Soll ich oder soll ich nicht?

    • Soll ich oder soll ich nicht?

      hallo an alle

      ich hätte jetzt eher mal so eine allgemiene frage

      meine oma wohnt derzeit mit ihrer tochter(meiner mutter) zusammen allerdings tyrannisiert diese sie seit langer zeit und es gibt täglich stundenlang streit über kleinste dinge

      da ich nun im frühjahr in ein anderes haus umziehe wo genügend platz ist haben wir angefangen zu überlegen ob es eine möglichkeit wäre das sie zu uns zieht

      ich selbst bin derzeit noch bei meinen kindern zuhause (4 3 und 2 jahre alt ca) ich selber bin 24 mein partner 28 und meine oma fast 80

      sie bekommt eine heimhilfe die ihr wege zum arzt und einkaufen erledigt
      zuhause kann sie sich alles noch selber machen essen duschen usw
      hausarbeit ist auch noch möglich aber eben schwer für sie da sie einen rollator hat
      sie würde mir weder vom platz essen oder geld etwas ausmachen was ich aber dezeit am überlegen bin wenn ich wieder arbeiten gehe wer erledigt dann die arztbesuche für rezepte für sie(kann sie eine heimhilfe beantragen wenn ich arbeite) sie wohnt ja eig im gleichen haus mit 2 gesunden erwachsenen bei denen es dann allerdings vermutlich an der zeit für arzt und apotheke mangeln könnte

      genauso wenn wir urlaub machen würden wie wäre es dann da sein

      ich möchte sie nicht zu mir nehmen und dann bald später wieder in ein heim geben müssen weil es bei uns an der planung und zeit scheitern könnte

      was habt ihr generell so erfahrungen mit so einen fall

      danke und entschuldigung das es so lang geworden ist

      liebe grüße
      sandra
    • Hallo Queen 24,

      erstmal herzlich willkommen hier im Forum. Wünsche dir hier guten Austausch.

      Die Entscheidung, daß du deine Oma zu dir nimmst, kann dir keiner abnehmen. Da deine Oma ja noch einigermaßen fitt ist, wäre betreutes
      Wohnen nicht ein Option, vielleicht in deiner Nähe? Ich will dir da auch nicht reinreden, aber du hast soweit ich sehen kann drei kleine
      Kinder, die deine Präsenz brauchen. Stell dir mal vor, Oma wird ein richtiger Pflegefall, dann hast du ordentlich zu tun, selbst mit Hilfe eines
      Pflegedienstes. Es wird Zeiten geben, da kannst du Oma nicht einfach mal eben alleine lassen , weil du mal schnell mit einem der Kinder zum Arzt muß. Du wirst dich straff organisieren müssen, um den Alltag mit Oma und deiner Familie bewältigen zu können. Also in dem Fall
      wo sie ein richtiger Pflegefall wird und nicht mehr kann.

      Warum erzähle ich dir das? Habe meine Mutter über Wochen mitgepflegt, weil mein Bruder wegen seiner Bandscheibe ausgefallen war. Ich selber habe zwei Kinder, die aber schon etwas größer sind. Davon ist eins aber schwerbehindert, von der Entwicklung teilweise wie ein Kleinkind. Mein Kleiner ist 10 Jahre alt und frühkindlicher Autist mit geistiger Behinderung. Da ist meine ständige Präsenz erforderlich, außer wenn er in der Schule ist. Als ich die Pflege meiner Mutter mit meiner Schwester mit übernommen hatte, war mein Tagesablauf mehr als getaktet. Pflege von Sohn und meiner Mutter war zeitlich eh ein schwieriges Problem. Meine Mutter konnte ich allerdings ein bis zwei Stunden alleine lassen. Ging auch nicht anders. Die meiste Zeit habe ich allerdings auch noch für den Haushalt mitverwendet, weil meine Schwester keine Zeit hatte, Küche, Badezimmer noch sauberzumachen. ich war 3x die Woche von 8 bis 12.30 Uhr und 2x von 18 bis 19;30 Uhr da. Und ich mußte mich sehr beeilen, damit ich meine Kinder, Haushalt, Einkäufe, Therapien des Autisten auf die Reihe bekam. Zeit für mich gleich null. An Verabredungen war auch nicht zu denken. Das Problem, meine Mutter wollte, eine von meiner Schwester besorgte Ersatzpflegekraft (zumindestens für abends) nicht akzeptieren. Mein Mutter hatte damals schon Pflegestufe 1, also standen ihr Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege zu. Das Thema erledigte sich dann nach 8 Wochen, sie war wieder einigermaßen fitt, so wie deine Oma. Achso, damals war ich nicht berufstätig. Hätte ich auch nicht auf die Reihe bekommen bei meiner Mutter. Hätte Urlaub nehmen müssen.

      Wenn deine Oma Pflegestufe schon hat, dann hat sie Anspruch auf die von mir genannten Leistungen. Hat sie z.B Demenz, dann stehen ihr auch noch zusätzliche Betreuungsleistungen von 100/200 Euro im Monat zu, je nach Zustand. Das wird vom MDK dann festgelegt, der zur Begutachtung nach Hause kommt, wenn es um die Pflegestufe oder eingeschränkte Alltagskompetenz geht. Nur viele Pflegende wollen solche Leistungen nicht annehmen, entweder aus Unkenntnis oder Nichtwollen (das schaffen wir auch so). Oder sie wollen es, nur die Senioren wollen keine Ersatzpflegekraft im Haus haben und sich mit Händen und Füssen dagegen wehren. Man darf Pflege nicht unterschätzen, sie ist sehr kraftraubend.

      Wenn du irgendwann doch die Pflege übernehmen solltest, sag deiner Oma, daß du dir Hilfe ins Haus holst, wenn es soweit ist. Daß du kleine Kinder hast, die auch Zeit brauchen. Entweder aktzeptiert sie das oder man muß über das Thema Pflegeheim sprechen.
      Natürlich kannst du mit deiner Familie in den Urlaub fahren, dafür stehen dir 28 Tage Kurzzeitpflege zu. Die kannst du in einem Rutsch nehmen oder im Jahr aufteilen. Mein Autist geht dieses Jahr das erstemal in Kurzzeitpflege.

      Wenn du pflegst, stell dich bitte gut auf. Nutze die Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege als Entlastung. Fall du in den Beruf zurück möchtest suche eine geeignete Tagespflege, damit du arbeiten kannst. Das wird auch noch aus einem anderen Topf der Pflegeversicherung finanziert. Das Wichtigste sind immer noch deine eigene Familie, die darf nicht zurückstecken.

      Wünsche dir hier tollen Austausch

      LG Andrea
      Autistenmama
    • Hallo Sandra,
      Du hast Deine Fragen jetzt im öffentlichen Bereich ohne (kostenfreie und unverbindliche! ;) ) Anmeldung im Elternpflegeforum gestellt.
      Überlege Dir doch, ob Du nicht Mitglied werden möchtest (also Dich anmelden), dann kannst Du in alle Themenbereiche lesen, Dir Anregungen und Austausch holen.

      Wie Andrea Dir schon schrieb, könntest Du bei vorhandener Pflegestufe Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege nutzen, derzeit scheint Deine Großmutter dafür aber zu fit zu sein.
      Was eine Heimhilfe ist, weiß ich nicht, daher kann ich Dir auch nichts zu den Möglichkeiten der Beantragung sagen.

