Anely stellt sich vor

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    • Pflegeverweigerung

      Hallo zusammen,
      wir haben meine Mutter vor 4 Jahren zu uns geholt, weil wir bemerkt haben, dass sie ihre Wohnung nicht mehr allein unterhalten kann. Damals war sie aber körperlich und geistig einigermaßen fit. Im Laufe der folgenden Jahre nahmen alle Fähigkeiten langsam ab, was erstmals darin gipfelte, dass sie ihr Zimmer nicht mehr gelüftet hat und wir uns dann Zugang verschafft haben, nachdem es extrem modrig roch und wir ihre Bettstatt zerlegt haben bzw. von der Wand gezogen haben. Peinlicherweise much ich sagen, dass es dort eben anfing zu schimmeln. Vielleicht denken jetzt einige, meine Güte, warum hat sie sich denn nicht gekümmert. Dazu muss ich allerdings sagen, dass meien Mutter zu dieser Zeit geistig keinen verwirrten Eindruck machte und wir einfach nicht mit solch einer Entwicklung gerechnet haben.

      Also haben wir das alte Bett entsorgt ein Seniorenbett besorgt und ab dann begann der "Kampf" um das tägliche Lüften, das sie weiterhin mehr oder weniger verweigert und das ich ständig überwachen muss. Das geht jetzt seit 2 Jahren so und seit Anfang des Jahres bemerken wir auch immer deutlichere Anzeichen von Demenz. Unsere Haustüren stehen z.B. offen, das Eisfach vom Kühlschrank wird nicht verschlossen und teilweise auch erste "Wahnvorstellungen" (sie sieht z.B. überall alte Nachbarn von früher, die 600 km entfernt wohnen usw.). Die ganze Nacht ist sie auf den Beinen und ich stehe sehr oft auf, um nachzusehen, dass nicht doch wieder eine Tür offen ist, der Wasserkocher ohne Wasser vor sich hinköchelt oder sie unseren Minibackofen durchlaufen lässt, weil sie beim Zubereiten der nächtlichen Mahlzeit wieder eingeschlafen ist. Den ganzen Tag über liegt sie im Bett und schläft oder dämmert vor sich hin. Alle Versuche unsererseits sie zu Bewegung / Spaziergängen usw. zu mobilisieren scheitern. Wenn wir in Urlaub fahren, verbringt sie diese Zeit im Altenheim, denn unter diesen Umständen kann sie ja nicht allein bleiben. Bei dem letzten Altenheimaufenthalt wurde sie vom Pfelegpersonal geduscht, was uns sehr gefreut hat. Jetzt ist sie wieder zu Hause und hat seit 4 Wochen nicht geduscht und will sich auch nicht helfen lassen. Da ich die Wäsche mache, sehe ich auch die "Bremsspuren" in der Unterwäsche und habe bemerkt, dass sie in einer Woche zwar 7 Unterhosen in die Wäsche gibt, aber nur 1 Unterhemd und 1 T-Shirt. Mit anderen Worten, es drängt sich der Verdacht auf, dass sie sich nicht / oder nicht mehr ordentlich wäscht / oder waschen kann. Ich habe mit Absicht diesen Zustand über gute 3 Wochen beobachtet, weil sie sonst immer eine Ausrede parat hat, warum sie z.B. so wenig Wäsche braucht und dies ist dann angeblich immer eine Ausnahme. Dazu muss ich sagen, dass man das Ganze auch geruchstechnisch wahrnimmt.

      Gestern habe ich dann ein ganz vorsichtiges Gespräch gestartet, mein Mutter hat natürlich alles rundweg abgewiegelt, obwohl ich zunächst wirklich sehr vorsichtig und rücksichtsvoll war. Die wenigen T-Shirts und Unterhemden waren natürlich reine Rücksichtnahme, damit ich nicht so viel waschen muss (ich wasche aber schon seit knapp einem Jahr für sie). Am Ende habe ich sie aber schon damit konfrontiert, dass wir sie "riechen" können, da hatte sie eh schon komplett dicht gemacht und mir erklärt, dass sie alles allein wuppen kann. Das Ganze natürlich erst mit Schreien, dann mit Weinen, ich war völlig fertig, nassgeschwitzt und am Ende der Diskussion völlig deprimiert, weil sie einfach kein Hilfe annehmen will. Heute morgen war dann die Dusche nass und ein Handtuch hing auf der Leine, aber sie riecht immer noch ganz fürchterlich, so dass ich annehmen muss, dass die das Duschen nur gefakt hat.

      Ich bin jetzt wirklich total ratlos und langsam ehrlich fix und fertig ... die normalsten Dinge sind permanente Kämpfe ... und jetzt kommt dieses Riesenproblem noch dazu ... auch mein Mann leidet sehr unter dieser Gesamtsituation.
      Ich muss sagen, dass ich meine Mutter wirklich gern hier bei uns haben wollten (auch mein Mann hat das sehr unterstützt), wir das so wie jetzt läuft aber kaum mehr ertragen können und ich sie am liebsten in einem Altersheim unterbringen würde (denn da klappt das sehr gut und dazu fällt sie dort als fröhliche Person auf und sei den ganzen Tag unterwegs mit den anderen Senioren).

      Vielen Dank für das lesen meiner langen Litanei und vielleicht kann mir jemand einen Rat geben.

      Liebe Grüße,
      Anely
    • Hallo Anely,

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      Ich hoffe, die Seniorchefin hat bereits einen Pflegegrad und dann kann ich nur raten, holt einen Pflegedienst mit an Bord, der sich um Duschen usw. kümmert. Das klappt meist besser, wenn familienexterne Helfer übernehmen.

      Grüssle

      Brigitte
      Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
      Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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      Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung