auguste kümmert sich um ihre einsame Oma

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Ihr Zugriff auf dieses Thema wurde eingeschränkt. Insgesamt gibt es 8 Beiträge in diesem Thema.
Um sie alle lesen zu können müssen Sie sich vorher anmelden oder registrieren oder freischalten lassen.

  • Meine Oma, pflegte den Opa über Jahre. Jetzt ist er im Pflegeheim und sie ist einsam und verzweifelt.

    Guten Tag,

    ich bin Enkelin (36) und möchte mich beraten.
    Ich möchte meiner Oma so gut ich kann helfen, mit diesem Umstand,
    der so vielschichtig furchtbar ist, umzugehen und sich zurecht zu finden.
    Meine Oma (79) hat über die letzten Jahre den Opa (79) gepflegt.
    Erst immer schwächer auf den Beinen, dann war der Kopf manchmal nicht mehr ganz da,
    wurde erst spät ein möglicher kleiner Schlaganfall festgestellt. Ansonsten wurde nie etwas gefunden, körperlich gesund.
    Je mehr Zeit verging, desto klarer wurde, das er an Demenz leidet, später in der Tagespflege wurde ausgemacht, das er auch Parkinson hat. Meine Oma hat sich jahrelang um ihn gekümmert, gehegt und gepflegt :) bis es nicht mehr ging. Er ist öfter gestürzt , ohnmächtig geworden...
    Stück für Stück - Tagespflege einmal die Woche, ein erstes Mal ins Pflegeheim, was weder dem Opa noch und schon gar nicht ihr gut getan hat.
    Sie hat ihn zurückgeholt, als Hilfe kam ein Pflegedienst morgens und abends.
    Bis sie selbst, die tapfere und starke Oma nicht mehr und nicht anders konnte, als nachzugeben und ihn erneut in ein Pflegeheim umzuziehen.
    Dort ist er seit Ende Oktober. Für Beide ist es schwer.
    Der Geist ist auch noch da, nur weiß er immer schwerer die Worte zu finden, wird aggressiver.
    Die Oma macht sich Vorwürfe, das ist natürlich Quatsch - mehr hätte sie nicht tun können.
    Schlimmer ist, das sie verzweifelt ist. Nachdem sie 60 Jahre das Leben zusammengegangen sind,
    ist er noch da, aber schon lang nicht mehr so und schon gar nicht mehr zu Hause.
    In die Zukunft sieht sie ohne Sinn. Zu Hause sein ist schwer, bei ihm zu sein ist schwer.

    Ich wäre dankbar für Tipps,
    wie ich neben dem, das ich für sie da bin,
    ihr mit Worten, kleinen und neuen Ritualen, einem Blick in die Zukunft
    helfen kann.


    Lieben Dank, Auguste.
  • Liebe Auguste,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Dieser Abschied auf so vielen Ebenen tut so weh und dass Deine Oma damit so verzweifelt kann ich gut nach voll ziehen.

    Wie Du ihr nun richtig helfen kannst, ist nicht so einfach fest zu machen.

    Sie muss sich gebraucht und geliebt fühlen, ihr muss geholfen werden kein schlechtes Gewissen zu haben, für etwas, zu dem sie gar nichts kann. Sie braucht Hilfe um sich selbst das Okay zu geben, Stück für Stück Vergangenheit und Gesundheit ihres Mannes los zu lassen und an zu nehmen, was heute ist.

    Besuche den Opa mit ihr gemeinsam und stütze sie, sage ihr immer wieder, dass sie alles richtig gemacht hat und dass sie auch wieder ein klein wenig an sich selber denken darf.

    Gibt es noch andere Verwandte und Freunde , mit denen ab und an ein Treffen organisiert werden kann? Vielleicht eine Selbsthilfegruppe in der Nähe, die sie besuchen könnte?

    Für Euch Alle keine leichte Aufgabe und in dieser emotionalen Zeit noch schwieriger.

    Ich wünsche Euch Allen viel Kraft diesen Weg nun gemeinsam gehen zu können.



    Liebe Grüssle

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

    Startseite - So bin ich
    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung


  • Liebe Auguste
    herzliche Willkommen hier.
    Evtl. gibt es für die Oma die Möglichkeit ehrenamtlich im Heim mitzuarbeiten? Vielleicht in einer kleinen Runde vorzulesen, bei Bastelarbeiten zur Hand gehen, kleine Einkäufe erledigen? Bilder malen, oder Fotos digital aufarbeiten? Handarbeiten, kleine Nähsachen ausbessern ( Bettwäsche verliert auf wundersame Weise immer die Knöpfe) etc.
    Eben, wie Brigtte schrieb, dass Gefühl zu haben, gebraucht zu werden.

    Viele Grüße

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Godi ()