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Hallo, wie schön dass ich euch gefunden habe! Ich pflege meine 88jährige Mutter

  • Hallo,


    ich heiße Andrea, bin 53 Jahre alt und pflege, wie bereits im Titel schon erwähnt, meine 88-jährige Mutter mit Pflegegrad 4.


    Ich "kümmere" mich schon seit 11 Jahren um meine Mutter, die seit vielen Jahren starke Arthrose, Gicht und Osteoporose hat.
    Im Lauf der Jahre wurde aus kümmern in kleinen Schritten immer mehr pflegen. Wir haben und hatten immer unsere Reibungspunkte, haben uns aber gut aufeinander eingespielt.
    Da ich in den vergangenen zwei Jahren insgesamt drei Mal Oma geworden bin und auch für meine Töchter und Enkel da sein wollte und meine Mutter immer weniger alleine unternehmen
    und unter Leute gehen konnte und ich darüber hinaus das Gefühl hatte, dass sie einfach auch andere Gesprächspartner als nur mich und die anderen Familienmitglieder braucht ( man
    redet ja irgendwie doch nur immer über das Gleiche), habe ich sie in einer Tagespflege-Einrichtung angemeldet und seit einem Jahr geht sie da nun drei Tage in der Woche hin.


    Das heißt bzw. hieß bisher, ich bin morgens gekommen, habe ihr beim waschen und anziehen geholfen, mit ihr auf den Bus gewartet und war nachmittags wieder da, wenn sie wieder
    nach Hause gebracht wurde, hab dann mit ihr zusammen Abend gegessen, hab ihr beim frisch machen und umziehen geholfen, sie hat dann noch ein wenig fern gesehen und ist dann
    ins Bett gegangen. An den beiden Tagen, an denen sie ganz zuhause war, war ich von morgens bis mittags da, dann hat sie ihr Schläfchen gemacht und ich bin abends wieder gekommen.
    Das war gut so, wie es war und könnte von mir aus auch noch jahrelang so weiter gehen, aaaaaaber .....


    ... in den letzten Monaten wurde die bereits vorher schon leichte Demenz meiner Mutter immer schlimmer und es steht außer Frage, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann.
    Und damit hat meine Verzweiflung begonnen.


    Da ich früher bereits mehrfach ehrenamtliche gesetzliche Betreuung für Senioren ohne Angehörige, die in Heimen gelebt haben, übernommen hatte, hatte ich mir geschworen, dass meine Mutter
    niemals in ein Heim gehen muss.


    Da wir aber mit unserem Sohn (noch in Ausbildung) in einer Mietwohnung leben und er noch nicht ausziehen will und kann, können wir meine Mutter nicht zu uns nehmen, also bleibt letzendlich
    nur ein Heim. Und dieser Gedanke macht mich ganz fertig.


    Ich erhoffe mir, dass ich hier neue Anregungen, Tipps und vielleicht auch Erfahrungsberichte von euch bekommen kann, wie ihr mit einer solchen Situation umgegangen seid oder
    vielleicht hat ja der eine oder andere noch eine Idee, was es sonst noch für Möglichkeiten gibt. Ich muss aber leider dazu sagen, dass weder meine Mutter über viel Geld verfügt, mein
    Mann auch kein Großverdiener ist und ich zur Pflege meiner Mutter freigestellt bin.


    Jetzt warte ich erst mal auf eure Antworten.


    Liebe Grüße


    Andrea

  • Hallo Andrea,


    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.


    Eniges fällt mit spontan ein für Deine Mutter Pflege.


    Vielleicht ist es möglich, mit allen Angehörigen, Freunden , netten Nachbarn, Seniorenbesuchsdienste, organisierter Nachbarschaftshilfe und Pflegedienst einen quasi Dienstplan für 24 Std. zu erstellen, sodass durchgängig immer Jemand bei der Seniorchefin verweilt und auch immer Jemand in ihrer Wohnung schläft .


    Ihr könntet vielleicht nach einer größeren Wohnung schauen und ein Zimmer mehr kalkulieren?


    Unter Umständen wäre, mit Unterstützung des Sozialamtes ( einfach mal einen Antrag stellen) eine reguläre 24 Std. Kraft finanzierbar?


    Bin schon gespannt, was den anderen Usern noch so einfällt.


    Ich denke schon, dass sich eine praktikable Möglichkeit erarbeiten lässt für Euch


    Liebe Grüssle aus BW


    Brigitte

    geb20.gifNimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr


    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung



    TUT2008.jpg

  • Hallo Andrea,


    herzlich Willkommen hier im Forum.


    Ähnliche Fragen mussten wir uns vor ein paar Jahren auch stellen. Mein Vater ist seit 2003 dement. Eine sehr schleichende Form. Dazu aufgrund von Gehirnwasserüberdruck eine starke Inkontinenz.


    Meine Mutter hat die Mutter von meinem Vater, sowie ihre eigenen Eltern nacheinander gepflegt. Zum Schluss zeitgleich meinen Vater. Als nur noch mein Vater übrig war, wurde sie selber schwer krank. Hat Krebs, eine extrem seltene Lebererkrankung, mehrere Bandscheibenvorfälle, ist krankhafter Bluter, um nur einiges zu nennen.
    Sie hatte nicht mehr die Kraft Tag und Nacht für meinen Vater da zu sein und mehrfach nachts ihn trocken anzuziehen und sein Bett zu beziehen.


    Mein Vater ging dann auch tageweise in die Tagespflege. Auf Grund des weiten Anfahrtsweges kam er da ständig nass an, was ihm sehr peinlich war.
    Wir haben uns dann auch fürs Pflegeheim entschieden, denn auch wenn wir es gewollt hätten wär eine Pflege bei uns nicht möglich gewesen. Wir sind beide berufstätig mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und wohnen in einer Dienstwohnung. Wir hätten weder den Platz noch die Möglichkeiten gehabt meinen Vater aufzunehmen und zu pflegen.


    Für meine Mutter war es ganz schwer damit klar zu kommen, dass sie in ihren Augen "versagt" hat. Sie hat alle gepflegt, nur ihren eigenen Mann nicht.
    Heute sagt sie, dass es so richtig ist. Sie kann so die Besuche bei meinem Vater viel intensiver nutzen.


    Für uns war es die beste Entscheidung. Wir wissen, dass er dort gut aufgehoben ist.



    Liebe Grüße Ines

    Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie andere mich haben wollen.

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