Aure: Anspruch auf Tagesmutter?

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  • Anspruch auf Tagesmutter?

    Liebe Forengemeinde,
    ich bin Aure, 33, aus Rheinland-Pfalz. :)

    Ich habe acht Jahre lang meine Großtante gepflegt (Demenz, Parkinson, Pflegestufe 3 - Härtefall), bis sie Mitte letzten Jahres verstarb.
    Weil sie mir für die Pflege nichts zahlen konnte, und rund-um-die-Uhr Versorgung brauchte bezog ich ALG2. Während der Pflege wurde ich schwanger, und bin jetzt alleinerziehend mit einem Eineinhalbjährigen, wundervollen Sohn.
    nach dem Tod meiner Großtante rückte meine Mutter als zu Pflegende nach: gutartiger Hirntumor, keine komplette Entfernung durch OP und Bestrahlung möglich, aber Zustand stabil - Pflegestufe 1 anerkannt.

    Mir wächst die Arbeit über den Kopf!
    Auch die Therapien und sonstigen Notwendigkeiten meiner Mutter sind so kostenintensiv dass von ihrem Pflegegeld nichts als Lohn für mich übrig bleibt. Gezahlt wurden die Therapien nur so lange Fortschritte erkennbar waren, dass eine Verschlechterung eintritt, wenn sie auch nur einen Monat lang die Therapien ausfallen lässt wird nicht anerkannt.
    Auch braucht sie überall hin Begleitpersonen, und ich kann das mit dem Kleinen nicht leisten.

    Lange Rede, kurzer Sinn, ich fragte heute beim Jugendamt meiner Stadt nach, ob man mir eine Tagesmutter für zwei Vormittage wöchentlich bezahlen oder zumindest bezuschussen würde.
    Der Tenor war, wieso die Stadt dafür aufkommen solle, dass ich "lieber jemand anderen pflege", als mich um mein Kind zu kümmern. Ich solle doch lieber meine Mutter fremdbetreuuen lassen - ich weiß nun auch langjähriger Erfahrung, dass die Kosten dafür in keinster Relation stehen. Aber dann wäre es halt nicht die Stadt, die dafür aufkommen muss.

    Tatsächlich ist es wohl so, dass man sich mit solchen Anfragen gar nicht auskennt, man wusste nicht, ob das bezuschusst werden kann, es kam ihnen nur "komisch" vor.
    Ich soll jetzt einen ganzen Stapel Nachweise bringen, von der Pflegestufe, und dass ich als Betreuungsperson eingetragen bin, über das Pflegegeld, und wieso sie mir davon nichts zahlen kann, und die anerkannten Stunden - jeder hier weiß sicher, dass man mit den 90 Minuten die anerkannt werden nicht im Ansatz hinkommt..
    Kurz gesagt, ich frage mich wie viel Sinn das macht - ich habe so viel um die Ohren, ich muss einen Termin machen, damit ich duschen gehen kann.

    Gibt es Erfahrungswerte, Urteile, Gesetzestexte zu dem Thema, ob pflegende Angehörige Anspruch auf eine Betreuung des Kindes haben, zumal wenn alleinerziehend?
    Ich bin für jede Hilfe dankbar!
  • Hallo Aure,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Mir kam gerade der Gedanke, dass Du, sofern Deine Mutter eine Pflegestufe hat, vielleicht mit der Krankenkasse unter Umständen einen Deal aushandeln könntest.

    Bei bestehender PS steht Deiner Mutter ja sowieso Verhinderungspflege zu und diese Zeiten könntest Du sicher nutzen.

    Eine andere Möglichkeit wäre eventuell, dass Du einen Antrag beim Sozialamt stellst, auf dass Euch die Kosten für organisierte Nachbarschaftshilfeeinsätze gezahlt werden und die könntest Du zur Kinderbetreuung oder Mutterbetreuung einplanen.

    Wurden Dir von der Tante wenigstens die Rentenanteile der Pflegeversicherung auf Dein Rentenkonto übertragen? Acht Jahre sind ja eine lange Zeit.


    Wie alt ist Dein Sohn? Könnte er schon in einer Kinderkrippe oder einem Kindergarten stundenweise angemeldet werden?


    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Brigitte ()

  • Hallo Aure,
    sei herzlich willkommen hier im Forum!
    Ich bin mit Deiner Frage nicht der richtige Ansprechpartner, aber mir kam in den Sinn, ob Deine Mutter möglicherweise Hilfen zur Pflege beim Sozialamt beantragen könnte.
    Die andere Idee wäre, beim Landschaftsverband der zuständigen Region möglicherweise einen Antrag auf "Persönliches Budget" zu stellen. Damit könnten ggf. die Begleitungen abgedeckt werden.
    Das Ganze ist ein großer Antragsaufwand, es gibt aber Beratungsstellen, die dabei behilflich sein können.

    Wäre es möglich, dass Deine Mutter für die Fahrten zu Behandlungen jeweils eine Verordnung für die Fahrten bekommen könnte, früher auch Taxischeine genannt? Dafür ist nicht zwangsläufig eine onkologische Erkrankung nötig, vorzuweisen, es "reicht" auch, bestimmte Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis vorweisen zu können (aG, BI oder H, also außergewöhnlich geheingeschränkt, blind oder vom Versorgungsamt als "hilflos" anerkannt), oder aber eine Pflegestufe 2 oder 3. Bei stationären Behandlungen ist die Möglichkeit der Kasse etwas weiter gefasst.
    Das führt zur nächsten Frage: hat Deine Mutter bereits eine anerkannte Schwerbehdinderung?
    Ist da eine Höherstufung wegen Verschlechterung sinnvoll zu beantragen?
    Oder aber ist eine Höherstufung aus den gleichen Gründen bei der Pflegekasse sinnmachend?

    Vielleicht kann Dir das schon etwas helfen, möglicherweise haben aber auch andere Mitglieder noch gute Ideen für Dich und Deine Situation.

    Viele Grüße und auf einen guten Austausch,
    Magdalena
    "Rumgeschubst, wie eine alte Schachtel Wachsmalstifte; aber die leuchtenden Farben habe ich mir immer bewahrt!" (Zitat aus: "Gottlos", K. Slaughter)