alissa67 - Pflege von alkoholkranker, epilepsie anfälliger Schwiegermutter mit Pflegestufe II

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  • alissa67 - Pflege von alkoholkranker, epilepsie anfälliger Schwiegermutter mit Pflegestufe II

    Hallo zusammen,

    meine Schwiegermutter wohnt bei uns im Haus, in der unteren Etage.
    Bis August 09 hat sie sich, bis auf Einkäufe und Arztbesuche ( geht am Rollator), selber versorgt.
    Einkäufe wurden von uns erledigt, ausser Alkohol. Denn hat sie sich durch ihre Fusspflege, Friseurin, Nachbarin usw. mitbringen lassen.
    Wir haben nur immer die leeren Flaschen gefunden
    X(
    Egal wie oft wir die Personen angesprochen haben, die haben das ignoriert.

    Dann ging es Bergab, eine Unterleibstotal-OP, mit folgendem Schlaganfall, Intensivstation für eine Woche. Dann sah es nach Besserung aus, für drei Tage. Ein epileptischer Krampfanfall, mit weiterem Schlaganfall.
    In der ersten Oktoberwoche konnten wir sie wieder mit nach Hause nehmen.
    Pflegestufe II haben wir ohne Probleme bekommen und einen Umbau für das Badezimmer.

    Heute kommt der Pflegedienst dreimal die Woche zum duschen. Den Rest haben wir übenommen.
    So langsam bezweifel ich aber, dass meine Entscheidung, sie zu pflegen richtig war.

    Schwiegermutter ist aggressiv, lügt sich ihre Welt zurecht und beschimpft uns am laufenden Band.
    Sie darf ja nichts mehr... ist ihr Standardsatz.
    Weil wir :
    ...ihre Medikamente verwalten ( die Einnahme muss kontrolliert werden)
    ...allen verboten haben, sie mit Alkohol zu versorgen
    ...regelmäßige Arztbesuche machen
    ...ihr Essen kochen ( es hat zweimal bei ihr gebrannt in der Küche)
    ...ihre alte Putzfrau entlassen haben, die trotz allem weiterhin Wodka hier angeschleppt hat
    ...und doppelte Stunden abgerechnet hat.
    ...ihre Wäsche waschen und bei ihr aufräumen und putzen
    ... auf ihre Körperhygiene achten ( freiwillig wäscht sie sich nicht und wechselt nicht die Wäsche)

    Ansonsten lassen wir sie schalten und walten.

    Sie ruft alte Bekannte und ihre Kinder an, erzählt, wir sperren sie ein, zwingen sie ins Bett zu gehen, verbieten ihr Besuch zu erhalten usw.
    Alle wissen das es nicht so ist, trotzdem nervt es, wenn wieder Anrufe oder Besucher kommen und erzählen... deine Schwiegermutter hat....

    Sie hat ausser meinem Mann noch weitere vier Kinder, alle wohnen in der Nähe aber keiner kommt freiwillig her.
    Aber die sind ja alle so lieb und nett und wir die bösen.

    Warum ich hier schreibe... weil ich nicht weiß, ob ich sie weiter pflegen möchte.
    Heute hat sie mit Absicht ihren Wäschekorb mit Kot vollgeschmiert und mich blind reinfassen lassen.
    Ihr Komentar - soviel bist du wert
    :cry:

    Solche Sachen passieren immer wieder, aber am schlimmsten ist für mich, dass sie mich fast nur noch anschreit. Egal wie ruhig ich bleibe, ich bekomme keinen normalen Ton von ihr.
    Ich habe für diese Pflege meinen heissgeliebten Job aufgegeben... ob das richtig war... so langsam bezweifel ich das.

    So, nun habe ich erstmal genug gejammert... wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, nur her damit
    :by:
  • RE: Pflege von alkoholkranker, epilepsie anfälliger Schwiegermutter mit Pflegestufe II

    Hallo Alissa,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum!

    Du triffst bei uns auf eine Truppe aktiv, ehemals und professionell Pflegender. Da gibt es immer ein offenes Ohr - für Fragen, aber auch, wenn einfach mal "Jammern" angesagt ist. Denn auch das MUß sein und hilft oft schon, die eigenen Gedanken wieder etwas zu ordnen.

    Bei Fragen zur Technik des Forums schau bitte hier: Wie geht was im Forum ? - Übersicht , oder frag einfach mich oder ein anderes Mitglied des Teams.

    Dass du nach der heutigen Episode mit dem Wäschekorb ein Ventil gebraucht hast, kann ich gut nachvollziehen.
    Einen "zwangstrockenen" Alkoholiker zu pflegen ist eine Aufgabe, die man als liebender Angehöriger eigentlich gar nicht tun kann, denn man wird unweigerlich Hass auf sich ziehen. Sucht ist eine teuflische Sache.
    Ich kann sehr gut verstehen, dass du jetzt an deiner Entscheidung zweifelst, und natürlich kann ich dir nicht sagen, ob deine Zweifel nicht berechtigt sind. Vermutlich wirst du von deiner Schwiegermutter keine freundlichen Worte mehr zu hören bekommen, der Lohn für deine Arbeit wird wohl nur das gute Gefühl sein, für sie das getan zu haben, was du dir auch für dich wünschen würdest. Ich hoffe, dass du wenigstens in deinem Umfeld Dank und Respekt erfährst.
    Du mußt dir darüber klar werden, ob dir das reicht und ob du - vielleicht noch viele Jahre - so weitermachen willst und kannst. Deine Schwägerinnen und Schwäger scheinen ja ganz zufrieden ihr eigenes Leben zu leben, ich habe das Gefühl, dass du von dort kein Verständnis für deine "Bauchschmerzen" erwarten kannst.
    Habt ihr denn bereits über ein Pflegeheim als Alternative nachgedacht ? Manchmal ist eine Pflege zuhause aus den verschiedensten Gründen eben nicht durchführbar. Um zu sehen, ob ein Weg gangbar ist, muß man eben erst ein Stück darauf gegangen sein...
    Eine Heimunterbringung könnte meiner Ansicht nach auch die Perspektive bieten, in den Augen deiner Schwiegermutter nicht mehr "die Bösen" zu sein. Denn dann wäre es ja das Pflegepersonal, dass wegen des Alkohols Obacht geben müßte. Wie sieht dein Mann eigentlich die ganze Situation ? Er erlebt es ja mit und sieht, wie es dich belastet.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch bei uns und hoffe, dass wir dir in irgendeiner Weise helfen können.

    Viele Grüße,
    suse

    PS: wir machen eine Umfrage unter unseren Mitgliedern:
    Wo kommt Ihr eigentlich her oder wie habt Ihr uns gefunden?.
    Es wäre schön, wenn du dabei mitmachen würdest, ein Klick reicht. ;)
  • Hallo Alissa,
    auch von mir ein herzliches Willkommen im Elternpflegeforum. Ich hoffe, Dur wirst Dich hier wohlfühlen. Platz zum "Dampf ablassen" gibt es hier jedenfalls genug.
    Bezüglich Deiner Situation gebe ich Suse damit:

    Suse schrieb:

    Einen "zwangstrockenen" Alkoholiker zu pflegen ist eine Aufgabe, die man als liebender Angehöriger eigentlich gar nicht tun kann, denn man wird unweigerlich Hass auf sich ziehen. Sucht ist eine teuflische Sache.
    Recht. Hinzu kommt, dass die Schlaganfälle die Persönichkeit auch noch einmal verändern können. Ganz zu schweigen von der neuen Situation, auf Hilfe angewiesen zu sein.... Das kann einen Menschen ganz sicher unausstehlich machen. ;)

    Was hast Du denn beruflich gemacht? Kannst Du denn einfach wieder zurück in Deinen Job, z. B. weil Du erst einmal Pflegezeit genommen hast?
    Nun, ich bin gespannt auf Deine Fragen und Erfahrungen.
    Viele Grüße
    Heike
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