Sonnenschein kümmert sich um ihren Schwiegervater

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  • Sonnenschein kümmert sich um ihren Schwiegervater

    Hallo zusammen!
    Seit längerem bin ich auf der Suche nach einem Forum zum Austausch mit anderen. Kurz zu mir,
    Ich bin Anfang 30, komme aus der Pflege bin allerdings seit der Geburt meiner Kinder nicht mehr in dem Beruf tätig gewesen, sondern eher in der Betreuung.
    Seit einem Monat Pflege ich nun den Vater (Ende 70) meines Lebensgefährten bei uns zu Hause.
    Weil es in unserem Sprachgebrauch so über gegangen ist, nenne ich ihn Schwiegervater ;)
    Er leidet seit einigen Jahren an:
    Herzinsuffizienz,
    Diabetes,
    Chronischer Niereninsuffizienz,
    Bluthochdruck und COPD.

    Er konnte nach einem Sturz und einem künstlichen Hüftgelenk sich nicht mehr "fangen" und ist seitdem auf Hilfe angewiesen. Nachdem er anfing verdorbene Lebensmittel zu essen, stand die Wahl zwischen Heimplatz oder zu uns ziehen an.
    Ich wollte ihn eigentlich nicht aufnehmen, dass sage ich ganz ehrlich, da ich mit Kind und Kegel genug ausgelastet bin.
    Nun wollte er vom Thema Heim nichts wissen und es drängte alles auf eine schnelle Lösung also kam er doch zu uns. Meinen Job habe ich daher kurzerhand aufgegeben.
    Er hat sich, kurz nachdem er eingezogen ist, eine heftige Erkältung eingefangen und lag drei Tage komplett im (Pflege)Bett.
    Seitdem kann er nun gar nicht mehr laufen. Hinsetzen in den Rollstuhl ist ihm zu anstrengend, trotzdem versuche ich ihn jeden Tag zu ermutigen und zu motivieren.
    Wäsche wechseln ist ihm auch zu anstrengend und Positionswechsel im Bett ebenso.
    Wenn ich ihn nicht stündlich erinnere, trinkt er nicht. Bringe ich ihm nicht sein Essen ganz kleingeschnitten isst er nicht. Er misst sich weder seinen Blutzucker noch Blutdruck. Wenn ich ihn daran erinner, hält er mir die Hand hin und sagt:"Mach du!".
    Seine Tabletten habe ich an den Abenteuerlichsten Stellen in seiner Reichweite entdeckt, seitdem bleibe ich dabei und kontrolliere ihn ob er sie nimmt.
    Ich komme mir selbst blöd vor, ihn so zu kontrollieren und habe ein richtig schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Denn er ist erstaunlich klar im Kopf.
    Er hat eine Urinflasche am Bett, die ich regelmäßig leere. Als sie ihm zu voll zum Heben war, hat er ins Bett gemacht. Ich habe ruhig mit ihm geredet und ihn gefragt warum er nicht ruft. Er meint, er will uns nicht belasten und viel Arbeit machen, er könne ruhig darin liegen bleiben.
    Seitdem uriniert er jeden Tag ins Bett.
    Ich will ihm nichts unterstellen, um Gottes Willen, aber ich hatte gehofft es geht ihm bei uns besser und nicht schlechter. Ich Zweifel an mir und kann die Situation zur Zeit nicht richtig einschätzen. Vielleicht kann mir jemand mit einem neutralen Blick darauf helfen?
    Der MDK kommt erst im neuen Jahr, ich hoffe auf einen positiven Bescheid!
    Vielen Dank :)
    Liebste Grüße,
    Sonnenschein
  • Hallo Sonnenschein,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Ich vermute , auch wenn der Senior noch sehr klar zu sein scheint, eine hirnorganische Veränderung im Bereich der Schädelschleifenlappen. Vielleicht wäre es hilfreich, mit einem Neurologen diesbezüglich zu reden. Möglicherweise gibt es medikamentöse Unterstützung, dass es wieder etwas heller wird in der Psyche Deines Schwievas.

    So ist es jedenfalls nicht so leicht aus zu halten auf Strecke.

    Ich gehe davon aus, Du verwendest Bettunterlagen, wasserdichtes Betttuch und eventuell auch Pants? Wenn sich Urin und Fäkalgeruch in einer Wohnung fest setzen ist es extrem schwierig, dies wieder zu neutralisieren.

    Matratzen trocknen eh schwer und das Wäscheaufkommen, dass Du dann zusätzlich bekommst kann beachtlich sein.

    Bitte ihn auf jeden Fall darum, immer wieder, nicht einfach alles laufen zu lassen, oder hänge ihm eine zweite Flasche an sein Bett.

    Kommt Ihr ansonsten gut klar miteinander? Hast Du das Gefühl, er akzeptiert Euch und die neue Lebenssituation gut?

    Für heute eine gute, hoffentlich für Euch ruhige Nacht und dass Ihr ein bisschen Erleichterung in die Situation hinein bekommt.

    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


  • Guten Morgen,

    Vielen Dank für deine schnelle Antwort :)

    Ich habe einen Wasserdichten Matratzenschoner und die wiederverwendbaren Bettschutzeinlagen.Gegen die Pants oder Vorlagen weigert er sich vehement. Den Tipp mit der zweiten Flasche habe ich direkt umgesetzt, vielen Dank!
    Zur Zeit muss ich mindestens zweimal am Tag das Bett abziehen, neu beziehen und alles waschen.
    Der Geruch geht, wie du schon sagtest kaum raus. Gerade bei dem sehr konzentrierten Urin durch die Niereninsuffizienz.
    Febreze oder ähnliches hilft da nur sehr begrenzt.
    Ich denke er ist gut bei uns angekommen und wir verstehen uns sonst auch gut.
    Neurologisch werde ich ihn auch überprüfen lassen und hoffe dass wir zeitnah einen Termin bekommen. Es fällt mir sehr schwer abzugrenzen inwieweit er belastbar ist, was das Mobilisieren und die Selbstständigkeit in Bezug auf Essen kleinschneiden etc angeht.
    Am liebsten würde er sich natürlich gar nicht bewegen, meckert aber auch über seinen Zustand. Sicher fühlt er sich hilflos und ich habe Angst dass er in eine Depression entgleitet und sich komplett hängen lässt.
    Nochmals, vielen Dank für deine Antwort!