Maik pflegt seit 10 Jahren seine Mutter: Hirnleistungsstörungen - Pst. 3

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  • Maik pflegt seit 10 Jahren seine Mutter: Hirnleistungsstörungen - Pst. 3

    Hallo,

    mein Name ist Maik ich bin 44 Jahre alt und bin das jüngste der 5 Kinder meiner 84jährigen Mutter.

    Meine Ma ist schon seit 1998 also schon fast 10 Jahre in einer
    Pflegestufe. Als sie noch in PS1 war konnte ich noch ganz normal einer
    Vollzeitstelle als Fachberater in einem Elektronikmarkt nachgehen.

    Im November 2001 kam es bei einem Krankenhausaufenthalt wegen einem
    Fußbruch 3 Tage nach Einlieferung zu einem schweren Gehirnkrampf mit
    anschließendem 1-wöchigem Koma. Wider Erwarten der Ärzte wachte meine
    Mutter damals wieder aus dem bedrohlichen Zustand auf.

    Als Ursache für diesen plötzlichen schwersten Hirnkrampf sehe ich
    das bei Einlieferung damals der Medikamentenplan mit den
    blutdrucksenkenden Mitteln (Munobal ,Cynt, Arelix) dem Krankenhaus
    verloren gegangen ist. In dem Beipackzettel vom Medikament Munobal
    stehen auch derartige Komplikationen bei Absetzen des Medikamentes
    drin.Ich bin dem nicht näher nachgegangen wer weiß vielleicht hätte ich mehr gegen das Krankenhaus unternehmen können

    Nach Reha im Januar 2002 wurde meine Ma nach Hause entlassen und
    von da an war alles anders. Inkontinenz und Hirnleistungstörungen kamen
    hinzu vor allem im Kurzzeitgedächnis. Asthma war zu dieser Zeit auch
    noch ein schweres Problem. PS2 wurde bewilligt.

    2 Monate später stellte ich fest das ein Vollzeitjob mit der
    Pflege nicht vereinbar ist und ich gab meinem Beruf auf. Im Bereich der
    Hirnleistung kam es zu erfreulichen Verbesserungen nur die Gehfähigkeit
    wurde aufgrund fehlendem Gleichgewicht immer schlechter. Außerdem
    verschlimmerte sich Parkinson.


    Im Frühjahr 2004 bekam ich für meine Mutter die Pflegestufe3 aufgrund der zahlreichen Krankheiten und Einschränkungen.
    Seitdem pflege ich ununterbrochen und habe auch das Problem das ich
    tags nur begrenzt das Haus verlassen kann. Nachts schläft sie zum Glück
    einigermaßen gut durch.

    Große Sorgen mache ich mir um meinen Beruf, da ich schon 6 Jahre
    nicht mehr berufstätig war macht mir ein Wiedereinstieg die größten
    Sorgen.
    Da ich schon in 3 verschiedenen Berufen gearbeitet habe (der 4.
    wäre der Pfleger) sehe ich doch noch geringe Changen.(Mechatroniker,
    Kfz-Techniker, Fachberater IT und neue Medien, Taxi).
    Im Moment veruche ich mein Wissen im Kraftfahrzeugbereich via Internet so gut wie möglich aufzufrischen.
    Leider bekomme ich von den restlichen Geschwistern so gut wie keine Unterstützung. Deren Meinung ist halt: ab und zu mal besuchen ja, pflegen nein, dafür gibts schließlich Heime.

    Trotz der ganzen Jahre halte ich schon ein gutes Durchhaltevermögen. Es
    kommt zwar bei mir aller 2 Jahre zu einem burn-out ähnlichem Syndrom
    aber nach 3 Monaten erhole ich mich dann immer wieder.

    Jetzt im Jahre 2008 ist meine Mutter in einem recht stabilen
    Zustand und die Pflege ist für mich dermaßen zur Routine geworden das
    ich manchmal gar nicht mehr genau merke was ich tagtäglich so verichte.
    Das ganze ist jetzt schon bei einem 10-jährigen Pflegefall
    angekommen. Ich pflege meine Mum liebevoll und unter vollstem Einsatz
    meiner Möglichkeiten und Kräfte. Nur die gegenseitige Bindung ist schon
    sehr stark geworden das läßt sich kaum bei dieser Geschichte
    verhindern.
    Meine eigene Wohnung 2km von der Wohnung meiner Mutter entfernt
    habe ich immer noch so habe ich wenigstens einen Rückzugsort den ich
    aber immer seltener aufsuchen kann.


    Bin erstaunt das ich gar nicht der einzige männliche Pfleger bin hier im Forum sind ja noch ein paar andere.




    So das wär erst mal meine Erstvorstellung,




    Liebe Grüße Maik