Sonnenblume kümmert sich um die psychisch kranken Schwiegereltern

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  • Sonnenblume kümmert sich um die psychisch kranken Schwiegereltern

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen.
    Ich bin 34 Jahre alt, habe 4 Kinder (9, 6 und 3 Jahre sowie das jüngste 2 Monate alt). Meine Älteste ist nicht so ganz gesund, deshalb bin ich öfter bei den Reha-Kids unterwegs, diese haben mir euer Forum hier empfohlen. Ich habe Krankenschwester gelernt, bin aber seit der Geburt meiner Ältesten fast nicht mehr berufstätig. Nur ab und zu 400 Euro Basis Jobs zwischen 2 Kindern.
    Ich kümmere mich um meine psychisch kranken Schwiegerleltern. Wir leben nciht in der gleichen Stadt wie die beiden, was das ganze ziemlich erschwert. Ich muss immer 50km über die Autobahn um vor Ort aktiv zu werden. Aber vieles geht auch telefonsich.

    Er, 60 Jahre alt, ist vor 2 Jahren ganz überraschend psychisch erkrankt. Er war immer wieder für mehrere Monate in der Psychiatrie, nach wenigen Tagen zu Hause gings sofort wieder bergab. im Juni 2015 bekam er plötzlich eine Lungenentzündung, schwebte in Lebensgefahr, wurde ins künstliche Koma versetzt. Als die Ärzte ihn da raus geholt hatten, reagierte er für alle völlig überraschend nicht mehr auf Ansprache, bewegte sich nicht mehr, musste weiter künstlch beatmet werden etc. Viele Untersuchungen führten zu keiner körperlichen Ursache hierfür, so dass eine Psychiatrische Diagnose gestellt wurde. Seit September lebt er im Pflegeheim. Er ist nicht mehr künstlich beatmet, hat aber noch eine Trachaelkanüle. Muss abgesaugt werden. Er hat Schluckstörungen unklarer Ursache und wird künstlich ernährt. Mittlerweile reagiert er auf Ansprache. Erkennt mich und seine anderen Angehörigen auch meistens. Kann aber kaum sprechen, weil er mit dem Sprechaufsatz auf der Kanüle immer aspiriert. Er versucht manchmal mit den Lippen Worte zu formen, aber das klappt nicht so gut. Er ist auch sehr steif und spastisch. die Bewegungsfähigkeit der Arme und Beine ist sehr eingeschränkt. Muss wegen Chlostridien isoliert werden. Hat einen großen Dekubitus am Steiß. kann nicht in den Rollstuhl mobilisiert werden. Mittlerweile gibt es aber Zweifel an der psychiatrischen Diagnose und wir wollen im neuen Jahr alle Patientenunterlagen anfordern um die Diagnose durch Experten (muss ich irgendwo in Deutschland noch suchen) neu überprüfen zu lassen. Er hat eine Berufsbetreuerin, die uns etwas entlasten soll. (Behördensachen, Unterschriften für Untersuchungen etc) Ich will mir jetzt eine Vollmacht für die Gesundheitsfragen geben lassen.

    Sie, 56 Jahre alt, ist seit über 33 Jahren psychisch krank. Es fing kurz nach der Geburt meines Mannes an. Sie hatte immer wieder gute Phasen, aber auch viele schlechte Phasen. Steht dauerhaft unter Medikamenten. Ist immer mal wieder in der Psychiatrie. Bis ihr Mann erkrankte, hat er sich um seine Frau gekümmert. Sie ist seit 1994 EU Rentnerin. Er hatte früher die Betreuung Gesundheitsfürsorge für sie, seitdem er krank ist, haben wir die Betreuung für die Gesundheitsfürsorge. Alle anderen Punkte darf sie offiziell noch alleine, braucht aber viel Hilfe. Seitdem ihr Mann krank ist, geht es ihr psychisch sehr schlecht. Sie verkraftet das ganze nicht so. Es gab auch einige Vorfälle und so waren die letzten Jahre für alle sehr stressig. Sie ist auch körperlich in keinem guten Zustand. Einkaufen fällt ihr schwer. Sie kann schlecht laufen. Haushalt klappt aber noch so eingiermaßen. Sie hat sich jetzt aber durch mangelnde Krankheitseinsicht selbst in Lebensgefahr gebracht und so wollen wir jetzt Hilfe für sie organisieren. (Pflegedienst für Medikamentengabe, 2x/Woche Tagesstätte für psychisch Kranke, 6 Stunden pro Monat Lebenshilfe zur Unterstützung im häuslichen Bereich)

    Liebe Grüße
    Sonnenblume
  • Hallo Sonnenblume,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Die Geschichte Deiner Schwiegereltern liest sich sehr dramatisch. Wie geht es Deinem Mann mit dieser Situation?

    Gibt es noch weitere Kinder oder Familienangehörige, sich sich um die Senioren kümmern können?

    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


  • Danke Dir Brigitte.

    Es gibt noch einen zweiten Sohn. Aber mein Schwager wohnt zu weit entfernt um helfen zu können. 4-5 Stunden Autofahrt entfernt. Und er hat selber Familie, ist berufstätig etc. Ich halte ihn telefonisch auf dem laufenden, informiere ihn über alle Schritte und wieso wir was tun. Frage, ob das ok für ihn ist. Damit es nicht hinterher zu irgendwelchen Vorwürfen kommt.
    Genauso handhabe ich es mit der 85 jährigen Oma, der Mutter meines Schwiegervaters. Sie wohnt auch zu weit entfernt, ist geistig aber noch sehr fit und hat zu allem eine Meinung, Nur der Körper will nicht mehr so, aber das ist mit 85 Jahren ja normal. Und auch den Bruder meines Schwiegervaters halte ich immer telefonsich über alles auf dem laufenden. Da schreibe ich immer mit seiner Frau, die ist Leiterin eines Pflegeheimes und hat hier und da einen Rat für mich. Wohnt aber auch zu weit entfernt. Sie hat außerdem auch genug eigene Sorgen, denn ihr Mann, also der Bruder meines Schwiegervaters, hat vor 1,5 Jahren Kehlkopfkrebs bekommen. Also liegt die Pflicht für alles doch mehr oder weniger bei uns. Darum versuchen wir uns Entlastung zu besorgen, so gut es eben geht.

    Wie mein Mann mit der Situation umgeht?
    Nun ja, er telefoniert regelmäßig, fast täglich, mit seiner Mutter, versucht sie am Telefon immer wieder aufzubauen, ihr gut zuzureden. Vor allem wenn sie sich von mir bevormundet und persönlich angegriffen fühlt, wenn ich kritische Themen anspreche. Da muss er dann leider doch ran.
    Aber eigentlich wird ihm das alles langsam etwas zu viel. Am liebsten würde er alles hinschmeißen. Er geht schließlich noch arbeiten und ist zur Zeit für die finanzielle Lage unserer eigenen Familie alleine verantwortlich. Ich merke immer mehr dass ihm die Kraft ausgeht. Darum versuche ich zu übernehmen was möglich ist. Also Besuche im Pflegeheim, Termine bei Schwiegermutter, Telefonate mit Ärzten etc. Fachlich habe ich zum Glück durch meine Ausbildung etwas mehr Kompetenz und versuche immer wieder, auch die nötige Distanz zu wahren, das alles beruflich zu sehen. Aber das ist doch oft sehr schwer.

    Viele Grüße
    Sonnenblume