kete, 60J, pflegt 98jährige Mutter, Streit um Pflegeheim - ratlos

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  • kete, 60J, pflegt 98jährige Mutter, Streit um Pflegeheim - ratlos

    Guten Tag, bin ganz neu hier und völlig ratlos.

    Ich lebe seit sieben Jahren mit meiner mittlerweile 98jährigen Mutter zusammen und kümmere mich um sie. Einmal am Tag kommt der Pflegedienst, Muttern hat Pflegestufe II, und holt sie aus dem Bett, wäscht sie, zieht sie an und setzt sie mir gekämmt und gebügelt an den Frühstückstisch. Für den Rest bin ich verantwortlich.

    Nun hatte ich Verhinderungspflege beantragt und auch drei Wochen bewilligt bekommen und als ich Muttern gestern wieder abholen und nach Hause bringen wollte, verkündete sie mir, dass sie nun gänzlich im Heim bleiben wolle. Dabei hatte sie sich am Mittwoch, als ich sie besuchte, noch auf ihr zuhause gefreut. Auf meine Frage, was diesen Sinneswandel veranlasst hätte, sagte sie: "Ja, die haben alle auf mich eingeredet und die sind ja auch so nett!"

    Das Heim gestattete mir, sie noch einmal für einen Besuch in unsere Wohnung mitzunehmen und kaum war sie hier zuhause, meinte sie, dass sie doch hier bleiben wolle. Es war ihr nicht klar, dass, wenn sie ins Heim zieht, wir unsere Wohnung auflösen müssen und sie die meisten ihrer (sehr vielen) Sachen nicht mitnehmen kann.

    Das Heim lässt aber nicht zu, dass sie ihre Entscheidung ändert. Obwohl sie zu der Pflegeschwester deutlich sagte: "Ich habe meine Meinung geändert und will nun doch wieder nach Hause", hieß es, "Nein, das können Sie nicht, gestern haben sie sich anders entschieden und dabei bleibt es jetzt." Mutter hat keinen Pflegevertrag unterschrieben und das Betreuungsgericht in Dannenberg sagt, das sei Freiheitsberaubung. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich Mutterns Rechte durchsetzen soll? Ich kann sie doch nicht kidnappen.

    Ich bin auch nicht grundsätzlich dagegen, dass sie im Heim bleibt, wenn sie das wirklich möchte. Aber wie kann ich sicherstellen, dass sie tatsächlich eine durchdachte und gut überlegte Entscheidung trifft und nicht einfach ja sagt, weil irgendwer sie überredet?
  • Hallo Kete,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Alsooooooooooooo, das Vorgehen in diesem Heim einen so betagten Menschen derart unter Druck zu setzen ist absolut unterirdisch.

    Wäre ein Umzug in eine Einrichtung wirklich eine Option für Euch und wäre dieses Heim genau das Richtige--okay, dann wäre es jetzt die Möglichkeit. Aber so????Normalerweise haben die Heime irre lange Wartelisten und ich frage mich, was da wohl schief läuft, wenn dieses Heim es nötig hat, so auf "Beutefang" zu gehen. Rechtlich sicher ein totales NoGo.

    Wenn Du Deine Mutter weiterhin zu Hause betreuen kannst und willst, da belasse es bitte dabei und zeige diesem äußerst merkwürdigen Vorgehen des Heimes ganz schnell die rote Karte.

    Hat Deine Mutter schon etwas dort unterschrieben? Bist Du als gerichtlich bestellte Betreuerin benannt? Wenn nicht, beantrage bitte die Betreuung.

    Wirklich sehr verwunderte Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


  • Vielen Dank, Brigitte! Nein, meine Mutter hatte gestern noch nichts unterschrieben. Mal sehen, wie es heute aussieht. :( Vielleicht haben sie sie inzwischen wieder umgedreht. Wir haben heute um 15:00 Uhr einen Termin mit der Heim- und Pflegeleitung, bei dem außer mir und meiner Mutter auch noch meine ältere Schwester dabei ist. Sie ist voll dafür, dass Muttern im Heim bleibt.

    Wie gesagt, ich bin ja auch nicht prinzipiell dagegen, aber ich möchte sichergehen, dass es wirklich das ist, was Mutter will. Wenn sie in unsere Wohnung zurückkommt, kann sie ja in einem Viertel- oder halben Jahr immer noch sagen, dass sie doch lieber ins Heim möchte, weil meine Betreuung ihr nicht ausreicht. Aber wenn sie im Heim bleibt, kann sie nicht in drei, vier Monaten sagen: "Ich will doch wieder nach Hause!", weil dann ist die Wohnung und Ihre Sachen weg.

    Gibt es denn nicht vielleicht irgendeine neutrale Gutachterstelle, an die man sich wenden kann?