Elit-Elit pflegt ihren Vater nach Beinamputation

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  • Elit-Elit pflegt ihren Vater nach Beinamputation

    Hallo liebe Community,

    ich bin Elit und möchte mich vorstellen.
    Bei uns in der Familie ist mein Vater pflegebedürftig. Als Folge des Diabetes hat sich bei ihm die Gangrän entwickelt, und seine Beine mussten amputiert werden.
    Meine Mutter will ihn unbedingt zu Hause pflegen und ich helfe ihr dabei.
    Jetzt steht die Frage, ob wir zusammen ziehen sollten.
    Einerseits möchte ich unbedingt meine Mutter unterstützen. Andererseits habe ich Angst, dass mein persönlicher Raum eingegrenzt und damit bedroht wird.
    Ich brauche Hilfe derer, die schon länger jemanden pflegen, um mich auszutauschen und vielleicht mir die Ängste wegzunehmen.
    ich danke euch vom Herzen
    Liebe Grüße,
    Elit
  • Hallo Elit,

    herzlich willkommen in diesem tollen Forum


    Deine Ängste wird Dir vermutlich niemand nehmen können, aber einiges über Pflegesituationen erzählen, dass werden viele hier können.
    Eines kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen: Deine persönliche Freiheit wird schon sehr beschnitten werden, wenn Du pflegen möchtest. Aber es ist auch eine große Befriedigung (war / ist es jedenfalls für mich) wenn Du Dich für Deine Mutter und somit natürlich auch für Deinen Vater, auf dieses "Abenteuer" einlassen willst.
    Unsere Eltern haben soviel für uns Kinder getan und gegeben und da ist es sehr schön, wenn man etwas zurück geben kann. Aber leicht ist es nicht, dass sollte Dir von Anfang an klar sein. Romantische Gefühle wie in manchen Filmen solltest Du nicht erwarten. Und mitunter nicht einmal Dankbarkeit von den Pfleglingen.

    Schau Dir Dein bisheriges Leben an. Und überlege, wieviel Dir Deine Eltern wert sind und wie viel Du von Deinem eigenen Leben ganz hinten anstellen möchtest.

    Ich möchte Dir keine Angst vor der Pflege machen!!!!!! Sie ist, wie schon geschrieben, auch sehr befriedigend für die eigene Seele.

    Ich bin mir fast sicher, dass die meisten hier im Forum gerne pflegen und gepflegt haben und diese Erfahrungen nicht missen wollen.

    Viele Grüße
    Ute
  • Hallo Elit,

    herzlich willkommen hier in diesem schönen Forum. Wünsche dir hier tollen Austausch

    Wenn du pflegst, wirst du eh weniger Zeit haben für dich haben. Ich pflege seit weit über 12 Jahren meinen autistischen Sohn. Keine so leichte Aufgabe. Weglauftendenz,
    Verhaltensoriginalität und vieles mehr kommt noch dazu. Das Wichtigste ist eigentlich, dass man noch persönliche Freiräume hat und diese sich auch nimmt. Das gilt
    sowohl für dich als auch für deine Mutter. In der Pflege eines Angehörigen gibt es immer ein Auf und Ab. Ihr werdet sowohl positive als auch negative (was man sich eigentlich gar nicht wünscht) Erfahrungen machen. Im Großen und Ganzen geben aber viele Pfleglinge auch Dank zurück.

    Ich will damit auch sagen, dass man auch irgendwann an seine Grenze (seelisch oder auch körperlich) stoßen wird. Ich habe meine Mutter mal viele Wochen mitgepflegt, weil mein Bruder Bandscheibenvorfall hatte. Die Last blieb an meiner Schwester und an mir hängen. Was auch für Diskussionsstoff sorgte. Meine Mutter wollte keine
    Ersatzpflegekraft von außerhalb (die hatte meine Schwester an der Hand, abgerechnet über Verhinderungspflege). Die sollte abends kommen und meine Mutter fertigmachen für Bett und Abendbrot richten. Meistens kam ich abends für eine halbe Stunde, machte meine Mama bettfein und richtete ihr das Abendbrot. Sie konnte alleine
    ins Bett gehen. Meistens war ich drei Tage die Woche von morgens bis mittags bei meiner Mutter, hab sie aus dem Bett geholt, gewaschen, angezogen, Frühstück gemacht,
    Wohnung geputzt. Nachmittags ging garnicht, da ich ja neben meinen Autisten noch einen älteren Sohn hatte. Das war eine Zeit, wo meine Mutter einen Bruch hatte, der so
    heilen musste.

    LG Andrea
    Autistenmama