Sabine aus Berlin pflegt Ehemann

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  • Sabine aus Berlin pflegt Ehemann

    Hallo, guten Morgen,
    ich heiße Sabine, bin 62 Jahre alt und pflege meinen Ehemann, 75 Jahre alt.
    Mein Mann ist schon seit langem krank. Er hat eine schwere Herzinsuffizienz, mittlerweile wohl im letzten Stadium und ist dialysepflichtig. Wir machen die Dialyse hier zu Hause als Peritoneal-Dialyse (Bauchfell-Dialyse). Das geht ganz gut und ist vor allem für sein krankes geschwächtes Herz nicht so belastend.
    Darüber hinaus hat er noch etliche andere Erkrankungen, die sicherlich eine Folge der Herz- und Nierenschwäche sind.

    Bis vor drei/vier Monaten konnte er noch - mit Unterstützung durch Rollator, Rollstuhl und mich - ein einigermaßen "normales" Leben führen, so das bei diesen Erkrankungen überhaupt möglich ist. Wir konnten sogar verreisen, mit Einschränken natürlich, aber es ging.

    Nun wird sein Herz wohl immer schwächer, selbst kleine Wege schafft er kaum noch, so dass er natürlich viel liegt und sitzt, wodurch die Muskulatur natürlich noch mehr abnimmt.
    Die Liegezeiten im Bett werden immer häufiger und länger. Er kann/will fast nichts mehr essen, es schmeckt ihm nichts, er hat auf nichts Appetit.

    Nun redet er seit einiger Zeit davon, dass er den Winter wohl nicht überlebt. Er sagt, er möchte, dass es zu Ende geht. Am liebsten wäre ihm, er hätte eine Pille, die er einnehmen kann (Zitat). ER hat schon überlegt, dass er einfach keine Dialyse mehr macht...

    Es ist echt ein Trauerspiel. Er tut mir so unendlich leid und ich weiß nicht, wie ich mit seinem Wunsch zu sterben umgehen soll.

    So, als kleine Vorstellung und Einführung sollte das erstmal reichen....

    Sicher haben viele von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht und wir können uns darüber austauschen. Das wäre mein Wunsch.
    Ich habe auch gute gemeinsame Freunde und unsere Tochter, mit denen ich sprechen kann, denen aber der "nötige Abstand" fehlt und die (Gott sei Dank) keine Erfahrungen mit solch einer Situation haben.

    Gruß Sabine
  • Hallo Sabine,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich komme auch aus Berlin und unterstütze meine Eltern. Mein Vater (u.a. dement) lebt inzwischen seit fast zwei Jahren im Pflegeheim und meine Mutter (u.a. Krebs) noch zu Hause. Mein Schwiegervater (Parkinson) ist in diesem Jahr gegangen.

    Ich glaube dein Mann spürt, dass er seinen letzten Weg eingeschlagen hat. Auch mein Schwiegervater äußerte sich ähnlich. Bei ihm war es der 80. Geburtstag, den er vermutete nicht mehr zu erreichen. Den hat er aber noch geschafft, war da aber schon recht schwach.

    Ich weiß es ist sehr schwer, aber bei meinem Schwiegervater habe ich gemerkt, dass er erst friedlich gehen konnte, nachdem er merkte, dass wir alle mit seiner Entscheidung leben konnten, so schwer es auch war.
    Rede viel mit deinem Mann und genieße die Zeit. Ich bezweifle allerdings dass das Absetzen der Dialyse jetzt so eine gute Entscheidung wäre.

    Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.


    Liebe Grüße Ines

    Aus welchem Bezirk kommst du denn?
    Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie andere mich haben wollen.
  • Guten Morgen Sabine ,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Eine traurige und schwierige Situation in der Ihr leben müsst.

    Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es in Dir aussehen mag und Du nicht wirklich weisst, wie Du mit den Worten Deines Mannes umgehen sollst.

    Kopf und Herz sind nicht immer einer Meinung, besonders, wenn es um einen Menschen geht, den man liebt und den man immer an seiner Seite wissen will.

    Dennoch ist es sicher sinnvoll, die Worte Deines Mannes ernst zu nehmen. Ihm geht es sehr schlecht und in dieser Verfassung, die sich sicherlich nicht mehr verbessern lässt, ist er seines Lebens müde.

    Wenn Du Dich ein wenig mit dem Thema Validation auseinandersetzen magst, kannst Du vielleicht lernen, weiterhin wertschätzend auf die Worte Deines Mannes ein zu gehen, um ihm auch zu zeigen, dass Du ihn ernst nimmst, auch wenn Du gerne einen besseren, weiteren Lebensweg mit ihm hättest.

    de.wikipedia.org/wiki/Validation_(Pflege)

    Letztendlich wird Dir leider nur bleiben, ihn in Liebe gehen zu lassen und zu verstehen, dass er nicht mehr leiden will.

    Versuche mit ihm darüber zu reden, dass es Dir schwer fällt und überlege, was Du Dir wünschen würdest, wärst Du in seiner Situation.

    Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt und wenn Du alleine den letzten Weg nur schwer mit Deinem Mann gehen kannst, kannst Du Dir Unterstützung durch einen ambulanten Hospizdienst mit an Bord holen. In der Regel sind diese Dienste kostenfrei und überall angesiedelt.

    hospiz-berlin.de/index.php?id=43



    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung