Regina und ihre schwierigen Eltern

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  • Regina und ihre schwierigen Eltern

    Hallo, ihr Lieben!

    Erst vor kurzem hab ich dieses tolle Forum entdeckt und bin mega froh darüber.
    Gleich beim ersten Hereinlesen bin ich auf Erzählungen gestoßen, die meinem Erleben frappierend ähneln.
    Und auch die vielen sachbezogenen Tips, die ihr zu geben wisst, sind ja sowieso unbezahlbar.
    Darum vorneweg gleich erstmal ein dickes Dankeschön an euch! :blum:

    Seit ein paar Jahren lebe ich wieder bei meinen Eltern, weil ich aus der Ferne mitbekommen habe, daß sie alleine nicht mehr so recht klarkommen. Sie sind Jahrgang 1932 (Vater) und 1938 (Mutter), ich bin 65 geboren und das einzige Kind. Meine Eltern haben außerhalb von Kassel (Hessen) in den 70-ern ein 3 Familienhaus gebaut, und so wohne ich nun ein Stockwerk unter ihnen, zwar in einer eigenen Wohnung, aber eben doch quasi im ständigen Zugriff. Mein Mann bzw Freund, denn verheiratet sind wir nicht, muß immer mal für zwei drei Wochen beruflich nach Berlin, so daß ich während dieser Zeit dem hiesigen Geschehen allein gegenüberstehe um nicht zu sagen ausgeliefert bin. Meine Eltern sind beide auf ihre Art sehr anstrengend, waren dies auch früher schon, und das ist für mich weit strapazierender als das eigentliche ihnen Helfen.

    Meine Mutter ist derzeit in Pflegegrad 2 (alte Stufe 1), und mein Vater ist ihre eingetragene Pflegeperson. Morgens und abends kommt jemand vom ASB, das Mittagessen beziehen sie seit einigen Monaten ebenfalls vom ASB, und ich mache was sonst noch so anfällt also Wege erledigen, Taxi, bei Alltagsdingen helfen, Wäsche, Papierkram, Tabletten ... kennt ihr ja. Was anfangs als "wenn mal ein Notfall eintritt, bin ich nicht so weit weg, sondern vor Ort" anfing und sich zunächst auf die Eltern zu Arztterminen und dergleichen fahren beschränkte, hat sich zunehmend ausgeweitet, und wer weiß was da noch alles auf mich zukommt.

    Das schick ich jetzt schonmal ab und schreibe übern Abend noch bissl weiter. :winke:
  • ging schneller als gedacht, hier die Fortsetzung:

    Ende 2016 ist meine Mutter mehrmals gestürzt und hat sich einen Wirbelbruch zugezogen, der Mitte Februar operiert wurde. Dem schloß sich eine dreiwöchige Reha an, und seitdem ist sie wieder zuhause. Eigentlich wäre davon auszugehen, daß sie -wenigstens mit dem Rollator- wieder selbständig gehen und auch sonst vieles selber machen könnte. Leider scheitert dies an ihrer Angst wieder zu stürzen, was auch noch einige Male passiert ist, und die Besorgtheit meines Vaters tut ihr übriges. Sie sollte täglich das Gehen und ihre Muskeln üben, macht aber nichts, sitzt praktisch nur am Küchentisch. Im wahrsten Sinne erschwerend kommt hinzu, daß sie über 90 Kilo wiegt und auch in jüngeren Jahren wenig von Bewegung oder gar Sport gehalten hat.

    Obwohl sie also nicht körperbehindert ist, ist es doch so als wäre sie dies. Sie kann nur mit Mühe und oftmals mit Hilfe aus dem Sitzen aufstehen, muß sich dann sofort an etwas oder jemand festhalten, kann sich nur für Sekunden im Stehen halten, an Gehen ist kaum zu denken, und schon muß sie sich wieder setzen. Dadurch ist der Pflegeaufwand und was sonst zu erledigen ist, erheblich mehr geworden. Sie geht auch nicht mehr auf die seniorengerecht erhöhte Toilette, sondern benutzt einen rollbaren Toilettenstuhl, den mein Vater brav leert. Wenn sie nach einem Sturz auf dem Boden sitzt, bekommen wir sie alleine nicht hoch, so daß wir immer den ASB Notruf bemühen mußten. Zum Arzt, zuletzt zum Kardiologen, gelangt sie nur noch mit Krankentransport, weil sie die paar Stufen vorm Haus nicht schafft, wir sie nicht tragen können und sie aus unserem Auto nicht wieder heraus bekämen.

    Ihre Herzinsuffizienz hat sich verschlechtert, sie nimmt Tabletten für den Blutdruck und zur Blutverdünnung, Schmerzmittel und was zum Entwässern. Ansonsten ist organisch alles soweit in Ordnung. Beide Eltern sind im Sehen sehr eingeschränkt, sie durch Narben auf der Netzhaut und er durch trockene Makula-Degeneration. Mein Vater ist gesundheitlich ganz gut beieinander, wirkt aber schon länger geistig nicht mehr auf der Höhe. Ob das eine Demenz ist weiß ich nicht, habe aber den Verdacht. Ich weiß nur nicht wie ich ihn dazu kriege, sich daraufhin untersuchen zu lassen und wohin ich mich wende, weil die Neurologen, die ich bisher gefragt habe, keine neuen Patienten annehmen.

    Aktuell bemühe ich mich um ein Pflegebett / Krankenbett, was im ersten Anlauf von der Krankenkasse (TK) abgelehnt wurde. Den Wiederspruch hab ich dieser Tage rausgeschickt und hoffe, daß es doch noch wird.

    Schönen Abend allerseits :)
  • Guten Abend Regina

    und herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Vielleicht wäre es hilfreich, wenn der Hausarzt Physiotherapie im Hausbesuch für Deine Senior Chefin verordnet , damit sie körperlich wieder ein bisschen aufgebaut wird.

    Bist Du berufstätig oder den ganzen Tag erreichbar für Deine Eltern?


    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Brigitte ()