Matilda pflegt schwerkranken Vater

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  • Kati -pflegt schwerkranken Vater, der ärztliche Behandlung ablehnt

    Hallo, liebe Gemeinde

    mein Name ist Kati und ich bin fast 40 Jahre alt.
    Mein Vater ist offenbar schwer krank und lehnte jahrzehntelang auch jeglichen Arztbesuch ab. Nun , da seine Kraft enorm nachließ, durften meine Mutter und ich eine Allgemeinärztin kommen lassen (das war vor ca 6 Wochen). Diese untersuchte meinen Vater im Rahmen ihrer Möglichkeiten und stellte eine schwere Blutarmut fest.
    Sie wollte ihn direkt ins Krankenhaus überweisen, weil dringend eine Dialyse notwendig wäre. Ausserdem musste nach der Ursache dafür gesucht werden.
    Mein Vater lehnte ab!
    Selbst als man ihm sagte, er hätte in diesem Zustand bestenfalls noch 6-9 Monate zu leben, konnte ihn das nicht überzeugen.
    Er ist der Meinung noch eine ganz andere Krankheit zu haben....nun ja, nach umfangreicher Recherche ist tatsächlich zu vermuten, dass es sich hier eventuell um bereits fortgeschrittenen Nieren-oder Prostatakrebs handelt. Aber das ist nur ne Vermutung...

    Ich sowie auch der Rest der Familie akzeptieren seine Entscheidung, da wir wissen, dass er eine Phobie vor Ärzten und Krankenhäusern hat und es immer schon sein größter Wunsch war daheim sterben zu dürfen.
    Wir pflegen ihn daheim. Doch er wird mit jedem Tag schwächer und es muss 24 Stunden rund um die Uhr jemand bei ihm sein.
    Es zehrt unglaublich an unseren Kräften, vorallem an denen meiner Mutter, da er ihr gegenüber weniger rücksichtsvoll ist und sie selbst gesundheitlich zu kämpfen hat.

    Im Grunde ist noch längst nicht alles erzählt. Ich weiss auch nicht, ob das wichtig ist, denn ich suche eigentlich Leute, die mir sagen können, wie man das psychisch wegstecken kann.
    Zu wissen, dass der geliebte Mensch sterben wird, ihm dabei zusehen zu müssen, alles für ihn tun zu wollen, aber wiederum auch nicht zu können, weil man ja selbst eine Familie und noch nen Job hat...ach ja, und noch ne Oma, die ebenfalls versorgt werden muss und eine Mutter, die keine Kraft mehr hat und nen Bruder, der zwar gern helfen will, aber den Verfall vom Vater nicht erträgt....., mal davon abgesehen, dass ich ihm weder Schmerzen, noch Angst nehmen kann.

    Mein Vater ist gestern 73 geworden und es war der grausamste Geburtstag, den ich je erlebt hab. Denn was will man denn einem Sterbenden wünschen???Jemanden der kaum noch redet, die meiste Zeit liegt, Löcher in die Luft starrt, der offenbar große Schwerzen hat und nur noch wenige Meter auf eigenen Füssen laufen kann, wenn ihn einer dabei hält??

    Jedenfalls sind wir alle nur noch am Heulen, versuchen aber für Vater stark zu sein.
    Doch wie kann man das auf Dauer durchhalten?
    Hat jemand einen Tip?

    LG Kati
    Wer niemals geliebt hat, hat auch niemals gelebt.
  • Hallo Kati,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Das ist wirklich sehr heftig traurig und ich weiß nicht wirklich, ob ihr Deinem Vater gegen seinen Willen helfen könnt.

    Die Schmerzen könnten ihm vielleicht mit Morphinplastern genommen werden, die müsste aber ein Arzt verordnen. Aber wenn er dieses Mittel auch verweigert? Solange er sich noch äußern kann wird es wohl schwierig. Wenn nicht, dann würde es schon funktionieren.

    Redet dringend mit dem Arzt und lasst Euch erklären, wie Ihr diese Pflaster kleben und dosieren könnt.

    Wie Ihr dieses große Drama verkraften sollt ist nur ansatzweise möglich, wenn Ihr darüber redet und nicht alles runter schluckt. Dein Vater mutet Euch sehr viel zu, warum auch immer. Könnt Ihr ihn bitten, wenigstens diese Hilfe an zu nehmen Euch zu Liebe?

    Es könnte noch eine Betreuung angeregt werden beim Vormundschaftsgericht, aber wenn Du z.B. die Betreuung übernehmen würdest und Entscheiden könntest, würdest Du gegen den Willen Deines Vaters entscheiden? Außerdem geht das Alles nicht von heute auf morgen.

    Eure Situation ist so traurig und schwierig und ich kann Euch nur von Herzen Wünschen, dass Dein Vater noch ein kleines bisschen Einsehen bekommt um Hilfe an zu nehmen und Euch zu entlasten damit.

    Traurige Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Brigitte ()

  • Vielen Dank, Brigitte

    auch für den Ratschlag mit dem Pflaster. Nur leider wird kein Arzt der Welt dieses verschreiben, wenn er keine eindeutige Diagnose stellen kann. Zumal mein Vater seine Schmerzen nicht zu gibt. Er schluckt mittlerweile 5 Paracetamol-Tabletten am Tag ohne das er uns sagt, was ihn so schmerzt. Er schweigt einfach.
    Aber wir sehen ja, dass er bei jeder Bewegung Schmerzen hat und deswegen Husten und Niesen auch unterdrückt so gut es geht.

    Eine Vormundschaft ist auch nur zu bekommen, wenn er geistig nicht mehr auf der Höhe wäre. Die Ärztin hat ihn auch deswegen "begutachtet", aber offenbar ist genau das das Einzige, was wirklich noch zu 100% funktioniert. Somit gibt es auch da keine Chance auf Hilfe.

    Einzig eine Pflegestufe könnten wir versuchen zu bekommen, aber auch da müsste der MDK nach Hause kommen und Vater untersuchen. Das weiss ich seit 3 Tagen, habe aber noch keine Möglichkeit gefunden darüber mit meinen Eltern zu sprechen. Es würde ohnehin nur finanziell etwas Erleichterung bringen, da er sich nur ausschliesslich von mir waschen bzw. sämtliche hygienische Versorgung machen, lässt.

    So, nun hat gerade mein Mom angerufen. Paracetamol schlägt nicht mehr an, und er hat unheimliche Schmerzen, die Ärztin ist im Urlaub und wir haben keine Ahnung wie wir ihm helfen sollen.
    Mein 16 jähriger Sohn bringt ihnen gerade ne Packung Dolormin extra, weil ich mich jetzt für die Arbeit fertig machen muss. Ob´s hilft??? Ich glaube nicht...

    So hilflos zu sein, ist grausam. Mein Mom jetzt damit allein lassen zu müssen, weil ich auf Arbeit muss, ebenso. Und der Gedanke, dass die Zeit vielleicht schon abgelaufen ist oder noch heute ein Notfall eintritt und ich nicht für beide da sein kann...pfff

    Danke jedenfalls, dass ihr mich versteht!

    LG Kati
    Wer niemals geliebt hat, hat auch niemals gelebt.