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  • Wow, ich bin überrascht wie viele von euch einen solchen Narzist in der Familie haben.

    Ich kenne dies so gar nicht. Bei uns war stets jedes Familienmitglied besonders und geliebt. Demzufolge kann ich mich hier wohl weniger einbringen, denn ich hab keinerlei Erfahrungen damit und mit einem gut aufgebautem Selbstbewusstsein meinerseits würde ich hier wohl ganz klare Linien erkennen, wenn es mich beträfe.
    Das wiederum ist aber paradox, weil wohl ein Mensch, der bei einem Narzist aufgewachsen ist, dieses Selbstbewußtsein und das Wahrnehmen der Dinge die dürfen und derer welche tabu sind, vermutlich gar nicht aufbauen konnte.

    Ich bin ein Mensch, der wohl gern jedem eine zweite Chance gibt und so kann ich auch verstehen, wenn ihr es weiterhin versucht mit dem betreffendem Elternteil Nähe zu finden. Aber wie Brigitte schon sagt, ein Narzist ist wie er ist, man kann ihn wohl nicht "heilen".

    Passt bitte auf euch auf und bleibt euch selber wichtig!
    Pflege ist gut und muss wohl auch sein, aber ohne daraus den Dank spüren zu können, ist es sehr viel schwerer.

    Stärkende Grüße
    Kati
  • Puuhh,
    meine Mutter ist auch so eine Narzisstin.
    Die ganze Welt muss sich um sie drehen. Sie setzt sich immer in Szene.
    Gearde gestern begleitete ich meinen Vater zum Arzt, selbstverständlich war sie auch dabei, topdurchgestylt.
    Beim Patientengespräch läßt sie meinen Vater kaum zu Wort kommen, das ist ihre Bühne...
  • Guten Tag,

    ein herzlichen Dankeschön für eure Antworten. Zu wissen das es viele Menschen gibt die sowas als Kind erlebt hat berührt mich sehr.
    Als ich diesen Text abgeschickt hatte hatte ich mich so geschämt und mich heute erst getraut nachzusehen.

    Ihr glaubt gar nicht wie GUT mir eure Antworten tuen, kann nur 1000 mal Danke sagen.

    Ich bin 55 Jahre alt und kam mir immer noch als Kind vor wie es bettelt damit die Mama endlich mal sagt: Danke, hast du gut gemacht mein Kind habe dich lieb.

    Den Druck den ich mir machte um endlich gut genug für meine Mutter zu sein hatte mich vor paar Jahre an meine Grenzen gebracht, wurde sehr krank. Ich habe es geschafft( Dank Therapie, hatte mich soweit gelöst das ich gut klar kam.

    Jetzt wo es ihr altersgemäß nicht mehr so gut geht, keine Krankheit nur Zipperlein, fängt sie wieder an uns zu klammern. Es meldete sich mein dressierte schlechtes Gewissen wieder, weiss das ich nicht mehr dem nachkommen muss.

    Es tat mir so gut eure Geschichten zu lesen, es gibt die Nazissen wirklich und rede nicht über eine"Fata Morgana". Nur Menschen die sowas erleben oder erlebt haben können das verstehen.

    Zum Glück verstehe ich mich mit meinem Bruder wieder, sie hatte zwischen dem Goldkind und mir einen großen Keil gestoßen. Wir haben uns versprochen zusammenzuhalten. Auch er als Guter hat viele Narben auf seiner Seele.

    Danke nochmal, auch im Namen meines Bruders, schön das Ihr da seid, das es so ein gutes Forum gibt.

    Wünsche euch schönen Sonnentag, geniesst die Sonne.

    liebe Grüße, Annelore
  • Brigitte schrieb:

    ein sehr kluge Frau hat mir mal versucht zu erklären, dass Menschen mit solchen Wesenszügen auf die Welt gekommen sind, um uns zu lehren, demütig zu sein.

    Da könnte etwas dran sein wobei ich irgendwie das Gefühl nicht los werde, die Menschen, die es nötig hätten dies zu lernen, trifft es irgendwie gar nicht, es trifft immer die Falschen.

    Auf der anderen Seite überlege ich mir, ob es nicht lediglich einen kleinen Botenstoffsubstituten bräuchte, um aus diesen Menschen "normale" Menschen mit Gefühlen, offenen Augen und offenen Herzen zu machen.
    Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob ich Demut für so'ne tolle Charaktereigenschaft halte, aber lernen kann man schon was bei der Auseinandersetzung mit solchen Menschen. Geduld vielleicht und Toleranz. Aber gegen einen kleinen Botenstoff, der das Problem wieder richtet, hätte ich auch nix. :-/
  • Hallo Kete,

    eine sehr kluge Frau hat mir mal versucht zu erklären, dass Menschen mit solchen Wesenszügen auf die Welt gekommen sind, um uns zu lehren, demütig zu sein.

    Da könnte etwas dran sein wobei ich irgendwie das Gefühl nicht los werde, die Menschen, die es nötig hätten dies zu lernen, trifft es irgendwie gar nicht, es trifft immer die Falschen.

    Auf der anderen Seite überlege ich mir, ob es nicht lediglich einen kleinen Botenstoffsubstituten bräuchte, um aus diesen Menschen "normale" Menschen mit Gefühlen, offenen Augen und offenen Herzen zu machen.

    Liebe Grüssle

    Brigitte
  • Ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass sie es überhaupt bemerkt, wenn sie jemanden verletzt. Sie latscht durchs Leben in Schuhgröße 60 und bemerkt die Blumen und Käfer, die sie zerquetscht, gar nicht. Es fehlt jede Reflektion. Ihre einzige Reaktion auf alles ist, "mag ich / mag ich nicht". Alles was ich mag ist gut, alles was ich nicht mag schlecht. Ob "das schlechte" vielleicht trotzdem eine Existenzberechtigung hat, weil jemand anderes es vielleicht mag, kommt ihr nicht in den Sinn. Das löst bei mir schon manchmal Hassgefühle aus, aber ich arbeite an mir und sehe das mehr als *mein* Problem denn das ihre.
  • Hallo Kete,

    das kenne ich von meinem Schwiegervater auch--nur das raus filtern, was nicht nach seiner Nase ist.

    Aber es ist gut für Dich dass Du es so sehen kannst. Sicher haben die Menschen mit dieser Neigung es sich nicht ausgesucht so ausgestattet zu sein----aber sie merken schon, dass sie Andere heftig verletzen und missachten. Es gibt schon Möglichkeiten an sich zu arbeiten, wenn man denn etwas ändern will. Aber wenn immer Alles funktioniert, wozu soll etwas geändert werden?

    Toll dass Du diesen Standpunkt hast und auch so leben kannst----ich könnte es nur all zu gut verstehen, wenn Du Deine Mutter nicht so umsichtig begleiten könntest.

    Liebe Grüssle

    Brigitte
  • Nein, Brigitte, harmonisch kann man das leider nicht nennen, obwohl sie mit den Jahren schon milder geworden ist. Ein Beispiel: nachdem wir diese Wohnung angemietet hatten, habe ich sie etwa drei Wochen lang auf eigene Kosten mit zwei Handwerkern zusammen renoviert, inkl. tapezieren, streichen (auch Fenster + Türen), Parkett abschleifen etc. Danach verbrachte ich etwa eine weitere Woche damit alles zu putzen. Fuhr dann zu meiner Mutter und half ihr zwei Wochen lang beim Einpacken für den Umzug. Als ich ihr dann unsere frisch renovierte Wohnung stolz präsentierte, kam als einziger(!) Kommentar: "DAS Fenster ist aber schmutzig!" Ich hatte die Fenster im Wohnzimmer nicht putzen können, weil ich wegen des frisch versiegelten Parketts nicht hinein konnte.

    Vielen Dank für Deine guten Wünsche, aber ich fürchte, dass sie gar keine wirkliche Liebe empfinden KANN. Falls sie ein Narziss ist (nie diagnostiziert), ist das aber natürlich nicht ihre Schuld. Sucht sich ja keiner aus.
  • Hallo Kete,

    und ich hatte gehofft, dass Deine Mutter und Du eine harmonische Mutterkind Beziehung haben und leben dürfen, da Deine Mutter ja zu Dir ziehen wollte und auch bei Dir bleiben möchte.

    Von Herzen wünsche ich Dir, dass Deine Mutter erkennt, was war und Dir zeigt, dass Du ihr wichtig bist und dass sie Liebe für Dich empfindet.

    Liebe Grüssle

    Brigitte.
  • Ach, bin ich froh, dass es mir nicht alleine so geht! Ich hatte keine Ahnung, dass soviele Menschen ähnliche Probleme haben. Auch meine Mutter war in meiner Kindheit und Jugend nie für mich da. Ich habe eigentlich nicht eine einzige schöne Erinnerung an diese Zeit. Sie hat mich niemals in den Arm genommen und mich lange Zeit nicht einmal mit Namen angeredet. Ich war immer nur "die".

    Dass man sich trotzdem so um Menschen bemüht, die einen immer zurückgestoßen haben, liegt wahrscheinlich daran, dass man immer noch hofft. Ich bin sobald ich nur konnte zuhause ausgezogen (19) und hatte lange Zeit nur ganz oberflächlichen Kontakt zu meinen Eltern. Als ich mit 52 Jahren mit meiner 91jährigen Mutter zusammen eine Wohnung genommen habe, hatte ich irgendwie die romantische Vorstellung, dass man sich als Erwachsene noch einmal ganz neu kennenlernen könnte. Dabei blieb es dann aber auch. Wir sind uns niemals wirklich näher gekommen und eigentlich bin ich nur eine Art stets verfügbares Dienstmädchen für sie. Meine Bedürfnisse, die relativ bescheiden sind, sind völlig irrelevant für sie.

    Wenn man irgendetwas Besonderes für sie tut oder ihr etwas Schönes schenkt, ist man fünf Minuten lang "die Beste". Aber das ist dann auch sofort wieder vergessen. Dafür kommen halt neue Forderungen. Selbst der Pflegedienst bekommt das zu spüren. Eine Woche will sie um 09:00 geweckt werden, die nächste dann um 09:30. Der Pflegedienst richtet sich auf sie ein. In der dritten Woche heisst es dann: "Nein, 09:00 ist zu früh und 09:30 zu spät. 09:15 wäre die richtige Zeit." Das kann der Pflegedienst aber so auf die Minute genau nicht einrichten, die haben ja schließlich auch noch andere Patienten.

    Gestern habe ich meine beste Freundin angerufen und sie gefragt, ob ich eigentlich ein sehr schlechter Mensch bin? Ich habe ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich glaube, dass ich zu wenig oder das Falsche tue und meine ganze Familie mich anscheinend hasst. Und da fragt man sich schon, ob die sich alle irren oder ob man wirklich ein Bösewicht ist. Ich kann also Deine Verunsicherung, Annelore, sehr gut verstehen, denn mir geht es genauso.