Tilo G. pflegt seit 3 Jahren seine Frau

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  • Pflege meine Frau, 54 Jahre, nach einer Gehirnblutung zu Hause

    Hallo ihr alle zusammen, wenn vielleicht auch schon verspätet, noch allen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.
    Ich pflege meine Frau seit 3 Jahren zu Hause und bin im großen und ganzen der Meinung schon so einiges zu wissen was die Pflege betrifft. Mein Anliegen ist es, natürlich auch von euch noch viel zu lernen, aber vor allem wie geht es den Pflegenden.
    Ich werde jetzt erst einmal überall ein wenig stöbern und anschließend meine Fragen stellen und wenn nötig eure beantworten.

    Liebe Grüße Tilo
  • Hallo Tilo,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Sicher werden beim Stöbern schon einige Deiner Fragen beantwortet, da das Forum sehr umfangreich bestückt ist.

    Welche Einschränkungen sind bei Deiner Frau nach der Blutung zurück geblieben? In drei Jahren ist ja sicher schon Vieles an Therapien gelaufen und ich hoffe, erfolgreich.

    Liebe Grüssle



    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


  • Angefangen hat es am 19.06.2007 am frühen Morgen. ich war zu
    dieser Zeit auf Arbeit als ich angerufen wurde, dass meine Frau KH gebracht
    wurde. meine Tochter hatte sie auf dem Clo gefunden. Sie hatte in der Nacht
    Migräne bekommen. Meine Tochter ist, als ich auf Arbeit bin bei ihr geblieben.
    Auf dem Clo hat meine Frau erbrochen Durchfall, Husten und was es sonst noch
    alles gibt. Dabei ist ein Aneurysma geplatzt. Dank meiner Tochter kam meine
    Frau "sehr schnell" ins KH Chemnitz auf die Neurologische Station.
    Dort wurde sie Notoperiert und zwei Dränagen im Kopf platziert. Danach war sie
    14 Tage im künstlichen Koma. In dieser Zeit konnte keiner sagen, wie es
    ausgehen wird. Mir wurde nur gesagt, dass ich mich mit der Abschaltung der Maschinen
    beschäftigen soll, im Falle jeden Falles.


    War nicht leicht mit all den Problemen, Maschinen und den
    ganzen neuen Informationen die da auf dich einströmen.


    Nach 14 Tagen die Ernüchterung, sie ist auf dem Weg der
    Besserung.


    Nach ca. 4 Wochen KH-aufenthalt kam sie zur Reha nach
    Pulsnitz. Diese verlief mit einigen Schwierigkeiten ganz gut.


    Sie kam wieder nach Hause, konnte sprechen laufen essen usw..


    Nach 5 Monaten war sie auf einmal nicht mehr ansprechbar,
    total Apathisch keinerlei Reaktion auf alles.


    Als von der Tagepflege ab ins KH nach Chemnitz. Dort wieder
    eine OP. Der Gehirndruck war extrem gestiegen und ihr wurde ein Shunt (automatische
    Dränage) eingesetzt.


    Aber sie war etwas ganz anderes geworden. Sie nahm nichts mehr
    wahr und musste künstlich ernährt werden.


    Da im KH nichts mehr getan werden konnte wurde sie dieses Mal
    nach Kreischa verlegt zur Reha. Dies brachte keinerlei Erfolg.


    Mir blieb nichts anderes übrig als sie in ein Pflegeheim zu
    geben.


    Dort war sie 5 Jahre hatte noch zwei solche Anfälle wobei
    eine Epilepsie festgestellt wurde, welche sich nur im Gehirn abspielt und
    äußerlich nichts zu sehen oder zu bemerken ist.


    Im Pflegeheim konnten wir,
    die Ärzte, Therapeuten, Pfleger/inen und ich sie wieder in einen Zustand
    bringen, wo man sagen konnte, na da wird wieder was.


    Sie konnte nicht laufen, sitzen, sprechen und essen.


    Nach fünf Jahren erhielt sie dann auf Drängen des
    Pflegeheimes die Pflegestufe 3.


    Damit war unser Schicksal besiegelt.


    Das Pflegeheim konnte nicht mehr bezahlt werden, hätte ca.
    500 bis 800 € aus meiner Tasche, zusätzlich zu ihrer Rente von damals 700 €
    zuzahlen müssen.


    Also was tun? Meine Wohnung umgebaut zu einer behindert
    gerechten Wohnung, neues Bad, Abstellraum usw.


    Meine Mutter ist aus dem Haus ausgezogen, da sie nicht mit
    behinderten Menschen zurechtkommt. Dadurch hatte ich wenigstens eine Wohnung.


    Sie machte super Fortschritte, konnte mit Unterstützung
    wieder eine paar Schritte laufen.


    Vor Zwei Jahren lernte sie zur Reha wieder Essen.


    Mitte 2014 konnten wir das erste Mal zusammen wieder in den „Urlaub“
    fahren. Sie Nachts im Pflegeheim und ich auf dem Campingplatz.


    Nachdem wir wieder zuhause waren veränderten starke
    spastikschübe ihr Leben. Sie wurde von Tag zu Tag steifer und hat extreme
    Schmerzen. Nach Untersuchung durch einen Orthopäden blieb nur noch ein
    KH-aufenthalt in einem Spastikzentrum. Danach ist sie wieder zur Reha in die
    Klinik am Tharandter Wald, dort war sie jetzt über Weihnachten und Silvester,
    was aber nicht so den ersehnten Erfolg gebracht hat.





    Das ist kurz umrissen die Krankengeschichte meiner Frau





    LG Tilo