Anam_Cara: Mutter mit Pflegestufe 1, überlegt wieder zu den Eltern zu ziehen

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  • Anam_Cara: Mutter mit Pflegestufe 1, überlegt wieder zu den Eltern zu ziehen

    Liebe Alle,

    ich bin 43 Jahre alt, verheiratet, derzeit voll berufstätig und die jüngste Tochter in unserer Familie (ich habe noch eine Schwester und einen Bruder, 10 und 13 Jahre älter). Wir alle haben keine eigenen Kinder.

    Mein Vater ist 82 Jahre alt und seinem Alter entsprechend noch einigermaßen fit (Aussage der Ärzte). Er hatte vor 14 Jahren eine 4-fache Bypass-OP und muss seit dieser Zeit entsprechende Medikamente nehmen. In den letzten 14 Jahren hatte er diverse andere OPs (Prostata, Spinalkanal, etc.) welche er nach einiger Zeit immer wieder gut überstanden hat.

    Meine Mutter wurde im letzten Jahr 80, hat mittlerweile schon die 2. künstliche Hüfte (rechts) eingesetzt bekommen, ist übergewichtig, schwer osteoporosekrank, hat chronisches Bronchialasthma, muss ständig Stützstrümpfe tragen da Thrombosegefahr besteht und der gesamte Bewegungsapparat (Wirbelsäule, Hüfte, Arme, Schultern, Beine) ist stark deformiert und abgenutzt, so dass sie sich nur noch mit Hilfe eines Rollators (oder Gehhilfen) fortbewegen kann und dies auch nur mit mehrmaligen (Sitz-)Pausen. Sie hat seit 2 Jahren Pflegestufe 1 - Pflegeperson ist mein Vater - und seit diesem Jahr auch eine amtlich festgestellte Schwerbehinderung von 80% mit Ausweis!

    Meine Eltern wohnen beide noch in ihrem eigenen Haus, meinem Elternhaus, und wollen (und sollen!) dort auch noch bleiben so lange wie es irgendwie möglich ist. Bei beiden sind keine Anzeichen einer Demenz- oder Alzheimer-Erkrankung festzustellen!

    Um eine gewisse Selbstständigkeit meiner Eltern zuhause weiterhin sicherzustellen, werden demnächst einige Umbauarbeiten notwendig, die von meinem Mann und mir vorgenommen werden sollen. Mein Elternhaus ist ein normales EFH, in den 60er erbaut und mit Keller, EG und OG und Treppen versehen. Meine Eltern sollen nun ihren Wohnbereich komplett im EG erhalten. Im Zuge dessen hat meine Mutter von ihrem Orthopäden ein Pflegebett verschrieben bekommen.

    Mein Mann und ich sind diejenigen, die sich in diesem Bereich um alles kümmern, egal ob Arbeiten im/am Haus/Garten oder die Kommunikation mit Ämtern, Behörden, Krankenkassen etc. sobald Formulare ausgefüllt bzw. Telefonate geführt werden müssen. Meine Geschwister sind zum Teil selbst nicht in der Lage Hilfestellung zu geben (eigene köperliche Behinderung) und zum Teil besteht hier auch nicht der Wunsch "pflegend" zu unterstützen.....

    Langfristig wird mein Vater alleine voraussichtlich die Betreuung/Pflege meiner Mutter nicht mehr übernehmen können - die Ruhepausen die er selbst benötigt werden immer größer und seine Belastungsgrenze niedriger, was in diesem Alter normal ist.

    Um weiterhin den Verbleib meiner Eltern in ihrem Haus abzusichern, überlegen mein Mann und ich langfristig wieder in das Haus meiner Eltern mit einzuziehen (wir haben dort schon einmal gewohnt, am Anfang unserer Beziehung). Hier müssen wir ebenfalls entscheiden, ob ich weiterhin voll berufstätig bin bzw. wie lange das möglich sein wird oder ob ich so dann nur noch Teilzeit bzw. vorübergehend gar nicht mehr arbeiten gehen kann und vorallem, wie meine soziale Absicherung dann aussehen könnte.

    Ich habe mich hier in diesem Forum angemeldet weil ich die Hoffnung habe, hier Menschen zu treffen die in ähnlichen Situationen leben, ähnliche Entscheidungen treffen müssen (oder getroffen haben) und die mir evtl. bei zukünftigen Fragestellungen behilflich sein können.

    Herzlichen Dank schon mal im Voraus an alle diejenigen, deren Hilfe ich hier evtl. erhalte! :)

    Viele Grüße

    Anam_Cara :)


  • Hallo Anam Cara,
    herzlich willkommen in unserer Gemeinschaft von pflegenden Angehörigen und professionell Pflegenden. Ich hoffe, Du wirst hier eine hilfreiche und auch schöne Zeit mit guten und anregenden Diskussionen verbringen.

    Informationen, welche Funktionen Dir im Forum zur Verfügung stehen und wie Du diese nutzen kannst findest Du in der Hilfe. Wenn Du darüber hinaus Fragen hast, stelle diese bitte im Forum „Fragen zum Forum“. Unter dem folgenden Link findest du zudem ein Verzeichnis individueller Hilfetexte zu wichtigen Funktionen im Forum: Wie geht was im Forum?.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg im Forum.
    Viele Grüße
    Heike
  • Guten Abend Anam Cara,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Sicher wird es in der Zukunft Zeit brauchen, um Deine Eltern Vollzeit zu begleiten und zu versorgen/pflegen.

    Das wäre natürlich auch durch externe Hilfsdienste/Personen möglich. Vielleicht ist es sinnvoll, wenn Ihr Kontakt zu einem Pflegestützpunkt in der Nähe aufnehmt um zu besprechen, welche regionalen Möglichkeiten es für Euch gibt.

    Vollzeit berufstätig und dann noch alles alleine für die Eltern zu managen ist sicherlich sehr kräftezehrend. Auch müsst Ihr Auszeiten nehmen können, um Euch zu erholen .

    Ich hoffe, Ihr findet die passenden Lösungen und genügend Helfer zum Renovieren und für den Umzug.

    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung