Verzweifelt - langjährige Pflege des Vaters und der Mutter

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  • Verzweifelt - langjährige Pflege des Vaters und der Mutter

    Hallo,

    meine Eltern waren bis zu deren 86. Lebensjahr relativ gesund und fit. Dann hatte mein Vater eine Gallenkolik und die Galle wurde dann operativ entfernt. Nach dieser Op war Vater nicht mehr wie früher. Er war depressiv und hatte seltsame Beschwerden. Wir rannten von Arzt zu Arzt und niemand fand was. Er bekam Antidepressiva und wir bekamen zur Antwort, was wir denn wollten, der Vater ist halt alt.
    Es wurde immer schlimmer, er fiel ständig hin etc. Irgendwann hies es dann, es sei ein atypischer Parkinson, da könne man nichts machen. Er hatte dann immer wieder Lungenentzündungen, er erholte sich wieder und bekam dann verschiedene dopaminhaltige Medikamente.
    Er hatte Halluzinationen, Depressionen und konnte nicht mehr laufen. Er wurde bettlägerig mit allen Folgen. Es war für ihn und uns die Hölle.

    Die Pflege wurde von einer poln. Hilfskraft, Pflegedienst und uns Töchter erbracht. Er starb dann mit 90 Jahren an einer Lungenentzündung. Während dieser Zeit bekam meine Mutter die Diagnose Spinalkanalstenose und Arthrose in den Hüften. Sie konnte sehr schlecht laufen. Wir hatten einen Op-Termin zur Op. der Spinalkanalstenose und einen Gleitwirbel. Der Arzt im KKH teilte uns mit, dass die OP ca. 7 Std. dauern würde. Meine Mutter lehnte diese OP ab, mit der Angst, ihr gehe es nachher auch so, wie unserem Vater. Es wurde immer schlimmer, sie konnte kaum noch laufen.

    Ich wollte sie nochmals in der Neurochirurgie im KKH vorstellen, doch ihr Hausarzt machte ihr und mir auch Angst, sie würde diese OP doch in ihrem Alter (87) doch nicht mehr überstehen, Diabetes etc. Sie ist inzwischen 92 Jahre alt, sitzt im Rollstuhl, kann überhaupt nicht mehr laufen und hat Pflegestufe 3. Sie war bis vor ein paar Wochen geistig einigermaßen fit, aber durch das Nichtlaufen und das viele Sitzen und Liegen kommen immer mehr Probleme dazu.

    Sie wohnt in ihrem alten Haus, zusammen mit einer poln. Hilfskraft. Der Pflegedienst kommt zum Spritzen und wir drei Töchter schauen regelmäßig nach ihr. Aber jetzt kommt noch für mich die zusätzliche Belastung, ich kann mir nicht verzeihen, dass ich nicht doch noch nach weiteren Möglichkeiten einer Op. der Spinalkanalstenose geschaut habe.

    Ich bilde mir ein, dass eine Op. doch vielleicht geholfen hätte und fühle mich so furchtbar schuldig an ihrem Zustand, dass ich inzwischen zu einem Psychologen gehen musste, da ich mit dieser Situation überhaupt nicht mehr zurecht komme.
    Ich mache mir ständig Vorwürfe und hadere mit dieser Entscheidung. Irgendwie dachte ich damals, eine Op. kann man ihr doch nicht mehr antun und dann noch der Hausarzt mit seiner ablehnenden Haltung. Ich drehe mich ständig im Kreis mit diesen Gedanken und es tut mir in der Seele weh, zu sehen, wie meine Mutter so furchtbar unter ihrer Situation leidet. Sie weint oft, und will sterben. Ich fühle mich so schuldig. Hätte ich doch damals ........

    Gibt es jemanden, dem es auch so geht?

    Th.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Heike () aus folgendem Grund: Text strukturiert: Absätze eingefügt

  • Guten Morgen Thessy,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Ein wenig kann ich den Arzt verstehen, wenn er Bedenken hat mit dieser OP. Es gibt keine wirklich Garantie, dass danach schmerzfreies, richtiges Gehen wieder möglich ist und eine Narkose in dem hohen Alter kann auch noch weiteren Einfluß auf die hirnorganischen Veränderungen haben.

    Eine schwierige Entscheidung, die nicht mal ein Arzt treffen mag. Du musst Dich nicht mit Vorwürfen belasten. Du sorgst doch gut für Deine Mutter, es ist alles super organisiert .

    Wir können nicht immer alles zu 100% richtig machen und Entscheidungen zu treffen, wenn selbst ein Arzt sie nicht treffen mag????

    Rein theoretisch kann der Kanal erweitert werden, wenn ansonsten keine Auffälligkeiten da sind, wenn das OP Gebiet offen liegt. Alles kann man nicht mit Bildgebenden Verfahren erkennen.

    Ich glaube, ich würde für mich selber einer solchen OP nicht zustimmen.

    Liebe Grüssle

    Brigitte
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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung