juliana25 pflegt 91-jährige Mutter

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  • juliana pflegt 91-jährige Mutter

    Hallo,
    mein Nickname ist juliana25. Ich, war Krankenschwester, bin nach 40 Dienstjahren in Pension und pflege derzeit meine Mutter (nahezu blind, Hörgeräte bds. Altersdemenz), die körperlich immer schwächer wird, auch vieles vergisst.
    So kann sie z.B. seit einigen Tagen nicht mehr sagen, wie alt sie ist, welche Jahreszeit wir haben etc. Andererseits merkt sie sich Dinge, an die ich oft nicht denke.
    Im Oktober vergangen Jahres ist mein Mann an Hirnmetastasen bei Lungenkrebs gestorben. Für 7 Monate hatte ich nicht nur meine Mutter, sondern auch meinen Mann zu pflegen. Dabei bin ich oft an die Grenzen meiner psychischen Kraft gekommen.
    Nun ist es so, dass ich meine Mutter auch nicht für 1 Stunde alleine lassen kann. Mein Leben dreht sich nur um ihre Pflege. Nebenbei habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir denke, der Herrgott soll sie einschlafen lassen.
    Einzig mein Sohn, der aber berufstätig ist, entlastet mich regelmäßig, indem er für einen Nachmittag auf die Oma schaut.
    Meine Schwester lebt mit ihrer Familie in Australien.
    Von Verwandten und Freunden bekomme ich oft zu hören, ich solle auf mich schauen, dass es mir gut geht. Aber wie ist das möglich? Es gibt bei uns keinen Pflegeentlastungsdienst, die Volkshilfe kommt nur um Hilfe bei der Pflege zu geben, aber nicht für einige Stunden. Außerdem könnte ich mir das nicht leisten, da deren Stundensätze so hoch sind, dass das Pflegegeld mit 10 Stunden weg wäre.
    So, nun habe ich genug gejammert und hoffe, Euch nicht zu sehr auf die Nerven gegangen zu sein;-)
    Es grüßt Euch juliana25
  • Guten Morgen Juliana und herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Du hast wirklich eine traurige, schwere Zeit hinter Dir und Dich kaum erholen können.

    Es ist immer leicht gesagt, schau nach Dir selber, aber irgendwie ist man wie einem Hamsterrad gefangen, dass sich immer weiter dreht.

    Gibt es in Eurer Wohngegend organisierte Nachbarschaftshilfe, die Du mit an Bord nehmen könntest? Sie dürfen auch inzwischen über die erweiterte Betreuungsleistung abrechnen mit der Pflegekasse und so könntest Du Dir etwas frei Zeit ermöglichen und Deine Mutter wäre gut versorgt.

    Wie schaut es aus mit netten Nachbarn, die sich vielleicht zum täglichen Kaffeetrinken Deine Mutter besuchen würden?

    Oder Besuchsdienste der Kirchengemeinde, Seniorennachmittage für Senioren mit erhöhtem Hilfebedarf?

    Versuche Dir jede Entlastung zu holen, die möglich ist damit auch Du einfach mal jeden Tag für 1-2 Stunden raus treten kannst aus dem Pflegealltag.


    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Brigitte ()

  • Hallo Juliana,
    das Problem hatte ich auch. Mutter bettlägerig und den ganzen Tag alleine, bzw. nur ich oder der Pflegedienst kamen.. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, denn man hat ja noch eine eigene Familie und einen eigenen Haushalt.

    Aber es gibt Möglichkeiten, wie schon Brigitte geschrieben hat. Ich nutze das Angebot "niedrigschwelliger Betreuungsangebote". Hier bei uns im Ort gibt es Menschen, die das ehrenamtlich übernehmen. Sie werden mit 7,50 Euro/Stunde vergütet. Von der KK gibt es pro Monat einen Betrag von 104 Euro, eventuell auch 208 Euro. Ich habe einen Link gefunden, allerdings für NRW. Ob es das gleiche in anderen Bundesländern gibt, weiß ich nicht.

    http://www.demenz-service-nrw.de/Betreuung.html

    Erkundige dich mal, ob es das auch in deinem Wohnort gibt.

    Liebe Grüße
    Erika