte uns ein Herr, dass wir keine Zuzahlungen zu leisten brauchten, wenn meine Frau von Zuzahlungen befreit ist.


    Am 6.1.2009 haben wir ein von unserem Neurologen ausgestelltes Rezept über eine 6monatige Versorgung an die Firma Attends geschickt, da die Bearbeitung 2-3 Wochen beim 1.Mal dauert. Bedarf hattn wir ab dem 1.2.2009


    Zum Glück hatte ich mir eine Kopie von dem Rezept gemacht, denn die Sachbearbeiterin unserer BKK sagte mir am 26.1.2009,dass
    das Rezept mit dem Begleitschreiben nicht bei der Firma Attends angekommen wäre.


    In der Zwischenzeit hatte ich 14 Telefonate mit der BKK und der Firma Attends geführt. Keiner war für uns zuständig.


    Am 27.01.2009 habe ich mich dann beim BKK Landesverband NRW in Köln über die Vorgehensweise meiner BKK beschwert.
    Ich habe erfahren, dass der BKK-Landesverband einen General-Versorgungsvertrag mit der Firma Attends abgeschlossen hat.


    Meine Beschwerde hatte sich teilweise gelohnt. Am 28.1.2009 rief mich die Sachbearbeiterin unserer BKK an und teilte mir mit,
    dass für 1 Monat unsere Apotheke die Versorgung mit MOLICARE Mobile GR3 übernehmen würde.


    Am 18.2.2009 kam dann endlich die 1.Lieferung der Firma Attends (es erfolgt nur 1-monatliche Teillieferung)


    Am 20.2.2009 (2 Tage später) kam dann kurioserweise die 2.Lieferung.


    Am 24.2.2009 kam dann ein Kostenvoranschlag der Firma Attends, den wir unterschreiben sollten. Hiernach sollten wie pro Monat
    36,97 € Aufzahlung leisten für qualitativ bessere Pens, gegenüber der Standardversorgung.


    Daraufhin habe ich meine BKK wieder angerufen und bin auch ein wenig hart im Tonfall geworden. Ich wollte einfach nicht einsehen,dass wir jetzt 1132% !!!!! mehr zahlen sollten.


    Nach Auskunft durch unsere Apotheke, würden wir in der Apotheke nur 3.-€ im Monat aufzahlen, bei gleicher Liefermenge.


    Ich also wieder unsere Sachbearbeiterin bei der BKK angerufen. Die hat sich dann nach langem Hin-und Her entschlossen mit Ihrem Vorgesetzten darüber zu sprechen.


    Ich habe ihr klar gemacht, dass wir die Mitgliedschaft bei der BKK kündigen würden, wenn die Angelegenheit nicht zu unserer Zufriedenheit abgeklärt würde.


    Am 9.3.2009 kam dann der endgültige Bescheid:


    Wir brauchen ab sofort keine Pens mehr von der Firma Attends zu nehmen. Alle zusätzlichen Kosten die aus den bereits erfolgten Lieferungen entstanden sind,werden von der BKK übernommen.
    Als zukünftiger Lieferant für die Versorgung mit Inkontinenz-Pens ist unsere Discount-Apotheke in Düren wieder zuständig.


    Es hat sich also gelohnt, hartnäckig gegenüber der Krankenkasse zu bleiben.




    spezielle Erläuterungn zur Versorgung mit Inkontinenz-Pens:


    Seit dem 1.1.2005 gibt es für Pens Festbeträge.
    Dieser liegt bei Pens Größe 2 bei 0,51 € und bei Größe 3 bei 0,69 € (BKK)


    Ich empfehle den Weg über die Einzelfallentscheidung - wie bei uns - da hier noch am ehesten was zu holen ist. Wenn die KK stur bleibt, hast du nur noch die Option, die Entscheidung anzufechten (auch gerichtlich) oder die Kasse zu wechseln.


    Am Besten ist,wenn man sich von mehreren Anbiietern Kostenvoranschläge zu MOLICARE mobile besorgt und die der KK vorlegt.


    (Wir brauchten nur das Angebot der Apotheke)


    Damit hat man seine Schuldigkeit getan, sich um preiswerte Leistungserbringer zu bemühen. Jetzt fordert man die KK auf, einen Leistungserbringer zu benennen, der das Hilfsmittel zum Festbetrag liefern kann. Kann die KK das nicht, dann besteht man am besten auf eine volle Kostenübernahme per Einzelfallentscheidung


    Ein Hilfsmittel ist übrigens nur dann zweckmäßig und wirtschaftlich, wenn es auch seine Eigenschaft erfüllen kann und genau da kann man ansetzen und sich wehren.


    Die KK ist nähmlich dazu verpflichtet, wirtschaftlich zu arbeiten.





    Matrose 11

    Thread wurde von Heike aus der Linkliste hierher verschoben.

  • ja hallo, da hast du ja echt stress gehabt.


    unsere BEK hat auch im vergangenen jahr "ausgeschrieben + gewechselt" und wir sollten dick draufbezahlen, wegen besserer qualität.


    eine bescheinigung des arztes: notwendig wegen hautproblemen - und es war gegessen + zwar friedlich ohne hick-hack. aufzahlung 0,00€.


    scheinbar hatten wir da echt glück.


    Nicht ärgern meint elisabeth :hammer: 

  • Ach je,


    immer dieser unnötige Hickhack. Habe es sowieso nie verstanden, wieso einige Kassen auf einmal so wild darauf sind, daß nur noch teure Markenprodukte an den Popo kommen sollen.


    Aber vielleicht kann es mir irgendwann mal Irgendwer erklären.



    Liebe Grüße und Glückwunsch Euch Beiden



    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung



    TUT2008.jpg

  • Dieses Thema enthält 5 weitere Beiträge die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registrieren Sie sich oder melden Sie sich an um diese lesen zu können.