Luzia pflegt ihren Vater und stellt sich vor

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  • Luzia pflegt ihren Vater und stellt sich vor

    Hallo ihr Lieben,

    seit einigen Wochen bin ich nun auch pflegende Angehörige.

    Mein Vater (79, verwitwet) hat eine dekompensierte Leberzirrhose Child B. Seit einigen Wochen baut er rasant ab. Er hat außerdem eine Blutarmut (Panzytopenie) und in den letzten vier Wochen zweimal Bluttransfusionen bekommen. Der HB-Wert ist auch gestiegen, allerdings hat das seine körperliche Schwäche nicht beeinflusst. Er kann momentan nicht mehr gehen und nur wenige Sekunden mit Unterstützung stehen. Jeder Transfer vom Sessel oder Bett zur Toilette ist ein Kraftakt.

    Durch die Leberzirrhose hat er eine Hepatische Enzephalopathie, die lange Zeit mit Medikamenten ganz gut im Griff war. Allerdings hatte er gerade einige Tage, in denen sein geistiger Zustand ständig schlechter wurde. Die letzten Tage allerdings (Toi Toi Toi) ist es wieder besser. Manchmal beginnt er Sätze, kann sie dann nicht zu Ende sprechen konnte. Hatte teilweise keine Orientierung über die Tageszeit, vergisst manchmal quasi auf dem Weg vom Rollstuhl zur Toilette dass er muss. Das Zittern in den Händen ist zum Teil so stark, dass er fast nicht mehr alleine essen kann.

    Uns macht das Ganze ziemliche Angst, weil wir nicht wissen was auf uns zukommt. Die Ärzte, sowohl der Internist als auch der Hausarzt und der Onkologe (der behandelt die Blutkrankheit) zucken mit den Schultern und der Tenor unserer Gespräche ist, man kann da nichts mehr machen. Wie das Ganze weitergeht, sagt uns auch keiner. Uns ist natürlich klar, dass es keine Heilung gibt, wir versuchen eben unser Bestes um ihn zuhause so lange es geht gut zu versorgen.

    Man kann ihn nicht mehr alleine lassen, wir betreuen ihn in der Familie. Die Hauptlast tagsüber tragen meine erwachsene Tochter und mein Mann (arbeiten Teilzeit bzw. Selbständig), abends, nachts und am Wochenende ich (arbeite Vollzeit) und außerdem helfen mein Bruder und mein 19-jähriger Sohn mit. Gerade wurde Pflegestufe 2 genehmigt und auch alle Hilfsmittel, was uns schon mal sehr erleichtert.

    Manchmal frage ich mich, ob er nicht in einem Pflegeheim bei Profis besser aufgehoben wäre und ob wir die Belastung zusätzlich zu unseren Jobs über längere Zeit überhaupt durchhalten können.

    Ich freue mich auf den Austausch mit euch.

    LG Luzia
  • Hallo Luzia,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Ihr seid eine tolle Familie wenn Ihr es schafft, so vorbildlich, gemeinsam den kranken Vater zu begleiten.

    So wie Du schreibst, ist die Krankheit schon sehr weit fort geschritten und es ist gut möglich, dass für Euch schon bald die Zeit zum Abschied nehmen kommt. Normalerweise sind Menschen mit diesen gesundheitlichen Problemen noch eine Zeit lang richtige Aufstehmännchen und die guten Tage folgen immer auf schlechte Tage. So scheint es bei Deinem Vater nicht mehr zu sein.

    Was Ihr zu Eurer Entlastung versuchen könnt, ist zumindest über die Nächte Helfer vom ambulanten Hospizdienst/Sitzwachengruppe mit an Bord zu nehmen. In der Regel sind diese Einsätze kostenfrei. Einige Pflegedienste vermitteln auch Präsenzkräfte, die über das Pflegegeld abgerechnet werden können und Euch mit entlasten können.

    Ob es Deinem Vater in einem Heim besser gehen würde, kommt auf die personelle Ausstattung und auf das Konzept der Einrichtung an.

    Auf jeden Fall solltet Ihr Euch alle Hilfe, die Ihr bekommen könnt, nach Hause holen. Wenn Ihr finanziell gut gestellt seid, könntet Ihr auch Pflegekräfte fest ein stellen.

    Liebe Grüssle und weiterhin viel Kraft

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


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