Alraune und die Schwiegermutter

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  • Alraune und die Schwiegermutter

    Hallo in die Runde!

    Auch ich bin gerade dabei mich in das Thema Pflege einzuarbeiten. Meine Schwiegermutter ist nun fast 80 und vor einigen Wochen gestürzt, das Bein und das Kniegelenk sind gebrochen. Nach einigen Wochen Krankenhaus ist sie nun vorübergehend in Kurzzeitpflege, hat aber extrem abgebaut in der Zeit (viel Liegen, Aufstehen durch das Bein nicht möglich). Vor dem Sturz hat sie noch komplett eigenständig gelebt, Radtouren gemacht, den Garten gepflege und bearbeitet. Nun strengt sie schon eine kurze Zeit sitzen im Rollstuhl sehr an. Da sie noch keine Pflegestufe hat und der Antrag auch abgelehnt wurde, haben wir von den 4 Wochen Kurzzeitpflege abgesehen keinen Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. :(
    Mein Mann ist Einzelkind und hat lange Arbeitszeiten, ich habe 2 kleine Kinder und bin noch in Elternzeit zuhause, kümmere mich also gezwungenermaßen um alles, was rund um meine Schwiegermutter zu tun ist. Im Moment viel Besuche, Papierkram, Wäsche,... demnächst höchstwahrscheinlich aber auch pflegerisch. Leider wird damit wohl auch der Wunsch nach einem weiteren Kind erstmal auf Eis gelegt, ich wüsste nicht, wie ich das schaffen soll. Jetzt ist es schon schwierig genug, der Kleine ist noch nichtmal im Kindergarten und muss immer mit. :|
    Ich hoffe hier also auf Tipps, Infos und Anregungen, die mir weiterhelfen alles zu organisieren, zu beantragen was möglich ist und alles geregelt zu bekommen.
  • Hallo Alraune,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.


    Alraune schrieb:

    hat aber extrem abgebaut in der Zeit (viel Liegen, Aufstehen durch das Bein nicht möglich). Vor dem Sturz hat sie noch komplett eigenständig gelebt

    Das kenne ich auch von meiner Mutter. Da meine Mutter aber schon 95 Jahre alt war, hat niemand darauf geachtet, dass sie sich trotzdem ausreichend bewegen muss, denn der Muskelabbau geht rasend schnell und dann werden sie natürlich immer hinfälliger und pflegebedürftiger.
    Wegen der Pflegestufe wartet mal die Kurzzeitpflege ab und schaut dann, wie viel Hilfe Deine Schwiegermutter zu hause braucht. Es gibt da festgelegte Zeiten. Da werdet ihr dann sehen, ob doch eine Pflegestufe nötig ist. Dann einfach einen neuen Antrag stellen.

    Viele Grüße und einen guten Austausch hier

    Ute
  • Hallo Alraune,
    sei willkommen hier im Forum!
    Das ist natürlich für Euch alle, auch die Schwiegermutter, ein rasanter Einschnitt im Leben!
    Besteht noch die Möglichkeit einer Reha?
    Bekommt sie in der Kurzzeitpflege, verordnet durch den Arzt, Krankengymnastik? Das würde ich für wirklich wichtig halten, denn genau wie Ute schon schrieb, verkürzen sich Muskeln ganz schnell, wenn sie nicht genutzt werden (können) und verkümmern. Natürlich können sie wieder aufgebaut werden, aber das braucht Zeit und Kraft und Geduld.
    Es ist wichtig, Deine Schwiegermutter zu animieren, ihr Mut zu machen, dass sie auch wieder selbst will.
    Es ist ganz klar, wenn man lange liegen musste, dass zunächst auch kurzes sitzen anstrengend ist, aber sie sollte es immer wieder versuchen und die Zeiten langsam ausbauen.
    Es geht um ihre eigene Selbstständigkeit, vielleicht kann man sie so motivieren.
    Auch das Heimpersonal sollte darauf achten und die vorhandenen Ressourcen fördern, macht dort klar, dass Ihr als Kinder zu Hause selbst ausgelastet seid und das Ziel sein sollte, dass Schwiegermutter möglichst mobil wieder nach Hause entlassen wird.
    Sollte sich in der Mitte der Zeit aber abzeichnen, dass dem nicht so ist, dann möge das Heim erneut einen Antrag auf Pflegestufe stellen. Dort sind Fachleute, die Deine Schwiegermutter im Alltag (pflegerisch, mobil, etc.) beurteilen können und wenn sie nicht allein zurecht kommt, dann muss eine Pflegestufe her.
    Wenn es finanziell nicht reicht, aber keine Pflegestufe entsprochen werden kann, weil die Zeitkorridore, die für die einzelnen Pflegestufen erfüllt sein müssen, nicht reichen, gäbe es noch die Möglichkeit, sich an das zuständige Sozialamt zu wenden, um einen Antrag auf "Hilfen zur Pflege" zu stellen.
    Aber, geht zunächst einen Schritt nach dem anderen. Zunächst sollte alles auf möglichst viel wiederzuerlangende Mobilität ausgelegt werden!
    Sicher gibt es im Haus einen Sozialen Dienst, bittet diesen um Unterstützung.
    Sollten Hilfsmittel, Rollstuhl, Rollator, Pflegebett, vielleicht auch Haltegriffe oder eine Wc-Sitzerhöhung (Kniebeugung?) notwendig sein, dann sollte dies vor Rückkehr ins Zuhause verordnet und kostentechnisch geklärt und vor Ort sein, damit der Übergang möglichst einfach für alle wird, beziehungsweise möglichst viel Selbstständigkeit zu Hause gefördert und erhalten werden kann.
    Aber immer würde ich im Kopf behalten, dass so ein Sturz mit so schweren Verletzungen und langem liegen Zeit braucht und je älter ein Körper ist, um so länger dauert auch die Rekonvaleszenz, die Zeit, die die Regeneration erfordert.

    Vielleicht gibt es in Eurer Nähe auch einen Pflegestützpunkt, dort erhälst Du kostenfreie, unabhängige Hilfe und Beratung.
    Aber auch dieses Forum ist sehr sinnvoll und über die Suchfunktion kannst Du viele Themen finden und nachlesen, genauso kannst Du gern ein eigenes Thema (wie die Vorstellung) eröffnen, mit Deinen Fragen, Deinen Themen. Und in allen vorhandenen Themen mitschreiben, das Forum lebt vom Austausch und gemeinsam können wir uns gut stärken und Unterstützung/Rat bieten.

    Viele Grüße
    Magdalena
    "Rumgeschubst, wie eine alte Schachtel Wachsmalstifte; aber die leuchtenden Farben habe ich mir immer bewahrt!" (Zitat aus: "Gottlos", K. Slaughter)