Susi kümmert sich um ihren Opa

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  • Es ist nicht einfach.

    Liebe Forummitglieder,

    ich habe mich angemeldet, weil ich mich immer wieder überfordert fühle.

    Mein Opa ist sehr krank und pflegebedürftig. Meine Oma kümmert sich um ihn zu Hause und wir Familienangehörigen helfen, wo wir können. Er kann seit ca. einem Jahr nicht mehr gehen und ist zudem sehr schwer, was die Sache verkompliziert.

    In den letzten Jahren war er sehr häufig im Krankenhaus. Wir mussten zu dritt Schichten einlegen, damit immer einer bei ihm ist, weil er sonst sehr aggressiv auf das Krankenhauspersonal reagiert hat und alle Maßnahmen, Untersuchungen und Tabletten verweigerte. Wenn einer aus der Familie da war (seine Frau, sein Sohn oder ich), dann war er lieb.

    Ich bin mehrmals im Jahr wochenlang nach der Arbeit zum Krankenhaus gefahren und habe da Stunden verbracht. Dann wieder den ganzen Weg zurück (50km), geschlafen, gearbeitet und wieder zum Krankenhaus. Ich arbeite Vollzeit und trage ziemlich viel Verantwortung in meinem Beruf.

    Zudem musste ich für meine Großeltern so ziemlich alles erledigen, Einkäufe, Behördengänge, Arztbesuche (auch mit Oma) usw.

    Ich hatte so gut wie kein Privatleben und der Stress mündete in einer Erkrankung. Daraufhin haben mein Onkel (also der Sohn) uns drum gekümmert, dass meine Oma Hilfe bei der Pflege erhält. Eine Nachbarin erklärte sich bereit meine Oma zu unterstützen. Sie wohnt direkt nebenan und wird dafür bezahlt. Einen Pflegedienst lehnte Oma ab. Die Gründe sind für mich nicht nachvollziehbar.

    Jetzt ist es so, dass ich mich etwas zurückgezogen habe, weil ich nicht mehr konnte. Mir fing es an immer besser zu gehen. Ich fühlte mich sowohl körperlich als auch seelisch besser. Ich war wirklich kurz davor depressiv zu werden, ich hatte keine Lebenslust mehr.

    Das Problem ist jetzt, dass meine Oma und ihre Schwester mir Vorwürfe und schlechtes Gewissen machen.
    All die Jahre, in denen ich mich selbst aufgegeben habe, zählen nicht mehr.

    Und deswegen bin ich hier.
  • Hallo Susi,

    herzlich willkommen hier in diesem schönen Forum. Hier kann man sich toll austauschen.

    Laß dir bitte keine Vorwürfe oder schlechtes Gewissen einreden. Das hast du wirklich nicht verdient. So etwas kenne ich auch irgendwo her. Der Vorwurf war, daß ich mich nicht genügend um meine Mutter kümmern würde. 2x im Monat für einen Vormittag zu besuchen wäre zuwenig. Muß dazu sagen, daß ich selber einen Pflegefall (autistisches Kind mit Einschlafstörungen).

    Die sollen doch froh sein, daß du nicht ganz aus der Welt bist. Erzähle denen doch mal was hier Fakt ist. Ich finde es schon schlimm genug, daß man sich völlig aufopfert für die Pflege und man dann nur noch Vorwürfe bekommt. Weiter aufopfern würde ich mich nicht an deiner Stelle. Helfen ja, soweit wie man Zeit hat. Und du darfst gerne auch an dich denken. Das ist ganz wichtig. Sonst gehst du nämlich körperlich und seelisch bergab. Pflegen ist emotional und körperlich teilweise sehr anstrengend. Hab meine Mutter auch mal eine Zeitlang nebenbei gepflegt zu meinen Autisten. Ich war mehr als null und alle.

    Hier in diesem Forum bist du goldrichtig. Wir sind eine sehr nette Truppe und stehen hier mit Rat und Tat, soweit es geht, beiseite
    und helfen uns hier gegenseitig.

    LG Andrea
    Autistenmama
  • Hallo Susi,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Kannst Du eventuell Deiner Oma gegenüber aussprechen, wie Du Dich fühlst und ihr erklären, warum Du dieses Rundumsorglospaket nicht mehr leisten kannst?

    Leider wir diese Selbstverständlichkeit häufig in ähnlichen Situationen einfach erwartet und verlangt und die Senioren wollen nicht wahr haben, dass andere Familienmitglieder auch ein eigenes Leben haben.

    Vielleicht solltet Ihr vorsichtig versuchen, Deine Oma mit der Hilfe eines Pflegedienstes vertraut zu machen, damit sie erkennen kann, dass ihr nichts Schlimmes passiert, wenn fremde Menschen ins Haus kommen um sie zu unterstützen.

    Ein schlechtes Gewissen solltest Du Dir auf jeden Fall nicht machen lassen, kommuniziere mit Deiner Oma und erkläre Dich.

    Liebe Grüssle und Mut

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung