Wie der Hypochonder tickt

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  • Wie der Hypochonder tickt

    "Fünf bis zehn Prozent aller Menschen sind "eingebildete Kranke" - Jedes Zipperlein scheint Vorbote eines schweren Leidens.
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    Was auf den ersten Blick komisch oder ärgerlich anmuten mag, ist ein ernsthaftes Problem: Der Mann simuliert seine Beschwerden nicht, er hat sie tatsächlich. Und er hat massive Ängste. Doch sind seine Beschwerden nicht lebensgefährlich, und jeder Gesunde würde sie als das werten, was sie sind: belanglose Symptome, die jeder mal hat.
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    Hypochondrie gehört zu den sogenannten somatoformen Störungen - körperlichen Beschwerden ohne ausreichende organische Ursachen. Anfällig sind Menschen mit verschärfter Wahrnehmung und besonderer Wachsamkeit für den eigenen Körper, erläutert Gärtner.
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    Wenn Betroffene in psychotherapeutische Behandlung kommen, ist ihnen oft die Bestätigung wichtig, dass sie "nicht verrückt" sind, sagt Gärtner. Denn sie empfinden ihre Krankheitsangst selbst als sehr belastend, ergänzt Gropalis: "Der normale Krankheitsängstliche schämt sich eigentlich für seine Probleme." Auch das ist ein Grund, warum er mehrere verschiedene Ärzte aufsucht.

    Doch bis Betroffene die richtige Therapie bekommen, vergehen oft bis zu zehn Jahre. Sie haben häufig eine Odyssee an Arztbesuchen und mitunter schmerzhafter Diagnoseverfahren hinter sich. Um ihre Ängste besser bewältigen zu können, müssen sie zunächst erkannt haben, dass es sich um eine psychische Störung handelt. "Wir stellen das rein somatische Konzept infrage", sagt Gärtner. "Sie sind krank, aber anders, als sie denken." Es geht also um die Frage, wie sich körperliche Symptome noch erklären lassen außer durch eine lebensbedrohliche organische Ursache. Behandelt wird die Störung mit einer kognitiven Verhaltenstherapie.
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    Quelle: Nachrichten und aktuelle Informationen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur- DIE WELT