Lunae pflegt ihre Großeltern

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  • Lunae pflegt ihre Großeltern

    Hallo Lunae,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum! :winke:

    Schön, dass du zu uns gefunden hast, wir sind eine nette Gemeinschaft aktiv und beruflich Pflegender sowie mittlerweile auch vieler "Ehemaliger", die dem liebgewonnenen Forum weiter die Treue halten. ^^
    Gern möchten wir auch dich unterstützen, deshalb bitten wir Dich herzlich, dass Du Dich uns kurz vorstellst und uns erzählst, was Dich zu uns führt.

    Wie deine Vorstellung aussehen sollte, findest du hier: Hinweise und Tipps für eine gelungene Vorstellung - Bitte lesen!

    Erst nach deiner Vorstellung erhältst du auch Zugriff auf die Bereiche mit sehr persönlichen Themen und kannst an den Diskussionen teilnehmen, sowie Persönliche Nachrichten verschicken.

    Wenn du irgendwelche Probleme mit der Technik haben solltest, weil du vielleicht ein Internetneuling bist, melde Dich doch bitte bei Heike, sie hilft Dir dann gern weiter.
    Fragen zur Pflege beantworten wir nur im Forum ! ;)

    Bitte klick' jetzt hier rechts unter diesem Beitrag einfach auf "Antworten", um Dich vorzustellen und uns zu erzählen, was Dich zu uns führt.
    Nur so können wir Dir auch aktiv helfen - und dafür ist das Forum ja da!

    Viele Grüße,
    das Foren Team
  • Hallo, ich bin Lunae und ich freue mich, diese Seite hier gefunden zu haben! :)

    Ich habe noch nicht so viel Forumserfahrung, deswegen hoffe ich auf etwas Nachsicht, sollten mir ein paar Fehler bei der Vorstellung passieren. ^^

    Aber nun ein paar Worte zu mir:
    Ich lebe mit meiner besseren Hälfte samt Flauschkugel (Katze) in einer kleinen Mietwohnung in einer größeren Stadt in Österreich. Obwohl ich nicht direkt aus Deutschland komme, hoffe ich trotzdem auf ein paar wertvolle Tipps & Hilfestellungen bei etwaigen Themen. Das Forum erschien mir aber so sympathisch und kompetent, dass ich mich dennoch hier registriert habe. :)

    Ich bin Mitte/Ende Zwanzig, und pflege seit einiger Zeit meine beiden Großeltern, bei denen ich aufgewachsen bin.

    Bei meinem Großvater geht es seit einiger Zeit geistig sehr schnell, sehr rapide bergab. Er weigert sich aber standhaft einen Neurologen etc aufzusuchen. Sobald ihn jemand auf die ganze Problematik anspricht, reagiert er mit Aggression, Unverständnis und extremer Abneigung und blockt alles und jeden ab. Körperlich ist er soweit in Ordnung, außer einer extremen Müdigkeit in den letzten Wochen bzw Monaten. Er steht zwar in der Früh auf, macht sich dann auch soweit fertig und isst eine Kleinigkeit. Verschwindet aber danach wieder angezogen ins Bett bzw er liegt dann auf dem gemachten Bett auf der Tagesdacke, wo er dann solange darin liegen bleibt, bis man ihn entweder nach draußen schickt für eine "erfundene" notwendige Kleinigkeit zum Besorgen - damit er auch mal etwas Sonne abbekommt :wacko: - oder eben zum Essen ruft, wegen seiner Medikamente. Trotz dem ganzen Tagesschlaf, schläft er aber auch in der Nacht durch, und geistert nicht irgendwo in der Wohung oder so herum. Manchmal ängstigt mich das schon ein wenig. :pinch: Ein Morgenmensch war er aber noch nie, vielleicht liegt es auch zum Teil daran. ?(

    Ansonsten ist er ein sehr gelassener Mensch und meistens der "Ruhepol" und Vermittler. In letzter Zeit, hat er aber öfter mal "Anfälle", gerade wenn ihn etwas überfordert oder andere Menschen ihn auf gewisse Sachen ansprechen, dass er plötzlich unglaublich ungehalten, jähzornig und bitterböse wird und regelrecht explodiert.. wie oben beschrieben.
    Nicht nur in der Familie, sondern auch außerhalb vor Fremden oder Bekannten. Das hatte er früher nie. Meine Großmutter schämt sich dann in so einer Situation oft für ihn, und geht dann einfach weg und oder lästert mit verdrehten Augen ein wenig abfällig über ihn, während sie den Umstehenden sagt, dass sie ihn nicht ernst nehmen sollen während sie abwinkt. Je nachdem. Ich stehe dann oft wie eine Blöde daneben, teils unangenehm berührt teils verzweifelt, und versuche beruhigend auf ihn einzuwirken und ihm aus der Situation heraus zu holen ohne allzu viel TamTam. Er meint es nicht böse. In der Situation schon, aber wenn er sich wieder beruhigt hat, dann ist er wieder wie der Alte und der höflichste Mensch überhaupt. Ein richtiger Sonnenschein. Zum Glück, kann er sich an diese Vorfälle dann bald nicht mehr erinnern, weil er es einfach innerhalb weniger Tage vergisst. Manchmal beneide ich ihn darum.. so muss er das Erlebte, nicht so wie ich, mit sich herumschleppen und immer wieder aufarbeiten.

    Bei meiner Großmutter ist es genau anders herum. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt ist sie körperlich nun so stark angeschlagen, dass praktisch "nichts mehr geht" ohne Hilfe. Körperlich zumindest. Also nicht, wie in der Zeit davor. Geistig hat sie sich, wiedererwarten, besser erholt als anfänglich gedacht bzw erhofft und ist wieder ganz die Alte. Obwohl ich zugeben muss, dass sie seit dieser Zeit oft extrem misstrauisch und auch oft "schreckhaft" ist. Die Ärzte sind aber ansonsten immer noch sehr erstaunt, dass es ihr mittlerweile so gut geht. Seit dieser Zeit hat sie übrigens einen implantieren Defibrillator in der Brust.

    Sie geht seit der Zeit mit einem Rollator, nachdem sie sich verbissen gegen einen Rollstuhl verweigert hat, trotz Anraten der Ärzte weil sie oft extrem schwach und zittrig auf den Beinen ist samt Schwindel. Das klappt mit viel Schnauferei und Zitterei und regelmässigen Pausen ihrerseits zwar mittlerweile ganz gut.. aber nunja. Im Gegensatz zu meinem Großvater ist sie immer noch, trotz der körperlichen Angeschlagenheit, ein absoluter Morgenmensch, und würde wenn sie könnte, auch schon um 4 in der Früh auf der Matte stehen. Dafür ist sie dann auch schon ab Mittag ziemlich müde, und nickt immer wieder mal ein.

    Sie ist extrem quierliger Mensch, war sie schon immer, dem es nie schnell genug gehen kann, und versteht dann auch oft nicht, wenn andere nicht mit ihrem gewollten bzw vorgegebenem Tempo mithalten können, und wird dann oft sehr böse und teilweise beleidigend. Körperlich schafft sie es wie gesagt nicht mehr so gut, dafür mit ihrem Mund umso mehr. Sie stellt mir dann auch gerne mal gewisse Aufgaben im Haushalt, die ich dann uuunbedingt sofort und gleich machen soll ..egal ob ich gerade mitten am Kochen oder Bügeln bin.. dann setzt sie sich wie ein Aufpasser mit ihrem Rollator neben mich und wirft mir teilweise ununterbrochen Dinge an den Kopf, wie ich es nicht besser, schneller, effizienter machen könntesolltemüsste ihrer Meinung nach und keift mir ins Ohr, wenn ich mal wieder alles falsch mache. Das geht dann meist stundenland so. Manchmal sehr anstrengend.. :denk: :dash: Ihre Lieblingsfloskel: Nicht gleich, sondern jetzt! :hammer::D

    Ab und an habe ich Glück, dann setzt sie sich ins Wohnzimmer oder in die Küche und liest Zeitung, und kommt mich nur alle halbe Stunde mal kontrollieren, ob ich eh alles "richtig" mache. So eine Situation überfordert mich dann oft komplett, und ich weiß oft nicht, wie ich alles gleichzeitig unter einen Hut bekommen soll. Ich kann nicht alles gleichzeitig machen, und dann noch GENAU dabei sein. Ich bin was das Putzen zb angeht sehr gewissenhaft, fast schon perfektionistisch und lasse mir dabei dann gerne Zeit, weil ich es ordentlich erledigen will. Ihr geht das dann aber oft zu langsam, und schon beginnt die Keiferei. Mache ich es aber schnell schnell wie von ihr angewiesen, und sie findet einen Mini-Wasser bzw Kalkfleck oder eine einzige Staubfluse, dann gnade mir Gott :| :rolleyes:

    Hachja, egal wie man es macht... es ist es falsch :thumbdown: :wacko: :D

    Meine Großelteren sind mittlerweile beide 70+ und leben zusammen in einer Mietwohnung im 5ten Stock in einem Altbau. Zum Glück mit Lift, der nur sehr selten einmal ausfällt. Sie nehmen beide regelmässig diverse Medikamente, und sind beide "kontrollierte" Diabetiker.

