carekonzept pflegeberatung

Kürzer arbeiten - länger pflegen

  • Wie denkt Ihr über den Vorschlag von Familienministerin Schröder, dass Angehörige eine 2-jährige Pflegezeit in Anspruch nehmen können?
    Während dieser Zeit sollen sie 50% arbeiten, aber 75% Lohn erhalten. In den 2 folgenden Jahren sollen sie dann wieder 100% arbeiten und 75% Lohn bekommen.

  • Hallo Flora!
    Du schreibst

    Zitat

    Während dieser Zeit sollen sie 50% arbeiten, aber 75% Lohn erhalten. In den 2 folgenden Jahren sollen sie dann wieder 100% arbeiten und 75% Lohn bekommen.


    In dem Link ist aber die Pflegezeit und die danach folgende 100% -Arbeitszeit nicht auf je 2 Jahre begrenzt, sondern die 100 % Arbeit soll solange laufen, bis die während der Pflege gezahlten 75 % Gehalt aus 50% Arbeit wieder erarbeitet sind.


    zunächst mal ist das keine so schlechte Idee, es steckt aber ein Haken dahinter
    Würde der Vorschlag aber wie in deinem Beitrag beschrieben auf 2 Jahre + 2 Jahre hin ausgearbeitet, hätte ich schon ein Problem:
    Ich pflege meine Tochter nun schon einige Jahre. Gehe ich davon aus, dass ich wieder Vollzeit arbeiten MUSS, wenn sie ihre eigene Wege geht, weiß ich nicht, ob ich das dann noch möchte.
    Ich arbeite momentan 75% und muss sagen, das ist mir genug.


    Wenn ich mir vorstelle, welche Arbeit mit schwerst-mehrfach-behinderten Kindern meine Bekannten und Freunde leisten - wenn die aus der Pflege raus sind, sind die bestimmt auch körperlich nicht mehr so belastbar und haben es meines Erachtens auch verdient, mal nicht laufend mehr als 150% geben zu müssen.
    Und bei Pflegestufe III+Härtefall-Regel ließe sich auch eine 50%-Arbeit nur schwer umzusetzen. Bei Pflegestufe III wird ja schon voraus gesetzt, dass nachts gearbeitet / gepflegt werden muss - da soll man dann noch tagsüber einem Beruf nachgehen?


    Generell bleibt die finanzielle Lösung auf dem Pflegenden Schultern hängen - eine echter Arbeitslohn stellt ja das Pflegegeld dann immer noch nicht dar.Und damit ist die gesellschaftliche Anerkennung immer noch nicht angebahnt.


    Viele Grüße
    Silke

  • Hallo Flora,
    ich denke, es ist schon mal ein Vorstoß in eine bessere Richtung. Allerdings finde ich, bei dem, was wir Steuerzahler alles mitbezahlen (müssen) wäre ich gerne bereit, als Steuerzahlerin für die 25 % aufzukommen. Wenn pflegende Angehörige ihre "Pfleglinge" ins Heim geben würden, wäre die finanzielle Belastung aus Steuergeldern (Sozialhilfe) sicher höher, als 25 % eines "Durchschnittsgehaltes".
    Viele Grüße
    Heike

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