Alisha, 26 - möchte ihren invaliden Vater pflegen - reloaded

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  • Alisha, 26 - möchte ihren invaliden Vater pflegen - reloaded

    Also noch mal von vorn, da mir gerade aufgefallen ist, dass ich vielleicht doch (wie andere auch) etwas mehr schreiben sollte. Also stelle ich hier die ganze Geschichte einmal vor.

    Hallo an Alle!

    Mein Name ist Alisha, ich bin 26 Jahre alt, komme aus NRW, habe ein Kind, ein Weiteres ist auf dem Weg. :D

    Soweit so gut. Mein Vater, 1950er Jahrgang, ist US-Staatsbürger und lebt auch dort. Er hat wegen seines sehr "bewegten" Lebens vor einigen Jahren ein Bein verloren und hat noch weitere Erkrankungen aus dieser Zeit mitgebracht. Welche genau wird mir nicht gesagt, aber dazu gleich noch was. Mein Vater hat in der jüngsten Zeit (den letzten zwei Jahren) drei Schlaganfälle gut überlebt. Nur sein Sprachvermögen hat gelitten. An guten Tagen braucht man nur Geduld um ihn zu verstehen beim Telefonat, an schlechten versteht man nichts.

    Das jetzt als groben Überriss zu seiner Pflegebedürftigkeit. Allerdings glaube ich kaum, dass mir da wirklich alles gesagt wird. Um das zu erklären muss ich etwas ausholen:
    Wir (die Kinder meines Vaters) sind vier Kinder, inzwischen alle erwachsen. Wir sind alle "nur" Halbgeschwister und ich muss etwas Hintergrundgeschichte loswerden, damit das alles soweit nicht zu verworren klingt. Ich habe zwei Halbbrüder und eine Halbschwester. Der Jüngste und ich haben jeweils eine Mutter, die beiden Großen haben eine Mutter gemeinsam. Die beiden Großen und ich sind in Deutschland geboren und groß geworden, der kleine hat eine amerikanisch-polnische Mutter und ist dort geboren und aufgewachsen. Für alle drei anderen konnte mein Vater da sein und sich kümmern, auch aus der Ferne, teils mit Besuchen. Meine Mutter hielt das unterbunden, bis ich mit 14 selbst mal gesucht habe. Ich konnte seine Adresse schnell herausfinden und habe ihm auch sogleich geschrieben. Einige Tage später standen meine beiden älteren Geschwister schon vor der Tür. Damit begann unser Kontakt, wurde intensiver und mein Vater kam uns auch alle zwei Jahre besuchen. Mein Großer Bruder hat dann mit 18 die US Staatsbürgerschaft gewählt und ist nach Amerika gezogen. Die Besuche meines Vaters kamen dann nur noch zwei mal zustande, aber telefonisch läuft es immer noch. Allerdings kamen ja jetzt die Schlaganfälle und da mein Bruder beruflich eingebunden ist, hat er eine "Art" Pflegekraft eingestellt, die sich um unseren Vater kümmert. Die ist aber, wie ich vor kurzem erfahren habe, keine medizinische Kraft, sondern eine Nachbarin, die sich was dazu verdient. Da hab ich schon mal nen Hals bekommen. X( Jetzt ist sie seit Wochen krank und mein Bruder muss sich nach der Arbeit um ihn kümmern. Da tun sich mir folgende Probleme auf:
    1.) Mein Bruder geht früh aus dem Haus und kommt sehr spät heim. Wann wird unser Vater gepflegt???
    2.) Mein Bruder hat überhaupt keine Lust, ihn zu pflegen! Ja sicher, verständlicherweise, aber warum sieht er sich nicht nach einer Ersatzkraft um?
    3.) Mein Vater nimmt ständig falsche Medikamente, weil er stur ist und sich strikt weigert auf irgendjemanden zu hören.
    4.) Er kommt nicht nur wegen der Medis sondern auch wegen Infektionen alle zwei bis drei Wochen ins KH. Was machen die denn mit ihm???
    5.) Wenn die Krankheiten, die ich oben aufgezählt habe wirklich alle wären, warum habe ich über meine Schwester mitbekommen dass unser Vater sich hin und wieder einkotet oder einnässt???

    Mein Vater hat kürzlich eine Überdosis Blutverdünner eingenommen und sich einen Infekt zugezogen und liegt gerade wieder im KH. Mein Bruder kann also etwas verschnaufen. Ich habe sehr guten Kontakt zu meiner Schwester, aber unser Bruder spricht mit mit gar nicht mehr und mit ihr nur selten und bruchstückhaft. Der Kleine ist komplett außen vor, da der gerade aufs College gekommen ist und das ist etwas weiter entfernt vom Vater. Ich habe jetzt mit meinem Verlobten und meiner Schwester gesprochen und wir sind uns alle drei einig, dass er nach Deutschland muss. Bzw. dass wir ihn hier haben wollen. Zum Thema den Vater aus den USA nach Deutschland zur Pflege holen finde ich im Internet nichts. Es scheint, als wollten alle Deutschen nur nach Amerika ziehen und ihre Eltern dahin nachholen ?( Ist mir schleierhaft... Jedenfalls hoffe ich inständig, dass jemand von euch mir helfen kann und sich damit etwas auskennt. Wie ist das rechtlich? Darf ich ihn überhaupt zu mir nach Deutschland nehmen? Wie ist das dann mit dem Pflegegeld geregelt? Das klingt vielleicht egoistisch, aber ich habe auch eine Familie zu ernähren und meine Schwester ist allein erziehend. Bekäme mein Vater nach wie vor seine Invalidenrente, die er aktuell bekommt? Momentan hat mein Bruder die Vormundschaft für ihn, müssen wir die auf mich übertragen, oder ist das egal?

    So, das ist jetzt nach dem kurzen Anfang doch noch sehr lang geworden. Ich hoffe ihr habt trotzdem die Nerven, das zu lesen und könnt mir vielleicht etwas dazu sagen.

    Liebe Grüße Alisha

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von AlishaSL ()

  • Guten Abend Alisha,

    Herzlich willkommen im Elterpflegeforum.

    Diese Situation der Vaterpflege gestaltet sich sehr schwer. Schon auf diese Distanz hin ist es schier unmöglich wirklich sinnvoll zu handeln und die Dinge passend zu regeln.

    Wie würde es denn mit der Krankenversicherung Deines Vaters aussehen, wenn er nach Germany kommen würde? Ich glaube, da würde schon ein Riesenproblem auftauchen und wenn er nicht in einer deutschen Krankenversicherung Mitglied ist und in Deutschland auch polizeilich gemeldet ist, besteht auch kein Anspruch auf Pflegegeld.

    Es könnte also, bei aller Liebe und allen guten Ansätzen eine für Euch nicht finanzierbare medizinische Kostenkrise auftauchen.

    Vielleicht ist es sinnvoller und kostengünstiger, Ihr fliegt so oft es geht nach Übersee und verbringt Zeit mit ihm, oder Du gehst für ein paar Monate in die Staaten und versorgst ihn.

    Bitte in Eurem Interesse und zu Eurer Absicherung, klärt all diese Dinge erst ab bevor Ihr handelt.

    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


  • Hallo Brigitte!

    Vielen lieben Dank für Deine Antwort!
    Ja, eben das mit dem Abklären ist da Problematisch. Bisher konnten mir weder ein Anwalt für Familienrecht noch das amerikanische Konsulat helfen. Allein das ist schon schwierig, weil sich niemand zuständig zu fühlen schien bisher. Aber bis ich Antworten habe, tut sich, allein zum Wohle der Kinder, erst mal nichts. Diese Kostenkrise ist nämlich meine große Angst dabei.
    Aber die Krankenkasse kann mir sicher Auskunft geben, inwieweit ich meinen Vater Versichern lassen kann. Familienversichern kann ich ihn nicht, oder?!

    Liebe Grüße
    Alisha