    Sie wohnen in der selben Stadt wie wir, ca. 45+ Minuten von uns entfernt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Meine Aufgabe ist, zu ihnen zu pendeln und all die Dinge zu erledigen, die sie nun nicht mehr schaffen. Und das umfasst so ziemlich jeden Punkt was das "Alltägliche" betrifft. Kochen, putzen, waschen, bügeln, einkaufen gehen, zu Ämtern und auf Behördengänge begleiten, schwere Sachen heben, Autoreifen wechseln, Hilfe bei der Körperpflege und auch dem Anziehen etc pp. Das Notwendigste schaffen sie auch mal ohne mich, aber wenn dann auch nur mehr schlecht als recht, und mehr murrend. Den Toilettengang schaffen sie aber noch alleine. Zum Glück! Mein Großvater hatte vor einigen Monaten zwar eine kurze Zeit der Inkontinenz wegen einer Prostata-OP, das hat sich aber mittlerweile wieder seeehr gebessert und es passiert kaum noch ein Malheur. Das freut mich sehr für ihn ^^


    Kinder, Freunde, Verwandschaft, Nachbarn, Putzfrau oder Pflegedienste sind kaum bzw nicht vorhanden und spielen bei der direkten Betreuung auch keine Rolle.

    Der "Löwenanteil" liegt wie gesagt, alleine bei mir und meinem Partner.


    Hier stand nun eigentlich ein längerer Text, wo ich noch genauer auf die Situation eingegangen bin, aber ich habe einfach gemerkt, dass ganze wird viel zu persönlich und privat wird, und deswegen habe ich diese Passage nun gelöscht und würde mir lieber in einem etwas weniger "öffentlichen" Teil des Forums meine Gedanken von der Seele schreiben.
    Ich hoffe, dass ist okay und es nimmt mir niemand übel. Vielleicht kann mir ja jemand einen Tipp geben, in welchem Abschnitt meine bzw unsere "Geschichte" gut aufgehoben wäre, für den Anfang. ?( Abgesehen davon ist es auch so schon lang genug, und ich will niemanden mit so einem Roman quälen :whistling: :D :dead: :(



    Trotz den kleingroßen Schwierigkeiten zwischendurch, zerreißt es mir manchmal das Herz, weil ich die Beiden irgendwie "verblühen" sehe. Von Jahr zu Jahr mehr. So als würden sie immer mehr zu den Schatten ihrer selbst werden. Ich hoffe, dass klingt jetzt nicht irgendwie zu pathetisch.

    Ich kann irgendwie in letzter Zeit nicht mehr so gut schlafen, und weiß nicht so genau, wie das alles nun weiter gehen wird.
    Manchmal habe ich Angst vor der Zukunft.


    Lieben Gruß,
    Lunae :g03:
  • Guten Morgen Lunae,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum .

    Vielen Dank für Deine sehr ausführliche Vorstellung.

    Bitte rufe Dir im Internet Seiten auf zum Thema Validation und befasse Dich damit. Es ist eine Kommunikationsmethode, mit der besonders bei alten Menschen ( natürlich auch überall) , wenn ich sie richtig verinnerlicht ist, viele negative Empfinden und Äußerungen wertschätzend beeinflusst werden können und somit den Umgang um ein Vieles leichter machen.

    So auf lange Sicht hin denke ich, ist es schon sinnvoll, andere Helfer mit ein zu beziehen, da es für Dich sicherlich auch Zeiten zum entspannen und Kraft tanken geben muss.

    Du schreibst von Autoreifen wechseln--fahren die Senioren denn noch selber und sind auch noch sichere Verkehrsteilnehmer?

    Du kannst gerne zu Deinen Themen/Fragen jederzeit ein neues Thema beginnen, außerhalb des Vorstellungsbereiches.



    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung