Die Tricks der Krankenkassen

  • In der Sendung Panorama vom 10.06.2014 wird uns mal wieder vor Augen geführt, wie die Krankenkassen auf Kosten ihrer Versicherten Kosten einsparen.
    Und wenn der MDK "falsch" entscheidet, dann wird eben ein weiterer Gutachter eingeschaltet - bis die Empfehlung kostengünstig ist. Es geht schon lange nicht mehr darum, dass die Krankenkassen ihren Kunden (also uns!) gute und hilfreiche Leistungen gewähren. Aber schaut selbst:


    Sparen am Patienten: Trick der Krankenkassen | NDR.de - Fernsehen - Sendungen A-Z - Panorama 3


    :hut:

  • Ohja, das kann grausam sein. X(


    Diese Sendung habe ich mir zweimal angesehen um es einmal glauben zu können.


    Ich finde es so grausam, dass wir immer wieder auch noch legal so hinters Licht geführt werden von Stellen :chainsaw: , die eigentlich für uns und nicht gegen uns arbeiten sollten.


    Auch bei Behörden finden klare gesetzliche Grundlagen keine Beachtung und teilweise bei den Sozialgerichten auch nicht. Ich wünsche ja eigentlich Niemandem etwas Negatives, aber in solchen Fällen hoffe ich, dass es spürbare Retourkutschen gibt für die Leute, die diesen Mist verzapfen.


    Verärgerte Grüssl


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung Sternenkind seit 9.5.2020

  • Die GKV ist ja schließlich auch eine der absurdesten Fehlkonstruktionen, die man sich vorstellen kann.


    Das fängt schon bei der Risikostreuung an (Daran erkennt man, das die GKV eigentlich gark eine Versicherung ist)


    Die Beiträge und und Regelungen sind für Gutverdiener und Selbsständige abschrecken schlecht.


    Bei einer Versorgung wie im Beitrag ist die GKV unverhältnismäßig teuer und - was viele nicht wissen - mit absurden Regelungen gesegnet.
    Beispiel: Wenn alles Rund läuft, zahlt ein Selbständiger immer den Höchstbetrag. Stellt sich aber beim Jahresabschluss heraus das Einkommen war aus irgend ein dumm gelaufenes Geschäft mal Null war, sinkt nicht etwa der Beitrag - nein, es gilt das weg ist weg Prinzip. Nachfordern ist im Gegenzug aber kein problem.


    Zusammen mit den hohen Beiträgen und den lausigen Leistungen bleibt kaum ein junger Selbständiger in der GKV - (geringes Risiko, selten krank..)
    Opa, Oma, Chronisch kranke oder Familien mit 10 Kindern landen aber magisch immer bei der GKV.....



    Das ist der erste Geburtsfeler... der 2.:



    Dann die Frage ob es für eine gesetzlich geregelte Veranstaltung mit gleichen Preisen und im Wesentlichen gleichen Leistungen unzählige Gesellschaften braucht.
    Die Antwort ist grundsätzlich nein. Jede Bank, jede Versicherung, jedes Industrieunternehmen kann im EDV-Zeitalter Verwaltung durch schiere Größe vereinfachen bzw. Optimieren. Bloß bei der GKV brauchts 200 Vorstände......


    Das Dritte - die Überregulierung des (Hilfsmittel)marktes---



    Beispiel meine Treppensteiger... warum kann sowas 250,-e Miete im Monat kosten? Gäbe es da einen halbwegs offenen Markt würd ich mir 10 Stück Kaufen 8 Davon für nur 200,- Vermieten und 2 in Reserve halten... käme eine top Rendite raus und eine Art Wettbewerb wär im gange... da käme der nächste mit mehr Kapital und wir wären schon bei 150,- usw...


    Um runter bis auf eine Anlagerendite von 2,5 % zu kommen ist da dann immernoch viiiel Luft drin.


    Es gibt aber sicher da wieder eine Regelung, die irgendeinen Mummenschanz vorschreibt um das Geschäft da zu belassen, wo die 250,- fällig sind. Sei es ein Verorndnug von 1933... oder 1800 Tobak



    Zu Arzeneimittel .... neeee, das lassen wir mal :hut:

  • Hallo Toemmel,

    Stellt sich aber beim Jahresabschluss heraus das Einkommen war aus irgend ein dumm gelaufenes Geschäft mal Null war, sinkt nicht etwa der Beitrag - nein, es gilt das weg ist weg Prinzip.

    Die Beiträge werden sozusagen "nachträglich" gezahlt. Das heißt, im auf das schlechte Jahr folgende Jahr muss man entsprechend geringere Beiträge zahlen.
    Ist das Geschäft wieder besser, muss man im darauffolgenden Jahr wieder mehr Beitrag zahlen. Immer unabhängig vom aktuellen Umsatz. Deshalb ist es für Selbstständige auch so wichtig, immer ausreichend Rücklagen zu bilden und nicht alle Einnahmen zu verjubeln. ;-)
    Nachforderungen gibt es nur bei Falschberechnungen oder Falschangaben
    oder wenn man Angestellte hat und da was schief gelaufen ist.


    Viele Grüße
    Heike


    PS.: Das Finanzamt ist da härter: gutes Geschäft = hohe Vorausszahlungen, auch wenn man weniger umsetzt.

  • ...kenn ich anders herum: Das Finanzamt passt auf Antrag einigermaßen entspannt die Vorauszahlungen an, wenn man das einigermaßen begründet...
    Bei der Krankenkasse (hab ich zwar noch nie probiert) scheitert das aber schon daran, dass die einen Einkommensnachweis (Steuerbescheid) haben wollen - den gibt's aber erst viel später....


    Ausserdem: § 240, Absatz 4, Satz 3 SGB V in dem langen Bandsatz:


    Quote

    Veränderungen der Beitragsbemessung auf Grund eines vom Versicherten geführten Nachweises nach Satz 2 können nur zum ersten Tag des auf die Vorlage dieses Nachweises folgenden Monats wirksam werden.


    Darauf berufen sie sich - sind wohl aber auch schon vor gerichten damit gescheitert...

  • Guten Morgen,


    ja, mit meiner alten Krankenkasse mußte/habe ich mich auch ellenlang gestritten. Auf ein sehr gutes Jahr (lt. Steuerbescheid - also eh schon das Jahr vor dem aktuellen Jahr) folgte im 2. Jahr ein riesengroßer Einbruch, da ich mich um die Pflege meiner Mutter gekümmert habe. Das war der Krankenkasse absolut nicht zu vermitteln.
    Es nützte überhaupt nichts, dass ich anbot, meine vierteljährlichen (allein der Zeitraum zeigt schon, dass die Einnahmen nicht hoch waren) Umsatzsteuervorauszahlungen auch an die KV zu übermitteln. Sie bestanden darauf, die Berechnung auf den "alten" Steuerbescheid zu begründen. Wenn sich etwas geändert hätte, könnte ich ja einen neuen schicken.


    Das Finanzamt hat auf Antrag meiner Steuerberaterin die Umsatzsteuervorauszahlungen dann ´nicht einmal mehr vierteljährlich verlangt. Wurden für das Jahr (und natürlich jetzt auch noch) nur einmal jährlich erwartet.
    Die Einkommensteuervorauszahlungen wurden für das laufende Jahr sogar auf "0" gesetzt.


    Hätte das Finanzamt genau wie die KV auf den Vorauszahlungen für das besonders gute Einkommenjahr bestanden, hätte ich wohl Insolvenz anmelden müssen. :denk:


    Inzwischen habe ich die Krankenkasse gewechselt.


    Wünsche Euch allen hier noch einen schönen sonnigen Donnerstag
    Ute

  • PS.: Das Finanzamt ist da härter: gutes Geschäft = hohe Vorausszahlungen, auch wenn man weniger umsetzt.


    Na ja, ist aber dennoch gerechter weil:


    Wenn sich herausstellt, dass man ein besseres Geschäft gemacht hat, als bisher angenommen und dafür vorausbezahlt hat, muss man nachbezahlen und künftig mehr vorausbezahlen. Geht das Geschäft dann wieder schlechter, gibt es eine Rückzahlung der zuviel gezahlten Vorauszahlung

  • Nun ja, also unser Finanzamt lässt bei den Vorauszahlungen nicht mit sich reden. Hatte das Problem vor Jahren und meine Steuerberaterin hat sich bei denen die Zähne ausgebissen.


    Bombadil: Wenn ich trotz geringerem Einkommen hohe Vorauszahlungen zahlen muss, dann ist das nicht nur, nicht gerecht, dann kann das in die Insolvenz führen.
    Außerdem: ich gebe dem Finanzamt so unfreiwillig einen zinslosen Kredit - das dann auch noch von Geld, das ich womöglich nicht habe.... Da nutzt die Rückzahlung, die oft erst im Sommer des darauffolgenden Jahres kommt, nicht viel.
    Viele Grüße
    Heike

  • Wenn ich trotz geringerem Einkommen hohe Vorauszahlungen zahlen muss, dann ist das nicht nur, nicht gerecht, dann kann das in die Insolvenz führen.


    Das sind seltene Extremfälle, bei denen man entweder im Vorjahr so viel verdient hat, dass man auch dran denken muss, was zurückzulegen und nicht gleich alles auf den Kopf gehauen wird, oder das Geschäft bricht (auch bei normalen Vorauszahlungen) auf so gut wie keine Einnahmen ein, dann ist man auch ohne Vorauszahlungen Insolvenzgefährdet. Hierfür gibt es auch noch das Mittel der Stundung.


    Zudem ist bei mir grade ganz akutell die Vorauszahlung auf null angepasst worden (ok, die VZ fürs 1. Quartal bleibt bei denen und wird wohl auch fürs ganze Jahr mehr als ausreichen), mein Steuerberater (mein erster im Leben, weil ich das selber kann und gelernt habe aber die Familiäre Situation mir keine Zeit und Kraft lässt) hat das problemlos durchbekommen.