      Aber Apotheken liefern oftmals auch die Medikamente, vielleicht könnte der HA die Dauermedikamente entweder von der Apo abholen und dann zu Euch liefern lassen oder aber per Post (Ihr hinterlegt Briefmarken) zuschicken.
      Für Akutfälle wäre die Frage, ob der HA Hausbesuche machen würde, oder aber ob man vielleicht eine Hilfe für diese Besuche anstellen würde (anmelden über die Minijobzentrale als Minijob/Haushaltscheckverfahren nicht vergessen! ;) ) oder über z.B. eine Freiwilligenagentur oder einen Kirchenkreis jemanden finden würde, der dies ehrenamtlich übernimmt.
      Aber auch das rauskommen Deiner Großmutter für private Veranstaltungen wäre ja vielleicht im Sinne der Lebensqualität schön.

      Ich freue mich, wenn Du Dich anmelden magst und vom Forum profitieren kannst (und wir alle vom gemeinsamen Austausch, den daraus resultiert ein freiwillig betriebendes Forum wie dieses),
      viele Grüße
      Magdalena
      "Rumgeschubst, wie eine alte Schachtel Wachsmalstifte; aber die leuchtenden Farben habe ich mir immer bewahrt!" (Zitat aus: "Gottlos", K. Slaughter)
    • Hallo Queen24,
      Du hast ja schon einige Antworten erhalten, die Dir weiterhelfen können.
      Wenn Du Dich näher mit der Situation auseinandersetzen möchtest, dann melde Dich im Forum an. Due bist hier herzlich willkommen. Und die Nameldung ist schmerz- und kostenlos. ;)

      @toemmel: Der Zaunpfahl ist angekommen. Guckst Du einfach mal hier: Klick! ;)

      Viele Grüße
      Heike
    • Hallo Sandra,

      ich habe in Deinem Text nur einen einzigen Grund gefunden, warum Deine Oma umziehen sollte zu Dir: Sie wird von ihrer Tochter/deiner Mutter tyrannisiert.

      Mutter-Tochter-Verhältnisse sind oft etwas sehr eigenes, das sich nicht so leicht von außen analysieren lässt. Auch Du als Tochter/Enkelin hat dabei eine ganz bestimmte Position.

      Kannst Du Deine Überlegungen mit jemandem durchspielen, der Euch tatsächlich kennt und im täglichen Umgang miteinander erlebt hat?

      Du schreibst auch nicht, wie Dein Partner die Angelegenheit sieht.
      Was wird aus Eurer Privatsphäre?
      Hätte die Oma eine eigene Einliegerwohnung?

      Überlege genauer, warum es gut wäre, wenn deine Oma zu euch zieht. Hat sie dich darum gebeten? Ein Umzug ist gerade im Alter ein großer Schritt.

      Außerdem müsstest Du Deiner Oma Sozialkontakte ermöglichen. Das Schlimmste bei alten Menschen ist die Langeweile...Was passiert, wenn die Uroma gern hätte, dass ihre Tochter/deine Mutter sie so oft und lang wie möglich besucht?

      Es geht Dir insgesamt ums Wohnen, wenn ich das richtig sehe, damit sie ihre Ruhe hat. Aber es liest sich so, als würdest Du lediglich einer betagten Person, die evtl. ein wenig gebrechlich ist, einen Platz zum Wohnen anbieten.
      Zusammenleben ist aber mehr, viel mehr, wenn Du mit dieser Person Tag für Tag Wohnzimmer, Bad und Küche teilst.

      Pflege müsste organisiert werden, wenn sie mal nötig wird. Da musst Du Dich vermutlich auch im gewissen Rahmen mit Deiner Mutter absprechen.

      LG,
      Evala
    • Hallo Nelly,
      Ich nehme mal an, das kommt daher daß Du Dich noch nicht vorgestellt hast. Ein paar freundliche und erklärende Worte im Vorstellungsbereich sind hier üblich. Falls Du dann immer noch nicht antworten kannst, wird Dir Heike sicher gerne weiter helfen.
      :g03: liche Grüße
      Irmi

      Es muß sich alles ändern, damit alles so bleibt wie es ist.(Guiseppe Tomasi di Lampedusa ) :hi2: