Anasti ist mit der Teilpflege Ihrer Eltern überfordert

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  • Anasti ist mit der Teilpflege Ihrer Eltern überfordert

    Hallo liebe Forum-Mitglieder,

    ich bin Anasti, 66 J. alt, verh., keine Kinder. Ich wohne mit meinen Eltern, Vater 92 mit div. Krankheiten (Parkinson, Speicheldrüsen-Lymphom, Herzinsuffizienz) und meiner Mutter 91 (Knochenprobleme) in einem Haus.

    Beide sind zum Glück noch im Kopf klar und können lesen, machen Rätsel und können fernsehen.

    Da beide schlecht laufen können, sind wir Kinder immer sehr gefragt, wenn sie irgendwo hinfahren müssen bzw. wir kaufen ein, kochen ab und zu, ansonsten essen sie auch Fertiggerichte, die sie selbst zubereiten und der Haushalt wird durch eine Putzfrau gemacht.

    Dennoch erwarten Sie Gesellschaft und wenn irgendetwas anliegt, sollen wir springen. Besonders von mir, als ihre einzige Tochter erwarten sie alles. Da meine Mutter in meiner Jugend schon Probleme mit mir hatte, wird das nun im Alter nicht besser.

    Ich leide seit früher Jugend an "generalisierter Angststörung" und bin damit auch in Behandlung. Hatte viele Therapien- nichts half. Seit Wochen geht es mit körperlich nicht gut, obwohl eine gründliche Untersuchung keinen Befund ergab. Ich fürchte, dass die Belastung seelische Probleme macht - ich denke an Burnout oder beginnende Depression, da ich sehr oft weinen muss aus.

    Ich hoffe, dass es hier Gleichgesinnte gibt, die mir evtl. Ratschläge geben können.

    Erstmal danke fürs "Zuhören" und liebe Grüsse :winke:
  • Hallo Anasti,

    herzlich willkommen hier in diesem schönen Forum. Hier kann man sich toll austauschen.

    Haben deine Eltern Pflegestufe? Wenn ja, dann kannst du dir über Verhinderungspflege dir Entlastung verschaffen, z.B kann eine Alltagsbegleitung deine Eltern beschäftigen (Spiele spielen, Klönschnack veranstalten). Oder es gibt Seniorennachmittage, die vielleicht von der Kirche organisiert werden. Eventuell gibt es einen Fahrdienst, der sie von zu Hause abholt. Oder Tagespflege, dann sind deine Eltern von morgens bis nachmittags in einer betreuten Einrichtung. So kannst du dir Entlastung verschaffen, damit du nicht dauernd präsent sein mußt. Ich kann mir vorstellen, daß deine Eltern vielleicht Langeweile haben, weil sie auf deutsch gesagt nicht mehr selbständig vor die Tür kommen. Dann fangen sie natürlich auf deutsch gesagt an zu anstrengend zu werden. Das geht irgendwann dann auf die Substanz. Und da muß man Abhilfe schaffen.

    Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich selber habe zu Hause ein ziemlich anstrengendes geistigbehindertes, autistisches Kind mit Weglauftendenz und Schlafstörungen. Dann bin ich froh, daß alle 14 Tage die Lebenshilfe kommt und ihn zur Betreuung am Samstag für fünf Stunden abholt. Nebenbei kümmere ich mich alle 14 Tage um meine pflegebedürftige Mutter (mehr Zeit habe ich leider nicht), die aber soweit mit Hilfe meiner älteren Geschwister noch alleine wohnen und sich einigermaßen selber versorgen kann. Leider kommt sie ohne Hilfe schlecht aus ihrer Wohnung nach unten. Sie bekommt von Freunden und Verwandten aber häufig Besuch.

    Wünsche dir hier tollen Austausch :hi:

    LG Andrea
    Autistenmama
  • Guten Abend Anasti,

    herzlich willkommen im Elternpflegeforum.

    Hört sich so an, als brauchst Du wirklich mehr Entlastung und vielleicht auch ein wenig Distanz.

    Versuche Dir weitere Hilfe zu organisieren und sage Deinen Eltern, dass es Dir im Moment nicht so gut geht und Du Deine Kraft für Dich brauchst. Auch wenn sie murren sollten, denke auch Dich .

    Nur wenn es Dir gut gehen kann, kannst Du auch sinnvoll helfen und begleiten. Versuche einfach, das richtige Mittelmaß zu finden für Dich,

    Liebe Grüssle und viele gute Helfer zur Seite

    Brigitte
    Nimm die Dinge an, die Du nicht ändern kannst
    Je tiefer man die Schöpfung erkennt, umso größere Wunder entdeckt man in ihr

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    Verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern- eine Tochter mit Down-Syndrom. ein Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung